Pulmonale Berufserkrankungen und Rehabilitation
U. Ochmann1, N. Kotschy-Lang2, W. Raab3, D. Nowak1
1 Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial und Umweltmedizin, Ludwig-Maximilians-Universität, München, 2 Berufsgenossenschaftliche Klinik für Berufskrankheiten, Rehabilitationsklinik, Falkenstein, 3 Klinik für Berufskrankheiten der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, Rehabilitationsklinik, Bad Reichenhall
DOI 10.5414/ATX01914
Abstrakt
Hintergrund: Rehabilitation ist eine anerkannte Therapieoption bei Patienten mit chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen, evidenzbasiert finden sich Verbesserungen von körperlicher Leistungsfähigkeit, Atemwegssymptomen und Lebensqualität. Für berufsbedingte pneumologische Erkrankungen gibt es bislang nur wenige Informationen. Ziele: Ziel der Studie ist, Effekte und deren Nachhaltigkeit einer stationären Rehabilitationsmaßnahme bei Patienten mit unterschiedlichen pneumologischen Berufskrankheiten und teilweise komplexen Einschränkungen der Lungenfunktion zu evaluieren. Methode: Wir untersuchten 263 Patienten (Asthma bronchiale, Silikose, Asbestose, chronisch obstruktive Lungenerkrankung) mit einem 4-wöchigem stationärem Rehabilitationsprogramm und Folgeuntersuchungen nach 3 und 12 Monaten. Evaluiert wurden: Lungenfunktion, 6-Minuten-Gehtest (6MWD), maximale ergometrische Leistung (Wmax), Muskelkraft, Atemwegssymptome, Anzahl von Exazerbationen und assoziierten ärztlichen Konsultationen, Lebensqualität (SF-36, SGRQ), Ängstlichkeit und Depressivität (HADS), Luftnotempfinden (MRC, BDI/TDI). Ergebnisse: Verglichen mit den Ausgangsdaten fanden sich signifikante (p < 0,05) Verbesserungen von 6MWD, Wmax und Muskelkraft direkt nach Rehabilitation. Diese Effekte waren auch noch ein Jahr später nachweisbar, bei Asbestose geringer ausgeprägt. In dem Jahr nach Rehabilitation zeigte sich eine signifikante Reduktion der Exazerbationen um 35%, der antibiotischen Therapien bei Atemwegsinfekten um 27% und der Arztbesuche um 17% im Vergleich zum Jahr vor Rehabilitation. Bei den Fragebögen fanden sich keine Änderungen. Schlussfolgerung: Positive Effekte einer Rehabilitation mit anhaltender Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Reduktion der Inanspruchnahme des Gesundheitssystems können auch bei Patienten mit komplexen pneumologischen Berufskrankheiten gezeigt werden.
Autoreninformation
Autoren
Abteilungen
- 1 Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial und Umweltmedizin, Ludwig-Maximilians-Universität, München,
- 2 Berufsgenossenschaftliche Klinik für Berufskrankheiten, Rehabilitationsklinik, Falkenstein,
- 3 Klinik für Berufskrankheiten der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, Rehabilitationsklinik, Bad Reichenhall
Adresse
Dr. med. Uta Ochmann
Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin
Ludwig-Maximilians-Universität
Ziemssenstraße 1
D-80336 München
Email:
[email protected]
Citation
U. Ochmann, N. Kotschy-Lang, W. Raab und D. Nowak.Pulmonale Berufserkrankungen und Rehabilitation. 2014; 40: 164-179. doi: 10.5414/ATX01914.