Obstruktive Schlafapnoe. Was benötigen wir zur Phänotypisierung? N. Büchner Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, Helios-Klinikum Duisburg
DOI 10.5414/ATX02379
Abstrakt
Die Pathophysiologie der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) ist nach neueren Erkenntnissen wesentlich komplexer als lange Zeit angenommen. Einer anatomischen Enge kommt zwar weiterhin eine Schlüsselfunktion zu, jedoch begünstigen oft erst nichtanatomische Faktoren die klinische Manifestation der OSA. Diese beinhalten insbesondere eine gestörte Funktion der pharyngealen dilatatorischen Muskulatur (vorwiegend Musculus genioglossus), eine niedrige Arousalschwelle und eine instabile Kontrolle der Atmung (hoher Loop gain). Die technische Methodik zur Beurteilung des Einflusses der anatomischen und nichtanatomischen Faktoren ist im Einzelfall komplex und erfordert eine hohe fachliche Expertise. Aber auch aus den Daten einer Routinepolysomnographie lassen sich Hinweise auf die Ausprägung der einzelnen Faktoren ableiten mit daraus resultierenden individuellen Therapieansätzen im Sinne einer personalisierten Medizin. Klinische und polysomnographische Clusteranalysen beschreiben das komplexe Krankheitsbild und die Komplikationen der OSA oft genauer als dies mit der alleinigen Betrachtung des Apnoe/Hypopnoe-Index (AHI) oder der AHI-Schweregrade gelingt. Dieser Übersichtsartikel beschreibt methodische Aspekte der Phänotypisierung und Clusteranalyse bei obstruktiver Schlafapnoe.
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