Risikowahrnehmung von Beschäftigten im Friseurhandwerk hinsichtlich der Entwicklung von Handekzemen
A. Alberts1, 2, C. Skudlik1, 2, 3, S.M. John1, 2, 3, C. Bieck1, 2
1 Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2 Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Institut für Gesundheitsforschung und Bildung (IGB), Universität Osnabrück, 3 Niedersächsisches Institut für Berufsdermatologie (NIB), Osnabrück
DOI 10.5414/DBX00473
Abstract
Einleitung: Beschäftigte im Friseurhandwerk unterliegen einem erhöhten Risiko, beruflich bedingte Handekzeme zu entwickeln. Für die Anwendung von Schutzmaßnahmen im Berufsalltag ist die Wahrnehmung von Gesundheitsrisiken relevant.
Methodik: Durchführung einer empirischen Untersuchung mithilfe eines vollstandardisierten Online-Fragebogens von Februar bis März 2024.
Ergebnisse: 285 Beschäftigte im Friseurhandwerk nahmen an der Befragung teil. Das Risiko der Entwicklung eines beruflich bedingtes Handekzem wird von 63,4% der Antwortenden als wahrscheinlich wahrgenommen (kumulierte Darstellung der Antwortoptionen mittelmäßig wahrscheinlich, eher wahrscheinlich, wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich). Die Mehrheit der Antwortenden denkt, dass das Shampoonieren (64,6%) und das Dauerwellen der Haare (62,8%) das Risiko für die Entwicklung eines Handekzems erhöhen. Das Färben der Haare mit permanenten Haarfärbemitteln wird von 56,8%, das Färben der Haare mit semi-permanenten Haarfärbemitteln von 55,4%, das Blondieren der Haare von 54,7% und das Schneiden von nassem Haar von 52,6% der Teilnehmer mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines Handekzems assoziiert. 84,9% der Teilnehmer bejahen, dass das Tragen von Schutzhandschuhen vor der Entwicklung eines Handekzems schützt.
Diskussion: Das Risiko für die Entwicklung eines beruflich bedingten Handekzems wird häufiger bei den Dienstleistungen als erhöht wahrgenommen, die im Zusammenhang mit Feuchtarbeit und der Anwendung von Friseurprodukten (zum Beispiel Shampoo, Haarfärbemittel, Wellmittel) stehen. Bezüglich der Präventionsmaßnahmen werden insbesondere das Tragen von Schutz- und Baumwollunterziehhandschuhen als Schutzfaktoren wahrgenommen.
Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse der vorliegenden Befragung mit orientierendem Charakter können als Grundlage für weitere Aufklärungsarbeit sowie zur Adaption präventiver Konzepte genutzt werden. Gezeigt werden konnte, dass ein erheblicher Teil der Beschäftigten im Friseurhandwerk das Risiko, durch bestimmte Dienstleistungen ein beruflich bedingtes Handekzem entwickeln zu können, nicht korrekt einschätzt bzw. sogar unterschätzt. Es ist davon auszugehen, dass eine Stärkung der Risikowahrnehmung das Gesundheitsverhalten positiv beeinflussen würde, sodass Beschäftigte im Friseurhandwerk bei Tätigkeiten, die das Risiko für die Entwicklung eines Handekzems erhöhen, Schutzmaßnahmen ergreifen.
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Departments
- 1 Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück,
- 2 Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Institut für Gesundheitsforschung und Bildung (IGB), Universität Osnabrück,
- 3 Niedersächsisches Institut für Berufsdermatologie (NIB), Osnabrück
Address
PD Dr. rer. nat. Cara Bieck (geb. Symanzik), B.Sc., M.Ed.
und
Antje Alberts, B.Sc., M.Ed.
Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) und
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie
Institut für Gesundheitsforschung und Bildung
(IGB) an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email:
[email protected]; [email protected]
Citation
A. Alberts, C. Skudlik, S.M. John und C. Bieck.Risikowahrnehmung von Beschäftigten im Friseurhandwerk hinsichtlich der Entwicklung von Handekzemen. 2024; 72: 135-146. doi: 10.5414/DBX00473.