Die Nephrotoxizität von isoosmolaren und niederosmolaren Kontrastmitteln ist bei Niedrigrisikopatienten gleich
T. Feldkamp1, D. Baumgart2, M. Elsner1,2, S. Herget-Rosenthal1, F. Pietruck1, R. Erbel2, T. Philipp1, A. Kribben1
1 Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, 2 Klinik für Kardiologie, Universitätsklinikum Essen
DOI 10.5414/NHP36530
Abstract
Hintergrund: Immer häufiger ist eine kontrastmittelinduzierte Nephropathie (KIN) die Ursache für ein im Krankenhaus erworbenes akutes Nierenversagen. Sie erhöht die Mortalität signifikant. Man ist sich nicht sicher, ob die Verwendung von isoosmolaren Kontrastmitteln anstelle von niederosmolaren Kontrastmitteln mit einer Verringerung der KIN-Inzidenz assoziiert wäre. Aus diesem Grund verglichen wir die Nephrotoxizität des isoosmotischen Kontrasmittels Iodixanol mit der des niederosmotischen Kontrastmittels Iopromid bei Patienten, die während einer Koronarangiographie ein Kontrastmittel erhielten. Methoden: In dieser prospektiven Doppelblindstudie wurden 221 Patienten mit normaler Nierenfunktion untersucht, die während einer Koronarangiographie bis zu 1.000 ml Kontrastmittel erhielten. Die Auswirkung von Iodixanol und Iopromid auf die Induzierung einer Kontrastmittelnephropathie wurde verglichen. Vor der Verabreichung des Kontrastmittels erhielten die Patienten 800 ml Flüssigkeit oral und nach der Kontrastmittelverabreichung 1.000 ml Kochsalzlösung. 24 Stunden vor und 48 Stunden nach der Kontrastmittelverabreichung wurden Kreatinin-Clearance, Serumkreatinin und die Konzentration von N-acetyl-b-D-Glucosaminidase (NAG) im Urin gemessen. Eine 20%ige Verringerung der Kreatinin-Clearance, ein 25%iger Antstieg des Serumkreatinins und ein 20%iger Anstieg der NAG-Konzentration im Urin wurden als KIN definiert. Ergebnisse: Die Inzidenz der anhand von verringerter Kreatinin-Clearance festgestellten KIN lag in der Iopromidgruppe bei 22,2% und in der Iodixanolgruppe bei 19,7%. Eine durch erhöhtes Serumkreatinin definierte KIN trat in der Iopromidgruppe bei 6,9% und in der Iodixanolgruppe bei 8,6% der Patienten auf. Die Differenz zwischen den beiden Gruppen war nicht signifikant. Eine Subgruppenanalyse der Patienten mit Diabetes bzw. der Patienten, die hohe Kontrastmitteldosen erhalten hatten, ergaben bezüglich der KIN-Inzidenz keine signifikante Differenz zwischen den beiden Kontrastmitteln. Schlussfolgerung: Die Inzidenz einer KIN war in unserer Studienpopulation für das isoosmolare und das niederosmolare Kontrastmittel gleich hoch. Bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr hat die Wahl von Iopromid bzw. Iodixanol bei Patienten mit normaler Nierenfunktion keine Auswirkung auf das Risiko, eine KIN zu entwickeln, selbst wenn die Patienten an Diabetes leiden oder hohe Kontrastmitteldosen von mehr als 500 ml erhalten.
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- 1 Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten,
- 2 Klinik für Kardiologie, Universitätsklinikum Essen
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Dr. med. T. FeldkampKlinik für Nieren- und HochdruckkrankheitenUniversitätsklinikum EssenHufelandstraße 55D–45122 Essen
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T. Feldkamp, D. Baumgart, M. Elsner, S. Herget-Rosenthal, F. Pietruck, R. Erbel, T. Philipp und A. Kribben.Die Nephrotoxizität von isoosmolaren und niederosmolaren Kontrastmitteln ist bei Niedrigrisikopatienten gleich. 2007; 36: 530-539. doi: 10.5414/NHP36530.