Klinische Relevanz mikrobiologischer Befunde*
W. Pfister
Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Jena
DOI 10.5414/NHP36258
Abstract
Neben der Anamnese, den Ergebnissen der klinischen Untersuchung und der Feststellung einer Leukozyturie ist die mikrobiologische Urinuntersuchung mit dem Nachweis einer Bakteriurie entscheidend für die Diagnose einer Harnwegsinfektion. Wegen der in den letzten Jahren deutlich zu beobachtenden Zunahme der Zahl antibiotikaresistenter Erreger nosokomialer aber auch ambulant erworbener Harnwegsinfektionen gewinnt die schnelle und zuverlässige Identifikation der Infektionserreger sowie die rasche Bestimmung deren Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika wieder an Bedeutung. Bei konsequenter Vermeidung von Fehlern in der Präanalytik und bei Anwendung einer optimalen Labormethodik und -logistik kann die quantitative mikrobiologische Urindiagnostik neben der zuverlässigen Klärung der Frage, ob überhaupt eine Harnwegsinfektion vorliegt, auch Ergebnisse liefern, die zeitnah die Therapieentscheidung des Klinikers beeinflussen und modifizieren können. Damit ist nicht nur eine optimierte individuelle Behandlung des einzelnen Patienten möglich, sondern es kann auch durch die Vermeidung des häufig ungezielten Einsatzes von Antibiotika der damit verbundenen Resistenzzunahme uropathogener Erreger, die ihrerseits wiederum unvermeidlich zu einer steigenden Zahl von Therapieversagern führen muss, vorgebeugt werden.
*Nach einem Vortrag anläßlich des Internationalen Symposiums “Harnwegsinfektionen”, 22. – 24. Juni 2006, Weimar.
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- Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Jena
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Prof. Dr. med. W. PfisterInstitut für Medizinische MikrobiologieUniversitätsklinikum JenaSemmelweisstraße 4D-07740 Jena
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W. Pfister.Klinische Relevanz mikrobiologischer Befunde*. 2007; 36: 258-261. doi: 10.5414/NHP36258.