Endoskopische Lungenvolumenreduktion mit endobronchialen Ventilen bei Patienten mit schwerem, homogenem Lungenemphysem: die IMPACT-Studie
R. Eberhardt1, 2
1 Pneumologie und Beatmungsmedizin, Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg, 2 Translational Lung Research Center (TLRC) Heidelberg, Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL)
DOI 10.5414/ATX02221
Abstrakt
Rationale: Die endoskopische Lungenvolumenreduktion mittels endobronchialen Ventilen (EBV) hat sich als interventionelle Therapie für ausgewählte Patienten mit schwerem Lungenemphysem etabliert. Während in vorangegangenen Studien hauptsächlich Patienten mit heterogenem Lungenemphysem eingeschlossen wurden, stellt sich die Frage, inwieweit nicht auch Patienten mit einer homogenen Emphysemverteilung von dieser Therapie profitieren. Ziel: In diesem wissenschaftlichen Artikel werden Ergebnisse aus der vor kurzem veröffentlichten IMPACT- Studie [1] vorgestellt, in der Patienten mit homogenem Lungenemphysem mittels EBV behandelt wurden. Methoden: Prospektive, multizentrische, 1 : 1 randomisierte, kontrollierte Studie zum Vergleich der EBV-Therapie plus Standardbehandlung (SoC) mit der Standardbehandlung allein. Ergebnisse: 93 Patienten mit homogenem Lungenemphysem ohne Kollateralventilation (CV) wurden randomisiert. In der Behandlungsgruppe (n = 43) betrug die Verbesserung der FEV1 im Vergleich zum Ausgangswert 13,7 ± 28,2% in der EBV-Gruppe vs. –3,2 ± 13,0% in der SoC-Gruppe (n = 50): Der mittlerer Unterschied zwischen den Gruppen betrug 17,0% (p = 0,0002). In den sekundären Endpunkten zeigten sich ebenfalls signifikante Unterschiede mit Verbesserungen der Gehstrecke im 6-Minuten- Gehtest (6-MWT) und der Lebensqualität (SGRQ), während sich diese Parameter in der Kontrollgruppe nach 3 Monaten verschlechtert hatten (6-MWT 22,6 ± 66,6 m vs. –17,3 ± 52,8 m bzw. SGRQ –8.6 ± 11,3 Punkte vs. 1,0 ± l9,4 Punkte). Ein postinterventioneller Pneumothorax trat bei 11 der mit EBV behandelten Patienten auf (25,6%). Schlussfolgerungen: Die EBV-Behandlung führt auch bei Patienten mit homogenem Lungenemphysem und fehlender Kollateralventilation zu einem klinisch bedeutsamen Nutzen im Hinblick auf verbesserte Lungenfunktion, Belastungstoleranz und Lebensqualität.
Autoreninformation
Autoren
Abteilungen
- 1 Pneumologie und Beatmungsmedizin, Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg,
- 2 Translational Lung Research Center (TLRC) Heidelberg, Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL)
Adresse
Prof. Dr. med. Ralf Eberhardt
Pneumologie und Beatmungsmedizin
Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg
Röntgenstraße 1
69126 Heidelberg
Email:
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Citation
R. Eberhardt.Endoskopische Lungenvolumenreduktion mit endobronchialen Ventilen bei Patienten mit schwerem, homogenem Lungenemphysem: die IMPACT-Studie. 2017; 43: 374-381. doi: 10.5414/ATX02221.