Allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA) und andere allergische Mykosen. Teil 3: Radiologie, Therapie und spezielle Aspekte
M. Joest, J. Sennekamp
Malteser Lungen- und Allergiezentrum Bonn
DOI 10.5414/ALX01963
Abstrakt
Bei der ABPA kann ein breites Spektrum von radiologischen Veränderungen auftreten. Im konventionellen Röntgenbild sind flüchtige Infiltrate die häufigste Veränderung. Ein zähes Bronchialsekret hoher Dichte („High attenuation mucus“ = HAM) besitzt die höchste diagnostische Spezifität und lässt sich in etwa 20% der Fälle im CT nachweisen. Der Begriff „mucoid impaction“ bezeichnet eine komplette Sekretverlegung der Bronchien, die mit einer Atelektase einhergehen kann. Zentrale Bronchiektasen sind sehr charakteristisch für eine ABPA, werden inzwischen jedoch als Komplikation angesehen, die bei einer frühzeitigen Diagnosestellung und Therapie vermieden werden kann. Bei Fehlen von Bronchiektasen spricht man von einer serologischen ABPA (ABPA-S). Bei der Therapie akuter ABPA-Schübe ist die systemische Steroidgabe der Goldstandard, wobei Angaben zu Dosierung und Länge der Therapie in der Literatur teilweise erheblich differieren. Zwei aktuelle Studien haben jedoch gezeigt, dass die Azole Itraconazol und Voriconazol vergleichbare Effekte wie Steroide in der Akuttherapie erreichen können. Diese könnten insbesondere für Patienten mit Kontraindikationen systemischer Steroide (zum Beispiel Diabetes oder Osteoporose) eine wertvolle Alternative darstellen. Schon länger wird Itraconazol zusätzlich zum Steroid bei der ABPA mit chronischem Verlauf empfohlen, wenn ein Ausschleichen des oralen Steroids nicht gelingt. Auch Biologika, insbesondere das Anti-IgE-Präparat Omalizumab, haben in Fallserien teilweise einen positiven Effekt bei Patienten gezeigt, die auf Steroide nicht (mehr) angesprochen haben oder darauf starke Nebenwirkungen hatten. Eine spezifische Immuntherapie mit dem ursächlichen Pilz wird nicht empfohlen. Bei den nicht medikamentösen Maßnahmen steht eine regelmäßige Sekretmobilisation mit physikalischen Hilfsmitteln und eine Atemtherapie im Vordergrund. Eine bronchoskopische Absaugung des zähen Sekretes ist nur in Ausnahmefällen indiziert. In jedem Fall ist eine Allergenkarenz anzustreben, was optimal im Rahmen einer Atemwegs-Reha in allergenarmer Umgebung erreicht werden kann. Im Kindesalter spielt die ABPA bei der zystischen Fibrose eine große Rolle, kann aber auch beim Asthma auftreten. Mehrere Studien weisen darauf hin, dass es genetische Dispositionen für die ABPA gibt. Die ABPA ist häufig mit Erkrankungen der Nasennebenhöhlen vergesellschaftet (Rhinosinusitis, Sinusmykosen), sodass bei entsprechender Klinik eine HNO-Abklärung erfolgen sollte.
Erstpublikation in Allergologie, Jahrgang 42, Nr. 3/2019, S. 118-136, mit freundlicher Genehmigung der Autoren
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- Malteser Lungen- und Allergiezentrum Bonn
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Dr. med. Marcus Joest
Malteser Lungen- und Allergiezentrum Bonn
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Citation
M. Joest und J. Sennekamp.Allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA) und andere allergische Mykosen. Teil 3: Radiologie, Therapie und spezielle Aspekte. 2021; 47: 492-510. doi: 10.5414/ALX01963.