Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 48 (2022) - November (478 - 484)

Lungenscreening – Auf dem Weg zur Früherkennung
M. Szewczyk1, M. Reck2
1 LungenClinic Großhansdorf, Airway Research Center North, Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), LungenClinic, Großhansdorf, 2 Abteilung Thoraxonkologie, LungenClinic Großhansdorf, Airway Research Center North, Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), LungenClinic, Großhansdorf

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DOI 10.5414/ATX2641

Abstrakt

Hintergrund: Lungenkrebs ist in Deutschland bei Männern die häufigste und bei ­Frauen, nach dem Brustkrebs, die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Wird ein geringes Tumorstadium diagnostiziert, ist die Überlebensrate vergleichsweise gut. Aufgrund mangelnder Symptome werden viele Lungenkarzinome jedoch erst entdeckt, wenn die Krankheit bereits fortgeschritten ist.
Methodik: Vergleich verschiedener Früherkennungsstudien in den USA und Europa unter Berücksichtigung der derzeitigen wissenschaftlichen Lage in Deutschland.
Ergebnisse: Screeningprogramme mittels Niedrigdosis-Computertomographie (LDCT) sind eine effektive Möglichkeit, Lungenkarzinome bereits in früheren Stadien zu diagnostizieren und somit die Prognose und Überlebensrate deutlich zu verbessern. Kritisch zu erwähnen sind falsch positive Befunde, Komplikationen in der weiteren Abklärung positiver Befunde und eine Überdiagnose. Unter Berücksichtigung dieser Kritikpunkte haben sowohl das Bundesamt für Strahlenschutz als auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen eine positive Bewertung für das LDCT-Lungenscreening veröffentlich und darauf verwiesen, dass in der Hochrisikogruppe der erwartete Nutzen die Risiken überwiegt. Trotz vieler offener Fragen ist somit eine wichtige Voraussetzung für die Etablierung eines Programms für die Lungenkrebsfrüherkennung erfüllt. Kurz- und mittelfristig werden gegenwärtig laufende Studien Antworten geben können.
Schlussfolgerung: Die Überlegungen zur Implementierung eines nationalen Früherkennungsprogramms nehmen sichtbare Formen an. Die Hochrisikogruppe für Lungenkrebs profitiert von einem Lungenscreening, was sich in der Senkung der Mortalität widerspiegelt. Der Erkenntnisgewinn aus aktuell durchgeführten Studien wird entscheidend für die Planung und Umsetzung eines effektiven Programms sein.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 LungenClinic Großhansdorf, Airway Research Center North, Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), LungenClinic, Großhansdorf,
  • 2 Abteilung Thoraxonkologie, LungenClinic Großhansdorf, Airway Research Center North, Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), LungenClinic, Großhansdorf

Adresse

Marlen Szewczyk
LungenClinic Grosshansdorf GmbH
Wöhrendamm 80
22927 Großhansdorf
Email: [email protected]

Citation

M. Szewczyk und M. Reck.Lungenscreening – Auf dem Weg zur Früherkennung. 2022; 48: 478-484. doi: 10.5414/ATX2641.

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