Verdauungskrankheiten, Jahrgang 31 - Januar/Februar (10 - 17)

Wann sind Stenosen und Fisteln bei Morbus Crohn eine Operationsindikation?
C. Möbius, G. Schumacher
Chirurgische Klinik, Städtisches Klinikum Braunschweig gGmbH

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DOI 10.5414/VDX00762

Abstrakt

Einleitung: Der Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, der durch eine genetische Prädisposition in Zusammenhang mit einer Hyperaktivierung des mukosalen Immunsystems entsteht. Die klinische Symptomatik unterscheidet sich durch einen unterschiedlichen Schweregrad und eine unterschiedliche Erscheinungsform. Die Therapie basiert auf einer medikamentösen, chirurgischen oder einer Kombinationstherapie, sie sollte stets interdisziplinär abgestimmt sein. Bedeutung der Chirurgie: Die Chirurgie ist ein wesentlicher Bestandteil der Therapie, auch wenn sie nicht kausal ist. Die Anzahl der Eingriffe ist trotz neuer Medikamente gleich geblieben, das laparoskopische Vorgehen zeigt deutliche Vorteile gegenüber der konventionellen Chirurgie, das Verfahren hat jedoch keinen Einfluss auf den Verlauf des Morbus Crohn. Im Vergleich zur herkömmlichen intestinalen Chirurgie ist die Crohn-Chirurgie mit einer höheren Morbidität behaftet. Chirurgie bei Stenosen: Stenosen können beim Morbus Crohn inflammatorisch oder fibrosierend- stenosierend sein, wobei insbesondere die kurzstreckige isolierte inflammatorische Stenose im terminalen Ileum oder die Fibrose einer chirurgischen Therapie gut zugänglich sind. Chirurgie bei intraabdominellen Fisteln: Intraabdominelle Fisteln werden nach ihrem Verlauf klassifiziert, wobei spezielle Fisteln eine absolute Operationsindikation sind, in Kombination mit einem Abszess aber zunächst interventionell drainiert und elektiv operiert werden sollten. Eine begleitende medikamentöse Therapie sollte stets in Erwägung gezogen werden. Chirurgie bei perianalen Fisteln: Perianale Fisteln sind häufig bei Morbus Crohn und können selten kausal therapiert werden, da sie ihren Ursprung im Crohn-befallenen Rektum haben und der Ursprungsherd somit sphinktererhaltend nicht therapiert werden kann. Häufig ist eine langjährige Fadendrainage nach akuter Abszess-Therapie notwendig.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • Chirurgische Klinik, Städtisches Klinikum Braunschweig gGmbH

Adresse

PD Dr. med. C. Möbius
Chirurgische Klinik
Städtisches Klinikum Braunschweig gGmbH
Salzdahlumer Straße 90
D–38126 Braunschweig
Email: [email protected]

Citation

C. Möbius und G. Schumacher.Wann sind Stenosen und Fisteln bei Morbus Crohn eine Operationsindikation?. 2013; 31: 10-17. doi: 10.5414/VDX00762.

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