Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Schlafmedizin M. Schellenberg Thoraxklinik Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg
DOI 10.5414/ATX02675
Abstrakt
Geschlechtsspezifische Unterschiede finden sich in fast allen Bereichen der Schlafmedizin. Nicht nur respiratorische Störungen, sondern auch insomnische und motorische Erkrankungen sowie auch Merkmale des Schlafverhaltens sind hiervon betroffen. Die Diagnostik z. B. von obstruktiver Schlafapnoe kann erschwert sein durch norm-abweichende klinische Präsentation und polysomnographische Merkmale. Auch eine Insomnie kann als depressive Störung verkannt werden. Ganz besonders sind zwei vulnerable Phasen im Leben der Frau hervorzuheben: die Schwangerschaft und die postmenopausale Lebensphase. Hier sind Frauen besonders gefährdet, verschiedene schlafmedizinischen Erkrankungen zu erleiden. Es besteht hierbei eine erhebliche Diskrepanz zwischen Prävalenz und tatsächlichen Vorstellungen in schlafmedizinischen Einrichtungen. Eine systematische Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte im klinischen Alltag fehlt und bedarf dringend weiterer wissenschaftlicher Aktivität.
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