Prävention des Mammakarzinoms – endokrinologische und toxikologische Aspekte. Die Rolle von Östrogendominanz, Schilddrüsenunterfunktion, Morbus Hashimoto, NNR-Schwäche, Progesteronund Insulinresistenz – mögliche Effekt
C. Schulte-Uebbing1, P. Jennrich2, I. Gerhard3, V. Zahn4, I.D. Craiut5
1 Frauenarzt, Onkologie, Endokrinologie, Immunologie, Umweltmedizin, München, 2 Allgemeinarzt, klinische Metalltoxikologie, Umweltmedizin, Würzburg, 3 ehem. Ambulanz für Umweltmedizin, Universitäts-Frauenklinik Heidelberg, Netzwerk Frauengesundheit, Heidelberg, 4 emeritierter Ärztlicher Direktor der Frauenklinik, Klinikum Straubing, Akademisches Lehrkrankenhaus der TU München, 5 Ordinarius für Geburtshilfe und Gynäkologie, International University Oradea, Ärztlicher Direktor, Euclid Clinic, Oradea, Rumänien
DOI 10.5414/PRX00474
Abstrakt
Das Mammakarzinom ist multifaktoriell verursacht. Es hat neben genetischen und endokrinologischen auch infektiologische, immunologische und toxikologische Teilursachen. Nach Möglichkeit ist eine ursachenorientierte Diagnostik, Therapie, Nachsorge und Prävention anzustreben. Dieser Artikel befasst sich mit der Prävention des Mammakarzinoms unter endokrinologischen und umweltmedizinischen Aspekten. Endokrinologische Aspekte: Eine häufige Konstellation, die möglicherweise mit einem Risiko für das Auftreten eines hormonabhängigen Mammakarzinoms einhergehen kann, ist die Östrogen-Dominanz, Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto-Thyreoiditis, NNR-Schwäche (v.a. Dehydroepiandrosteron-Defizit), Progesteron- und Insulinresistenz. Im Sinne einer Prävention, aber auch in der Tumornachsorge nach hormonabhängigem Mammakarzinom sollten diese Hormone gemessen und möglichst optimal eingestellt werden. Auch ein Selen-, Zink-, Vitamin D3- und GSH-Mangel sollte festgestellt und ggf. behandelt werden. Umweltmedizinische Aspekte: Auch diverse ubiquitär vorhandene Endokrine Disruptoren (ED) können möglicherweise eine pathologische Östrogendominanz, Schilddrüsenunterfunktion, Hashimoto Thyreoiditis, Progesteron- und Insulinresistenz fördern. (Z.n.) Exposition gegenüber ED-Exposition sollte immer erfragt werden. Eine Vielzahl von Synergismen zwischen ED und Hormonen ist bekannt, auch diverse Interaktionen mit Tamoxifen und Aromataseinhibitoren sind möglich. Dies kann Relevanz für die Prävention, Therapie und Nachsorge haben. Falls sich z.B. anamnestisch ein(e) (Z.n.) Schwermetallexposition ergibt, kann ein Schwermetall-Mobilisationstest (z.B. mit DMSA, DMPS, DPTA, EDTA) indiziert sein. Ergeben sich im Urin erhöhte Schwermetallwerte, kann sich eine Indikation ergeben für eine individuelle und laborkontrollierte Schwermetalldetoxifikation. Dadurch kann z.B. eine (Anti-)-Hormontherapie mit Tamoxifen oder Aromataseinhibitoren effektiver werden.
Autoreninformation
Autoren
Abteilungen
- 1 Frauenarzt, Onkologie, Endokrinologie, Immunologie, Umweltmedizin, München,
- 2 Allgemeinarzt, klinische Metalltoxikologie, Umweltmedizin, Würzburg,
- 3 ehem. Ambulanz für Umweltmedizin, Universitäts-Frauenklinik Heidelberg, Netzwerk Frauengesundheit, Heidelberg,
- 4 emeritierter Ärztlicher Direktor der Frauenklinik, Klinikum Straubing, Akademisches Lehrkrankenhaus der TU München,
- 5 Ordinarius für Geburtshilfe und Gynäkologie, International University Oradea, Ärztlicher Direktor, Euclid Clinic, Oradea, Rumänien
Adresse
Prof. Dr. med C. Schulte-Uebbing
Umweltmedizinisches Therapiezentrum am Dom
Weinstraße 7a
D–80333 München
Email:
[email protected]
Citation
C. Schulte-Uebbing, P. Jennrich, I. Gerhard, V. Zahn und I.D. Craiut.Prävention des Mammakarzinoms – endokrinologische und toxikologische Aspekte. Die Rolle von Östrogendominanz, Schilddrüsenunterfunktion, Morbus Hashimoto, NNR-Schwäche, Progesteronund Insulinresistenz – mögliche Effekt. 2015; 27: 26-37. doi: 10.5414/PRX00474.