Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 31 (2019) - 4. Quartal (156 - 166)

Ganzkörpervibrationstraining bei Hämodialysepatienten – günstige Effekte vor allem bei eingeschränkten Körperfunktionen
L. Seefried1, F. Genest1, N. Luksche1, M. Schneider1, 2, M. Brandl2, U. Bahner2, A. Heidland2, 3
1 Orthopädisches Zentrum für Muskuloskelettale Forschung, Universität Würzburg, 2 KfH-Nierenzentrum, Würzburg, 3 Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universität Würzburg

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DOI 10.5414/NHX01975

Abstrakt

Zielsetzung: In der Therapie der muskuloskelettalen Defizite chronischer Dialysepatienten hat sich ein strukturiertes Ausdauer- und Krafttraining als besonderes erfolgreich erwiesen. Bei zahlreichen Kranken kann aber wegen gravierender klinischer Komplikationen sowie mangelnder Bereitschaft kein aktives Training durchgeführt werden. Vor diesem Hintergrund wurde in einem Pilotprojekt der Einfluss eines Ganzkörpervibrations­trainings (GKVT) auf Parameter der körperlichen Leistungsfähigkeit, blutchemische Befunde und Verträglichkeit geprüft.
Methodik: In der prospektiven Studie wurden 14 Patienten zweimal wöchentlich für die Dauer von 12 Wochen mit GKVT behandelt. Die Therapie erfolgte bei 8 Patienten vor und bei 6 Patienten nach der Hämodialyse. Primärer Endpunkt war die körperliche Leistungsfähigkeit, beurteilt anhand der Short Physical Performance Battery (SPPB). Diese errechnet sich aus der Summe von statischer Balance, Gang­geschwindigkeit bei einer vier Meter langen Gehstrecke und dem Chair-Rise-Test (5-mal). Zu den sekundären Endpunkten zählten neben körperlichen Funktionsparametern, die Bio-Impedanz-Analyse zur Messung der Körperzusammensetzung, biochemische Marker und die Beurteilung des Lebensstils.
Ergebnisse: Im Vergleich zu den Ausgangswerten konnte nach der Trainingsperiode eine signifikante Verbesserung der SPPB festgestellt werden (p = 0,035). Nicht signifikante Verbesserungen ergaben sich im 6-Minuten-Gehstrecken-Test, im Timed Up and Go-Test, bei der Sprunghöhe, der Handgriffstärke, dem Skelettmuskel­index und der Alltagsaktivität. Patienten mit den ausgeprägtesten Funktionsstörungen profitierten am meisten von dem Training. Laborchemisch konnte eine Abnahme der Leukozyten und ein Trend zu niedrigeren Werten des hochsensitiven C-reaktiven Proteins (hs-CRP) festgestellt werden. Das GKVT wurde allgemein gut vertragen. Beim Training nach der Dialyse entwickelten zwei Patienten als Folge der Flüssigkeitsentfernung während der Dialyse eine passagere Hypotension.
Zusammen­fassung: Nach unserer Pilotstudie stellt GKVT eine sichere und effektive Methode zur Verbesserung der muskulären Defizite, für allem bei körperlich beeinträchtigten Dialysepatienten dar. Parameter der systemischen Inflammation zeigten einen Rückgang. Die Ergebnisse bedürfen aber sicher einer Bestätigung durch weitere Studien an größeren Patienten­gruppen.

Erstpublikation in Nieren- und Hochdruckkrankheiten. 2018; 47: 497-507

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Orthopädisches Zentrum für Muskuloskelettale Forschung, Universität Würzburg,
  • 2 KfH-Nierenzentrum, Würzburg,
  • 3 Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universität Würzburg

Adresse

Dr. med. Lothar Seefried
Orthopädisches Zentrum für Muskuloskelettale Forschung
Universität Würzburg
Brettreichstrasse 11
97074 Würzburg
Email: [email protected]

Citation

L. Seefried, F. Genest, N. Luksche, M. Schneider, M. Brandl, U. Bahner und A. Heidland.Ganzkörpervibrationstraining bei Hämodialysepatienten – günstige Effekte vor allem bei eingeschränkten Körperfunktionen. 2019; 31: 156-166. doi: 10.5414/NHX01975.

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