Intensiv- und Notfallbehandlung, Jahrgang 44 (2019) - 3. Quartal (100 - 107)

Extrakorporale Verfahren bei lebensbedrohlichen Intoxikationen
A. Katthän, L. Schulte-Guestenberg, J. Strube, A. Schaper
Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Zentrum Pharmakologie und Toxikologie, Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität, Göttingen

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DOI 10.5414/IBX0533

Abstrakt

Unter Berücksichtigung ihrer Indikationen und praktischen Relevanz werden die wichtigsten Formen extrakorporaler Verfahren bei der klinischen Behandlung vital bedrohlicher Intoxikationen vorgestellt: Hämodialyse (HD), Hämoperfusion (HP), molecular adsorbent recirculating system (MARS) und extrakorporale Membranoxigenierung (ECMO). Mit Ausnahme der Hämodialyse spielen diese Verfahren therapeutisch eine untergeordnete Rolle. Schwere Vergiftungen mit Lithiumsalzen sind weiterhin der häufigste Grund für den Einsatz von Hämodialysen in der klinischen Toxikologie. Weitere Indikationen zur Hämodialyse stellen schwere Vergiftungen mit Azetylsalizylsäure, Carbamazepin oder toxischen Alkoholen dar. Die extrakorporale Membranoxygenierung stellt im Gegensatz zu den anderen genannten Verfahren keine Technik der sekundären Giftentfernung dar, sondern kann bei schwerer Kreislaufinsuffizienz im Rahmen von Intoxikationen vorübergehend als adjuvante Therapie eingesetzt werden. Sie spielt insbesondere bei Vergiftungen mit Calcium-Antagonisten, Betablockern und trizyklischen Antidepressiva eine zunehmende Rolle.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Zentrum Pharmakologie und Toxikologie, Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität, Göttingen

Adresse

Dr. med. Astrid Katthän
GIZ-Nord
Zentrum Pharmakologie und Toxikologie
Universitätsmedizin Göttingen
Georg-August-Universität
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
Email: [email protected]

Citation

A. Katthän, L. Schulte-Guestenberg, J. Strube und A. Schaper.Extrakorporale Verfahren bei lebensbedrohlichen Intoxikationen. 2019; 44: 100-107. doi: 10.5414/IBX0533.

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