Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 50 (2024) - Oktober (465 - 470)

Passivrauchen – einige aktuelle Aspekte
D. Nowak
Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Klinikum der Universität München, LMU München, Comprehensive Pneumology Center (CPC) Munich, Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL), München

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DOI 10.5414/ATX02824

Abstrakt

Derzeit sind in Deutschland 4,1% der Erwachsenenbevölkerung täglich einer Passivrauchbelastung ausgesetzt, zusammen mit denen, die mindestens einmal wöchentlich davon betroffen sind, sind es 8,2%. Der Anteil der Jugendlichen, die regelmäßig oder täglich Passivrauch ausgesetzt sind, hat sich vom Zeitraum 2003 – 2006 bis zum Zeitraum 2009 – 2012 erfreulicherweise von 35,1 auf 18,8% bzw. von 21,9 auf 10,2% in etwa halbiert. Eine große Zahl von Studien widmet sich gesundheitlichen Effekten der Passivrauchexposition. Studienqualität und Datenlage sind heterogen. Gleichwohl kann vereinfachend zusammengefasst werden, dass nach Passivrauchbelastung das relative Lungenkrebsrisiko zwischen 1,3 und 1,6 liegt, Mamma- und Zervixkarzinome zwischen 1,2- und 1,7-fach vermehrt auftreten und zerebrovaskuläre und kardiozirkulatorische Effekte sowie Diabetes nach Passivrauchexposition etwa mit einem relativen Risiko von 1,2 – 1,3 behaftet sind. Bei Kindern treten Asthma und Otitiden 1,2- bis 1,4-fach vermehrt auf, und die relativen Risiken für das Auftreten von psychischen Störungen scheinen 1,2- bis 1,6-fach erhöht zu sein. Im Jahre 2021 hat der Gesetzgeber die neue Berufskrankheit 4116 eingeführt. Die Legaldefinition lautet „Lungenkrebs nach langjähriger und intensiver Passivrauchexposition am Arbeitsplatz bei Versicherten, die selbst nie oder maximal bis zu 400 Zigarettenäquivalente aktiv geraucht haben“.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Klinikum der Universität München, LMU München, Comprehensive Pneumology Center (CPC) Munich, Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL), München

Adresse

Prof. Dr. med. Dennis Nowak
Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin
Klinikum der Universität München, LMU München
Comprehensive Pneumology Center (CPC) Munich
Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL)
Ziemssenstr. 1
80336 München
Email: [email protected]

Citation

D. Nowak.Passivrauchen – einige aktuelle Aspekte. 2024; 50: 465-470. doi: 10.5414/ATX02824.

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