Neuronale Verarbeitung der Luftnot bei COPD A. von Leupoldt Health Psychology, University of Leuven, Belgium
DOI 10.5414/ATX02280
Abstrakt
Nicht allein die Wahrnehmung, sondern bereits die ängstliche Antizipation von Luftnot kann einen Circulus vitiosus der Luftnot bei COPD initiieren via Vermeidungsverhalten, Dekonditionierung und stetig zunehmender Luftnot. Die hierbei ablaufenden Hirnprozesse sind allerdings kaum verstanden. Erste, bislang erhältliche Studien demonstrieren, dass COPD-Patienten während der Wahrnehmung von Luftnot Aktivierungen in sensomotorischen wie auch affektiv-kognitiven Hirnarealen zeigen. Diese scheinen weitgehend vergleichbar mit den Aktivierungsmustern in lungengesunden Probanden, und nur bei Subgruppen von Patienten ergeben sich Unterschiede. Während der Antizipation von Luftnot zeigen sich allerdings verstärkte Aktivierungen bei COPD-Patienten in affektiv- kognitiven Hirnarealen. Diese sind zudem mit klinisch relevanten Outcomes assoziiert, zum Beispiel mit Angst, Luftnot, reduzierter Belastungskapazität und Lebensqualität. Diese neuronalen Befunde deuten an, dass Patienten mit COPD eine verstärkte angstbesetzte Antizipation von Luftnot aufweisen. Dies könnte sich nachteilig auf den Krankheitsverlauf auswirken und sollte in der Behandlung berücksichtigt werden.
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