Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 50 (2024) - Oktober (471 - 478)

Neue berufliche Allergenexpositionen durch direkte und indirekte Einflüsse des Klimawandels
M. Raulf, S. Kespohl
Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA), Bochum

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DOI 10.5414/ATX02821

Abstrakt

Der Klimawandel beeinflusst auf vielfältige Weise die Arbeitsbedingungen von Beschäftigten. Auch allergische Erkrankungen der oberen und tieferen Atemwege und der Haut können durch direkte und indirekte Folgen des Klimawandels und den damit verbundenen Expositionen an unterschiedlichen Arbeitsplätzen auftreten. Von erhöhter ubiquitärer Pollenallergenbelastung können insbesondere Outdoor-Beschäftigte betroffen sein. Bei diesen Tätigkeiten kann es zu einer klimabedingten Vermehrung von eher typischen arbeitsplatzrelevanten Allergenen (wie z. B. dem Schimmelpilz Cryptostroma corticale, der die Rußrindenkrankheit auf Ahornbäumen verursacht) kommen. Geänderte Herstellungsprozesse und damit verbundene Expositionen an den Arbeitsplätzen können zu neuen Sensibilisierungen führen und letztlich auch Allergien hervorrufen. Sie stellen somit indirekte Auswirkungen des Klimawandels dar. Hier spielen auch Lebensstil-Änderungen, die primär einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Nachhaltigkeit leisten sollen, eine Rolle (z. B. die Einführung von Insekten als Proteinquelle oder die Verwendung von Enzymen bei der Nahrungsmittelherstellung). Das Entstehen weiterer beruflicher Sensibilisierungsquellen durch neuartige bzw. veränderte Allergenexpositionen muss im Kontext von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz betrachtet werden und erfordert proaktives Handeln zum Schutz der Beschäftigten.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA), Bochum

Adresse

Prof. Dr. rer. nat. Monika Raulf
Abteilung Kompetenz-Zentrum Allergologie/Immunologie
Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV
Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA)
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Email: [email protected]

Citation

M. Raulf und S. Kespohl.Neue berufliche Allergenexpositionen durch direkte und indirekte Einflüsse des Klimawandels. 2024; 50: 471-478. doi: 10.5414/ATX02821.

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