Verdauungskrankheiten, Jahrgang 33 - März/April (77 - 89)

Analabszess – Analfistel
A. Ommer
End- und Dickdarm-Zentrum, Essen

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DOI 10.5414/VDX00856

Abstrakt

Hintergrund: Analabszesse und Analfisteln sind häufig und manifestieren sich vor allem bei jungen männlichen Erwachsenen. Die fehlerhafte Behandlung kann zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität, insbesondere durch Beeinträchtigung der Stuhlkontinenz führen. Ergebnis: Den Ursprung von Abszessen und Fisteln bilden in der Regel die Proktodealdrüsen des Intersphinkterraumes. Von hier aus kann sich der Infekt bzw. die Fistel intersphinkter oder nach ischioanal bzw. supralevatorisch ausbreiten. Dabei stellt der Abszess das akute und die Fistel das chronische Stadium dar. In der Diagnostik sind die Anamnese und die klinische Untersuchung für die Operationsindikation als ausreichend anzusehen. Weiterführende Untersuchungen (Endosonografie, MRT) sollten bei komplexen Befunden erwogen werden. Der Analabszess sollte zeitnah operativ behandelt werden. Ziel ist die großzügige Drainage des Infektionsherdes unter Schonung der Schließmuskelstrukturen. Eine intraoperative Fistelsuche sollte nur sehr vorsichtig erfolgen. Oberflächliche Fisteln können durch einen erfahrenen Operateur primär gespalten werden. Bei unklaren Befunden oder hohen Fisteln soll die Sanierung immer in einem Zweiteingriff, gegebenenfalls nach Anlage einer Fadendrainage, erfolgen. Als Therapie der Analfistel stehen folgende operative Verfahren zur Verfügung: Fistelspaltung, Fadendrainage, plastische Rekonstruktion mit Sphinkternaht, Ligatur im intersphinkteren Spalt sowie Okklusion mit Biomaterialien. Die Gefahr der Kontinenzstörung bei einer Spaltung steigt mit der Menge des durchtrennten Sphinkteranteils. Bei allen hohen Analfisteln sollte deshalb ein schließmuskelschonendes Verfahren zur Anwendung kommen. Die Ergebnisse der verschiedenen Techniken zur plastischen Rekonstruktion sind weitgehend identisch. Für die Okklusion durch Biomaterialien ist insgesamt eine geringere Heilungsrate zu konstatieren.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • End- und Dickdarm-Zentrum, Essen

Adresse

Dr. med. A. Ommer
End- und Dickdarm-Zentrum Essen
Rüttenscheider Straße 66
D–45130 Essen
Email: [email protected]

Citation

A. Ommer.Analabszess – Analfistel. 2015; 33: 77-89. doi: 10.5414/VDX00856.

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