Organspende in Deutschland – hat die Transplantationsmedizin noch eine Perspektive? A. Rahmel, F. Schaub Deutsche Stiftung Organtransplantation, Frankfurt
DOI 10.5414/NHX01953
Abstrakt
Die Anzahl der Organspender ist in Deutschland seit 2010 rückläufig und hat 2017 mit 797 Organspendern den tiefsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Mit 9,7 Organspendern pro Million Einwohnern ist Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern weit abgeschlagen. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) sieht die bundesweite Entwicklung schon lange mit Sorge und hat gemeinsam mit den Entnahmekrankenhäusern umfangreiche Analysen zu den möglichen Ursachen durchgeführt. Diese sind zwar vielschichtig, einen zentralen Schlüssel zur Verbesserung der Situation der Organspende sieht die DSO jedoch in der besseren Erkennung und konsequenten Meldung von möglichen Organspendern durch die Entnahmekrankenhäuser, um dem Patientenwillen zur Organspende gegebenenfalls entsprechen zu können. Die DSO fordert mit Hinweis auf den niedrigsten Stand der Organspenden eine breite gesellschaftliche Debatte und einen gemeinsamen Initiativplan mit Einbeziehung von medizinischen Fachgesellschaften, den Vertragspartnern, Patientenverbänden und der Politik. Nur gemeinsam kann die Organspende in Deutschland zum Wohle der auf eine Transplantation hoffenden Patienten wieder auf Kurs gebracht werden.
*Erstpublikation in Nieren- und Hochdruckkrankheiten. 2018; 47: 175-180.
Dr. med. Axel Rahmel
Medizinischer Vorstand
Deutsche Stiftung Organtransplantation
Deutschherrnufer 52
60594 Frankfurt am Main Email: [email protected]
Citation
A. Rahmel und F. Schaub.Organspende in Deutschland – hat die Transplantationsmedizin noch eine Perspektive?.2019; 31: 67-72. doi: 10.5414/NHX01953.
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