Editorial: Harnwegsinfektionen
Reinhard Fünfstück, Weimar, Kurt G. Naber, Straubing, Jörg Hacker, Würzburg
DOI 10.5414/NHP36251
Abstract
Harnwegsinfektionen gehören zu den häufigsten bakteriell bedingten Erkrankungen. Ärzte fast aller Fachrichtungen haben Patienten mit derartigen Infektionen zu betreuen. Erkenntnisse zur Pathogenese der Erkrankung führen zu einem besseren Verständnis der Krankheitsverläufe und zu einer umfassenderen Bewertung individueller Risikofaktoren. Neue Forschungsergebnisse, insbesondere auf dem Gebiet der molekularen Infektionsbiologie, tragen dazu bei, die Pathogenität und Virulenz der Mikroorganismen besser zu verstehen. Seitens des Wirtsorganismus werden die Steuerungsmechanismen der Infektabwehr besser charakterisiert; die Rolle einzelner Faktoren kann zunehmend umfassender identifiziert werden.
Ergebnisse der Pathogenitätsforschung machen es auch möglich, rationalere Diagnostikverfahren zu etablieren und sinnvolle Behandlungsstrategien, sowohl bei unkomplizierten als auch bei komplizierten Harnwegsinfektionen zu entwickeln. Jede Therapieentscheidung muss sich jedoch an dem klinischen Bild der Erkrankung, deren Lokalisation und an dem individuellen Infektionsrisiko des betroffenen Patienten orientieren.
Für die klinische Praxis ist es wichtig, die aktuellen Ergebnisse der Forschung auf dem Gebiet der Epidemiologie, Ätiologie und Pathogenese von Harnwegsinfektionen im Kontext zu interpretieren. Basierend auf diesen Daten sollten sich praktische Empfehlungen zur sinnvollen Diagnostik und Therapie der verschiedenen Formen der Harnwegsinfektionen ableiten lassen.
Zwei Ausgaben der Fachzeitschrift “Nieren- und Hochdruckkrankheiten” beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit dem Thema “Harnwegsinfektion”. Die Autoren haben ihre Arbeiten bereits bei dem internationalen Symposium “Harnwegsinfektionen” im Sommer vergangenen Jahres in Weimar mit den Tagungsteilnehmern intensiv und zum großen Teil auch kontrovers diskutiert. Wichtige Beiträge des Treffens werden in diesen Ausgaben von “Nieren- und Hochdruckkrankheiten” publiziert.
Die Herausgeber bedanken sich herzlich bei allen Autoren für die Zusammenarbeit. Mit ihrer Hilfe ist es möglich geworden, das Thema Harnwegsinfektionen aus der Sicht unterschiedlichster Fachgebiete ausführlich zu behandeln.
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Prof. Dr. med. R. FünfstückKlinik für Innere Medizin 1Klinikum WeimarHenry-van-de-Velde-Straße 2D-99425 Weimar
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Citation
Reinhard Fünfstück, Weimar, Kurt G. Naber, Straubing, und Jörg Hacker, Würzburg.Editorial: Harnwegsinfektionen. 2007; 36: 251-251. doi: 10.5414/NHP36251.