Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 72 (2024) - 3. Quartal (119 - 134)

Erfolgreiche Intervention zur Prävention von Fußdermatosen bei Patienten und Patientinnen mit berufsbedingten Hauterkrankungen: Ergebnisse einer prospektiven Kohortenstudie zur Evaluation einer individuellen Fußschutz- und Fußhygien
R. Brans1, 2, S.M. John1, 2, A. Wilke1, 2, A. Hübner1, 2
1 Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2 Institut für Gesundheitsforschung und Bildung (IGB), Abteilung für Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück

   

 

DOI 10.5414/DBX00472

Abstract

Hintergrund: Die etablierten Maßnahmen zur Prävention von Berufsdermatosen sind auf Hauterkrankungen an den Händen ausgerichtet. Da Berufsdermatosen auch an den Füßen auftreten, wurde eine individuelle Fußschutz- und Fußhygieneberatung (FSB) entwickelt.
Methoden: In einer prospektiven Kohortenstudie ohne Kontrollgruppe (­OCCUPES) wurden die Effektivität dieser Intervention und mögliche Einflussfaktoren untersucht. Hierzu wurden 231 Personen mit Fußdermatose (FD) (70,6% Männer) zwischen Januar 2016 und Dezember 2019 bei FSB-Teilnahme rekrutiert. Neben klinischen Untersuchungen erfolgten Fragebogenerhebungen mit Nachbefragungen nach 6 und 12 Monaten.
Ergebnisse: Überwiegend wurden Fußekzeme diagnostiziert (75,8%). Es wurde festgestellt, dass die FD mit einer langen Krankheitsdauer, einer hohen Zahl an Arbeitsunfähigkeitstagen, verminderter Lebensqualität sowie erheblichem Juckreiz und Schmerzen einhergehen. Bei ca. einem Viertel der Fälle war ein Kausalzusammenhang zwischen der FD und der beruflichen Tätigkeit wahrscheinlich. Am häufigsten wurde bei diesen ein irritatives Kontaktekzem an den Füßen diagnostiziert. An beiden Nachbefragungen nahmen > 70% teil. Die Verwendung von Funktionssocken und der Wechsel des Schuhwerks und der Socken während der Arbeitszeit hatten signifikant zugenommen (alle p < 0,001). Beschwerden über das Schuhwerk wurden seltener angegeben. Die FD verbesserte sich bei > 60%, während die Lebensqualität zunahm. Nach 12 Monaten wurden alle Fußsymptome signifikant seltener berichtet: Juckreiz (p = 0,009), Schmerzen beim Laufen (p = 0,005), Schmerzen in Ruhe (p = 0,015) und Fußgeruch (p = 0,001).
Schlussfolgerung: Durch Teilnahme an der FSB konnten das berufliche Schuhwerk und das Fußschutzverhalten verbessert sowie die mit der Fußdermatose einhergehenden Beschwerden reduziert werden. Daher sollte die FSB in die reguläre Versorgung von Personen mit Berufsdermatosen integriert werden.

Author Details

Authors

Departments

  • 1 Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück,
  • 2 Institut für Gesundheitsforschung und Bildung (IGB), Abteilung für Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück

Address

Prof. Dr. med. Richard Brans
Institut für interdisziplinäre Dermatologische
Prävention und Rehabilitation (iDerm)
an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]

Citation

R. Brans, S.M. John, A. Wilke und A. Hübner.Erfolgreiche Intervention zur Prävention von Fußdermatosen bei Patienten und Patientinnen mit berufsbedingten Hauterkrankungen: Ergebnisse einer prospektiven Kohortenstudie zur Evaluation einer individuellen Fußschutz- und Fußhygien. 2024; 72: 119-134. doi: 10.5414/DBX00472.

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