Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 43 (2017) - Oktober (456 - 468)

Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom: Geschlechtsspezifische Unterschiede?
M. Orth1, K. Rasche2
1 Medizinische Klinik III, Pneumologie, Pneumologische Onkologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, Theresienkrankenhaus und St. Hedwig Klinik GmbH, Mannheim, 2 Bergisches Lungenzentrum, Klinik für Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, Universität Witten/Herdecke, HELIOS Universitätsklinikum Wuppertal

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DOI 10.5414/ATX02277

Abstrakt

Die Prävalenz des klinisch relevanten obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms (OSAS) in der Allgemeinbevölkerung zwischen dem 30. und dem 60. Lebensjahr wurde erstmals 1993 ermittelt und betrug 2% bei Frauen und 4% bei Männern. Mittlerweile sind diese Prävalenzangaben überholt. Inzwischen leiden in den USA 13% der Männer und 6% der Frauen unter einem OSAS. Insbesondere mit zunehmendem Alter und nach Einsetzen der Menopause ist die OSAS-Häufigkeit bei beiden Geschlechtern vergleichbar. In den Schlaflaboren sind Frauen mit OSAS, gemessen an den Prävalenzdaten, unterrepräsentiert. Die vorliegende Übersicht analysiert die Gründe für die klinische Unterbzw. Fehleinschätzung der Relevanz des OSAS bei Frauen. Dass das Vorliegen eines OSAS bei Frauen häufig nicht erkannt wird, liegt insbesondere an der bei Frauen andersartigen OSAS-Symptomatik, bei der Einund Durchschlafstörungen sowie Depressionen im Vordergrund stehen. Frauen besitzen verschiedene Schutzfaktoren, die die Entstehung einer Atmungsstörung im Schlaf verhindern bzw. in das höhere Lebensalter und bis zum Einsetzen der Menopause protrahieren. Hierzu gehören Besonderheiten der kraniofazialen Morphologie und Funktion, die geschlechtsspezifische Körperfettverteilung sowie der positive Einfluss der weiblichen Sexualhormone auf die Atmungsstimulation und die Funktion der dilatierenden Muskulatur im Oropharynxbereich. Vonseiten der behandelnden Ärzte ist eine zunehmende Sensibilisierung für das OSAS bei Frauen und für deren Besonderheiten erforderlich.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Medizinische Klinik III, Pneumologie, Pneumologische Onkologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, Theresienkrankenhaus und St. Hedwig Klinik GmbH, Mannheim,
  • 2 Bergisches Lungenzentrum, Klinik für Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, Universität Witten/Herdecke, HELIOS Universitätsklinikum Wuppertal

Adresse

Prof. Dr. Maritta Orth
Medizinische Klinik III
Pneumologie, Pneumologische Onkologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin
Theresienkrankenhaus und St. Hedwig Klinik GmbH
Bassermannstraße 1
68150 Mannheim
Email: [email protected]

Citation

M. Orth und K. Rasche.Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom: Geschlechtsspezifische Unterschiede?. 2017; 43: 456-468. doi: 10.5414/ATX02277.

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