Originalarbeit
Lebende Zellen sichtbar machen – Vitalfärbungen für die botanische Mikroskopie
R. Sturm
Price
42.00 $
Jahrgang 13 (2026) p. 145 - 153
Abstract
Mikroskopie, Jahrgang 13, Nr. 3/2026, S. 145-153
Lebende Zellen sichtbar machen – Vitalfärbungen für die botanische Mikroskopie
R. Sturm
Die Vitalfärbung stellt eine einfache und zugleich wirkungsvolle Methode dar, um lebende Pflanzenzellen mikroskopisch zu untersuchen. Im Gegensatz zu klassischen histologischen Färbungen erfolgt die Anfärbung hierbei an intakten, physiologisch aktiven Zellen, sodass Struktur und Funktion unmittelbar beobachtet werden können. Die Aufnahme und Speicherung der Farbstoffe wird wesentlich durch die Permeabilität der Zellmembranen sowie durch physikalisch-chemische Eigenschaften der verwendeten Farbstoffe bestimmt. Anhand einfacher Versuchsansätze lassen sich unterschiedliche Zellkompartimente selektiv sichtbar machen. Besonders geeignet ist hierfür der Farbstoff Neutralrot, dessen Färbeverhalten stark vom pH-Wert des Mediums abhängt und der beispielsweise Zellkern, Zellwand oder Vakuole unterschiedlich hervorheben kann. Darüber hinaus ermöglichen elektive Vitalfärbungen die gezielte Darstellung bestimmter Zelltypen oder Gewebebereiche. Auch fluoreszierende Farbstoffe wie Acridinorange eröffnen zusätzliche Möglichkeiten der Darstellung. Der Beitrag gibt eine Einführung in die Grundlagen der Vitalfärbung und beschreibt leicht durchführbare Experimente, die sich sowohl für mikroskopische Studien als auch für den Unterricht eignen.Correspondence to:
Dr. Robert Sturm
Brunnleitenweg 41
5061 Elsbethen
Österreich
Buchbesprechung
„Die Bärtierchen“ (1980) und „Tardigrada Bärtierchen“ (2026) von Hartmut Greven
J. Piper
Jahrgang 13 (2026) p. 171 - 172
Abstract
Mikroskopie, Jahrgang 13, Nr. 3/2026, S. 171-178
„Die Bärtierchen“ (1980) und „Tardigrada Bärtierchen“ (2026) von Hartmut Greven
J. Piper
Originalarbeit
Mikroskopie von Hydra. Ein historischer Streifzug unter besonderer Berücksichtigung der Nematocyten
G. Hillmann
Price
42.00 $
Jahrgang 13 (2026) p. 154 - 170
Abstract
Mikroskopie, Jahrgang 13, Nr. 3/2026, S. 154-170
Mikroskopie von Hydra. Ein historischer Streifzug unter besonderer Berücksichtigung der Nematocyten
G. Hillmann
Nachdem Abraham Trembley im Jahr 1744 seine makroskopischen und mikroskopischen Studien über Hydra in Form einer umfangreichen Monografie publiziert hatte, wurden in den Jahren danach nur noch wenige mikroskopische Studien an diesen faszinierenden Organismen durchgeführt. Fast 100 Jahre später nahmen August Joseph Corda und Christian Gottfried Ehrenberg die mikroskopischen Studien mit zwischenzeitlich weiterentwickelten Geräten wieder auf. Danach erfolgte eine intensive Erforschung der im Wasser lebenden Organismen mit kontinuierlich verbesserten Mikroskopen und Erweiterungen der histologischen Techniken. In der vorliegenden Arbeit soll der historische Weg der mikroskopischen Forschung von Hydra an ausgewählten historischen Geräten nachvollzogen werden, unter besonderer Berücksichtigung der Nesselzellen (Cnidocyten) und der Wanderung der Algen in die Eizellen bei Hydra viridissima.Correspondence to:
Prof. Georg Hillmann, Schweden
Email: [email protected]
Kinesinopathien
Physiologie, Pathophysiologie und Klinik von Kinesinopathien als Beispiel seltener Erkrankungen
H.J. Koch und C. Raschka
Price
42.00 $
Jahrgang 38 (2026) p. 85 - 91
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 38, Nr. 3/2026, S. 85-91
Physiologie, Pathophysiologie und Klinik von Kinesinopathien als Beispiel seltener Erkrankungen
H.J. Koch1 und C. Raschka2#3
1Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im HBK Zwickau, 2Institut für Sportwissenschaft, Fakultät für Humanwissenschaften der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 3Gemeinschaftspraxis für Allgemeinmedizin Hünfeld
Kinesine sind motorische Proteine, die für den Transport von Zellbestandteilen entlang der Mikrotubuli verantwortlich sind und damit eine Schlüsselrolle für Funktion, Struktur und Teilung von Zellen spielen. Störungen dieser Transportprozesse durch genetische Defekte führen zu sogenannten Kinesinopathien, einer seltenen, aber zunehmend diagnostizierten Gruppe von Erkrankungen. Klinisch dominieren neurologische Syndrome wie Entwicklungsverzögerungen, Muskelhypotonie, Bewegungsstörungen oder periphere Neuropathien. Ihr Einfluss auf Zellteilung und Zellwachstum erklärt ihre Bedeutung in der Onkologie und im Stoffwechsel. Nach einer symptomorientierten Paneldiagnostik kann die Diagnose bei Verdacht meist humangenetisch gesichert werden. Therapeutisch stehen aktuell symptomatische Maßnahmen im Vordergrund, etwa Physiotherapie, medikamentöse Behandlung neurologischer Symptome und unterstützende Rehabilitation. Kausale Therapien befinden sich noch in der Entwicklung.Correspondence to:
Dr. med. Dr. rer. nat. Dipl.-Ing. (FH) Horst J. Koch, MFPM DCPSA MHBA
Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau
Karl-Keilstraße 35
08060 Zwickau
und
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Dr. Sportwiss. Christoph Raschka
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Judenbühlweg 11
97082 Würzburg
Email: horst.koch@hbk-zwickau-de; [email protected]
Prävention in der Nephrologie
Prävention von Nierenerkrankungen: Kontrolle und Optimierung der Gefäß-Risikofaktoren
H. Frank
Price
42.00 $
Jahrgang 38 (2026) p. 92 - 96
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 38, Nr. 3/2026, S. 92-96
Prävention von Nierenerkrankungen: Kontrolle und Optimierung der Gefäß-Risikofaktoren
H. Frank
Nephrologie und Dialyse, ANregiomed, Klinikum Ansbach
Die Niere ist ein Gefäßorgan.
Vaskuläre Schädigungen der Niere (Formen der Mikro- und Makroangiopathie), verursacht durch arterielle Hypertonie und Diabetes mellitus, machen einen Großteil der Ursachen der Dialysepflichtigkeit in Deutschland aus. Die Optimierung von Gefäßrisikofaktoren ist für nierenkranke Patienten aus drei Gründen indiziert:
1) Zur Primärprävention von gefäßbedingten Nierenerkrankungen ist es wichtig, dass alle Gefäßrisikofaktoren, also Faktoren des metabolischen Syndroms mit Bluthochdruck, Störungen des Glukosestoffwechsels, Hyper- und Dyslipidämie, körperlich inaktiver Lebensstil, übermäßige Kalorienzufuhr mit der Folge von Übergewicht und Adipositas, sowie weitere Faktoren wie Hyperurikämie und Rauchen vermieden bzw. optimal kontrolliert und therapiert werden.
2) Arterielle Hypertonie und Diabetes mellitus sind die hauptsächlichen Treiber für die Progression einer chronischen Niereninsuffizienz, unabhängig von der Genese der renalen Grunderkrankung. Auch aus diesem Grund ist es wichtig, dass durch optimale Einstellung der Risikofaktoren, insbesondere Erreichen des individuell optimalen Zielblutdrucks und Glukose-Stoffwechselkontrolle eine Progressionshemmung erreicht werden kann (Sekundärprävention). Die Einstellung der Risikofaktoren Bluthochdruck und Diabetes mellitus soll unter Auswahl von Substanzen mit organprotektiver Zielsetzung (Blocker des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems, SGL-T2-Hemmer, GLP1-Rezeptoragonisten) erfolgen.
3) Kardiovaskuläre Komplikationen sind Haupttodesursache bei nierenkranken Patienten. Die Gefäß-Risikofaktoren, allen voran arterielle Hypertonie und Diabetes mellitus, wirken sich sowohl für die Progression der CKD als auch für die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität negativ aus. Die Einstellung der vaskulären Risikofaktoren ist somit neben der renalen Progressionshemmung auch für die Optimierung der kardiovaskulären Prognose per se indiziert (Tertiärprävention).
Erstpublikation in Nieren- und Hochdruckkrankheiten, mit freundlicher Genehmigung der AutorenCorrespondence to:
Prof. Dr. med. Helga Frank, MHBA
ANregiomed, Klinikum Ansbach
Escherichstraße 1
91522 Ansbach
Email: [email protected]
Prävention in der Nephrologie
Prävention und Früherkennung des ANV im Krankenhaus und auf der Intensivstation
A. Harth und A. Jörres
Price
42.00 $
Jahrgang 38 (2026) p. 97 - 106
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 38, Nr. 3/2026, S. 97-106
Prävention und Früherkennung des ANV im Krankenhaus und auf der Intensivstation
A. Harth und A. Jörres
Medizinische Klinik I mit Nephrologie, Transplantationsmedizin und internistische Intensivmedizin, Klinikum Köln-Merheim der Universität Witten/Herdecke
Die akute Nierenschädigung (AKI) stellt ein zentrales Problem der stationären Medizin dar und ist das häufigste Organversagen bei im Krankenhaus behandelten Patient/-innen. Dabei ist das AKI keine monolithische Entität, sondern ein heterogenes Syndrom mit unterschiedlicher Ätiologie. Bereits milde AKI-Stadien sind assoziiert einem erhöhten Risiko für die Entwicklung oder Progression einer chronischen Nierenerkrankung und gehen mit einer signifikant erhöhten Mortalität einher. Dennoch wird das AKI im klinischen Alltag oft verspätet diagnostiziert oder bleibt gänzlich unerkannt. Dies gilt in besonderem Maße für ältere Patient/-innen mit eingeschränkter renaler Reserve, bei denen Veränderungen des Serumkreatinins nicht selten verzögert auftreten und klinisch unterschätzt werden. Vor diesem Hintergrund kommen der strukturierten Früherkennung und Prävention des AKI im Krankenhaus und auf der Intensivstation eine entscheidende Bedeutung zu.
Erstpublikation in Nieren- und Hochdruckkrankheiten, mit freundlicher Genehmigung der AutorenCorrespondence to:
Prof. Dr. Achim Jörres
Medizinische Klinik I mit Nephrologie, Transplantationsmedizin und internistische Intensivmedizin
Klinikum Köln-Merheim der Universität Witten/Herdecke
Ostmerheimer Str. 200
51109 Köln
Email: [email protected]
Prävention in der Nephrologie
Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz zur Prävention und Früherkennung in der Nephrologie
B. Hohenstein
Price
42.00 $
Jahrgang 38 (2026) p. 107 - 112
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 38, Nr. 3/2026, S. 107-112
Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz zur Prävention und Früherkennung in der Nephrologie
B. Hohenstein
Nephrologisches Zentrum Villingen-Schwenningen
Die chronische Nierenkrankheit (CKD) entwickelt sich mit weltweit steigenden Fallzahlen zu einer massiven gesundheitsökonomischen Belastung. In Deutschland stoßen konventionelle Screening-Methoden aufgrund des demographischen Wandels und des Ärztemangels zunehmend an ihre Grenzen. Da die CKD lange symptomlos verläuft, ist ein Übergang von reaktiver Medizin zu proaktivem, KI-gestütztem Präventionsmanagement essenziell. Künstliche Intelligenz (KI) und Large Language Models (LLM) bieten enorme Chancen für die Risiko-Stratifizierung, stehen jedoch vor Hürden wie dem „Black-Box-Problem“, mangelnder Erklärbarkeit und datenschutzrechtlichen Bedenken (DSGVO-Konformität). Während die Primärprävention durch Expertenvalidierung (Human-in-the-Loop) abgesichert werden muss, verspricht die KI-basierte Entscheidungsunterstützung in der Sekundärprävention (zum Beispiel eGFR-Slope-Prädiktion) den größten kurzfristigen Nutzen. Ziel muss die Integration validierter, regulatorisch sicherer Systeme in die Regelversorgung sein.
Erstpublikation in Nieren- und Hochdruckkrankheiten, mit freundlicher Genehmigung der AutorenCorrespondence to:
Prof. Dr. med. Bernd Hohenstein
Nephrologisches Zentrum Villingen-Schwenningen
Albert-Schweitzer-Str. 6
78052 Villingen-Schwenningen
Email: [email protected]
Prävention in der Nephrologie
Die Rolle der Genetik bei der Prävention von Nierenerkrankungen
M. Kleber
Price
42.00 $
Jahrgang 38 (2026) p. 113 - 120
Abstract
Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 38, Nr. 3/2026, S. 113-120
Die Rolle der Genetik bei der Prävention von Nierenerkrankungen
M. Kleber
SYNLAB MVZ Humangenetik Mannheim GmbH, Zentrum für Humangenetik Mannheim (ZHMA), Mannheim
Chronische Nierenerkrankungen (Chronic kidney disease; CKD) zählen weltweit zu den am stärksten zunehmenden nichtübertragbaren Erkrankungen. Neben Umwelt- und Lebensstilfaktoren spielt genetische Suszeptibilität eine wichtige Rolle in der Entstehung und Progression der CKD. In den letzten Jahren hat die genetische Diagnostik erheblich an Bedeutung gewonnen und ermöglicht nicht nur eine präzisere ätiologische Einordnung unklarer Nierenerkrankungen, sondern auch eine frühzeitige Risikostratifizierung und präventive Maßnahmen. Monogene Ursachen können insbesondere bei ausgewählten Patientengruppen einen relevanten Anteil der CKD erklären und therapeutische sowie prognostische Konsequenzen haben. Darüber hinaus tragen komplexe genetische Risikofaktoren, wie APOL1-Varianten oder polygene Risikoscores, zur individuellen Risikoabschätzung bei. Während genetische Analysen zunehmend zur Präzisionsnephrologie beitragen, bestehen weiterhin Herausforderungen hinsichtlich Interpretation, klinischer Implementierung und ethischer Aspekte. Dieser Minireview fasst aktuelle Erkenntnisse zur Rolle genetischer Faktoren in der Prävention und Früherkennung von Nierenerkrankungen zusammen und diskutiert deren potenzielle Bedeutung für die klinische Praxis.
Erstpublikation in Nieren- und Hochdruckkrankheiten, mit freundlicher Genehmigung der AutorenCorrespondence to:
Dr. rer. nat. Marcus Kleber
SYNLAB MVZ Humangenetik Mannheim GmbH
Zentrum für Humangenetik Mannheim (ZHMA)
Harrlachweg 1
68163 Mannheim
Email: [email protected]
Editorial
Die späte Karriere eines Abfallprodukts
P.M. Lepper und G. Michels
Jahrgang 51 (2026) p. 117 - 118
Abstract
Intensiv- und Notfallbehandlung, Jahrgang 51, Nr. 3/2026, S. 117-118
Die späte Karriere eines Abfallprodukts
P.M. Lepper und G. Michels
Übersicht
Emergency Front of Neck Access in der Notfall- und Intensivmedizin
L. Ünlü und S. Ruthardt
Price
42.00 $
Jahrgang 51 (2026) p. 119 - 124
Abstract
Intensiv- und Notfallbehandlung, Jahrgang 51, Nr. 3/2026, S. 119-124
Emergency Front of Neck Access in der Notfall- und Intensivmedizin
L. Ünlü und S. Ruthardt
Zentrum für Notfall- und Rettungsmedizin, Universitäts-Notfallzentrum, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg im Breisgau
Hintergrund: Der emergency Front of Neck Access (eFONA) ist eine potenziell lebensrettende high-acuity, low-occurrence (HALO)-Prozedur.
Ziel: Praxisorientierte Übersicht zu Indikation, Vorbereitung, Technik und Training.
Methodik: Narrative Literaturübersicht zu eFONA.
Ergebnisse: Eine rechtzeitige eFONA-Anlage erfordert technische und nichttechnische Vorbereitung. Individuell fördern regelmäßiges praktisches Training und mentale Simulation die Handlungsbereitschaft. Auf Systemebene unterstützen eine einheitliche Terminologie, definierte Wechselkriterien und ein standardisiertes eFONA-Set die rechtzeitige Durchführung. Chirurgische Skalpell-Bougie-Techniken werden gegenüber Nadeltechniken bevorzugt; die Scalpel-Finger-Bougie-Technik ermöglicht eine taktile Lagebestätigung und kontrollierte Bougieeinführung.
Schlussfolgerung: Bei jeder Notfallintubation sollte eFONA antizipiert, risikoadaptiert vorbereitet und regelmäßig trainiert werden.Correspondence to:
Dr. Dr. med. univ. Luca Ünlü
Zentrum für Notfall- und Rettungsmedizin
Universitätsnotfallzentrum
Universitätsklinikum Freiburg
Hugstetter Straße 55
79106 Freiburg im Breisgau
Email: [email protected]
Übersicht
Bauchlagerung beim akuten Lungenversagen des Erwachsenen: Physiologie, Indikationsstellung und praktisches Vorgehen – ein aktualisierter Überblick
S. Mang, G. Michels, H. Bracht und P.M. Lepper
Price
42.00 $
Jahrgang 51 (2026) p. 126 - 139
Abstract
Intensiv- und Notfallbehandlung, Jahrgang 51, Nr. 3/2026, S. 126-139
Bauchlagerung beim akuten Lungenversagen des Erwachsenen: Physiologie, Indikationsstellung und praktisches Vorgehen – ein aktualisierter Überblick
S. Mang1, G. Michels2, H. Bracht3 und P.M. Lepper1
1Universitätsklinik für Innere Medizin, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin, Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld, Bielefeld, 2Notfallzentrum, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier, Medizincampus Trier der Universitätsmedizin Mainz, Trier, 3Universitätsklinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin, Transfusionsmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld, Bielefeld
Seit den 1970er Jahren zählt die Bauchlagerung zu den effektivsten Therapiemaßnahmen im ARDS. Ihre physiologische Rationale fußt auf einer kombinierten Einwirkung auf die Compliances von Lunge und Thorax, die alveoläre Rekrutierung, die pulmonale Hämodynamik und das Ventilations-Perfusions-Mismatch der ARDS-Lunge. Unter Beachtung der relativen Kontraindikationen hat sich die Bauchlagerung neben der protektiven Beatmung von einem physiologischen Konzept zu einem von zwei allgemein als mortalitätssenkendend anerkannten Verfahren im ARDS emanzipiert. Die Autoren geben daher auch konkrete Handlungsempfehlungen für eine Bauchlagerung invasiv beatmeter Patienten. Die Wach-Bauchlagerung wurde während der COVID-19-Pandemie intensiv erforscht und wird gerade von der multizentrischen, nationalen PROSA-Studie weiter untersucht. Die Fortführung der Bauchlagerung an extrakorporalen Gasaustauschverfahren liegt physiologisch nahe, bleibt in RCTs wie der PRONECMO-Studie jedoch bisher hinter den Erwartungen zurück. Der Artikel schließt mit einem Ausblick auf die gegenwärtige Studienlandschaft unter Berücksichtigung der transpulmonalen Druckmessung und der elektrischen Impedanztomographie unter Bauchlage im ARDS.Correspondence to:
Dr. med. Sebastian Mang
Universitätsklinik Ostwestfalen-Lippe
Campus Bielefeld-Bethel
Klinik für Innere Medizin, Pneumologie und internistische Intensivmedizin
Burgsteig 13
333617 Bielefeld
Email: [email protected]
Übersicht
Brauchen wir High-Flow-Sauerstoff bei akutem respiratorischem Versagen noch? Ein praxisorientierter Leitartikel zur klinischen Entscheidungsfindung
S. Mang, H. Bracht, G. Michels und P.M. Lepper
Price
42.00 $
Jahrgang 51 (2026) p. 140 - 150
Abstract
Intensiv- und Notfallbehandlung, Jahrgang 51, Nr. 3/2026, S. 140-150
Brauchen wir High-Flow-Sauerstoff bei akutem respiratorischem Versagen noch? Ein praxisorientierter Leitartikel zur klinischen Entscheidungsfindung
S. Mang1, H. Bracht2, G. Michels3 und P.M. Lepper1
1Universitätsklinik für Innere Medizin, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin, Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld, Bielefeld, 2Universitätsklinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Notfallmedizin, Transfusionsmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld, Bielefeld, 3Notfallzentrum, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier, Medizincampus Trier der Universitätsmedizin Mainz, Trier
Nach der FLORALI-Studie 2015 hat sich High-Flow-Sauerstoff global auf Intensiv- und Überwachungsbereichen etabliert. Nach der initialen Eurphoe haben einschlägige RCTs und systematische Reviews den Stellenwert von HFNO relativiert. Die 2026 publizierte Frat-Arbeit aus Frankreich demonstrierte klar eine insignifikante Tendenz zu weniger Intubationen, jedoch keine Mortalitätssenkung durch HFNO. Dieser Artikel beleuchtet die physiologische Rationale von HFNO und leitet daraus ab, weswegen eine Sterblichkeitsreduktion im hypoxämischen Versagen durch HFNO nicht erwartet werden darf. Er zeigt die individuellen Stärken und Schwächen des Verfahrens auf und gibt konkrete Handlungsanweisungen im Umgang mit HFNO und NIV bei differenzierten Patientengruppen.Correspondence to:
Dr. med. Sebastian Mang
Universitätsklinik Ostwestfalen-Lippe
Campus Bielefeld-Bethel
Klinik für Innere Medizin, Pneumologie und internistische Intensivmedizin
Burgsteig 13
333617 Bielefeld
Email: [email protected]
Übersicht
Mehr als 45 Jahre Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin – Entwicklungen, Meilensteine und Perspektiven
P. Sefrin, B. Ryska, A. Scheuermann, A. Geckeler, R. Wunderlich und A. Follmann
Price
42.00 $
Jahrgang 51 (2026) p. 151 - 158
Abstract
Intensiv- und Notfallbehandlung, Jahrgang 51, Nr. 3/2026, S. 151-158
Mehr als 45 Jahre Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin – Entwicklungen, Meilensteine und Perspektiven
P. Sefrin1, B. Ryska1, A. Scheuermann1, A. Geckeler1, R. Wunderlich1#2 und A. Follmann1#3
1Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin e.V. (DGKM), Kirchseeon, 2Klinik für Anästhesiologie, Uniklinik RWTH Aachen, Aachen, 3Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen
Die Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM) wurde 1980 in München als wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft gegründet. Ihre Entwicklung spiegelt den Wandel der Katastrophenmedizin in Deutschland wider: von der fachlichen Etablierung und Krankenhauskatastrophenplanung über internationale humanitäre Hilfe, biologische Gefahren und Terrorismus bis zur Standardisierung von Sichtung und Vorsichtung. Der Beitrag zeichnet zentrale Entwicklungslinien der Gesellschaft nach und würdigt ihre Mitwirkung an Ausbildung, fachwissenschaftlicher Beratung und interdisziplinärer Vernetzung. Mit dem Deutschen Kongress für Katastrophenmedizin und dem MANV-Register setzt die DGKM aktuelle Schwerpunkte auf wissenschaftlichen Austausch, systematisches Lernen aus Einsatzlagen und die evidenzorientierte Weiterentwicklung des gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes.Correspondence to:
PD Dr. med. Andreas Follmann
Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin e.V.
Wassenburger Str. 59
85614 Kirchseeon
Email: [email protected]
Jahrgang 51 (2026) p. 159 - 162
Abstract
DGKM-Mitteilungen
Nephrogenetik 2026
Editorial: Nephrogenetik – Präzisionsmedizin zwischen Forschung und Patientenbetreuung
M. Nagel
Jahrgang 55 (2026) p. 413 - 414
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 10/2026, S. 413-414
Editorial: Nephrogenetik – Präzisionsmedizin zwischen Forschung und Patientenbetreuung
M. Nagel
Nephrogenetik 2026
Die Einbindung genetischer Diagnostik in die nephrologische Praxis: eine differenzierte Übersicht
J. Nagel
Price
42.00 $
Jahrgang 55 (2026) p. 415 - 418
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 10/2026, S. 415-418
Die Einbindung genetischer Diagnostik in die nephrologische Praxis: eine differenzierte Übersicht
J. Nagel
Zentrum für Nephrologie und Stoffwechsel, Weißwasser
Die chronische Nierenerkrankung (CKD) stellt ein globales Gesundheitsproblem dar. Monogenetische Ursachen bedingen diese Erkrankung bei Erwachsenen in etwa 10% der Fälle und bei Kindern in bis zu 70% bestimmter Formen, insbesondere des steroidresistenten nephrotischen Syndroms, kongenitaler Anomalien der Nieren und Harnwege (CAKUT) sowie zystischer Nephropathien. Moderne Hochdurchsatz-Sequenzierungsverfahren haben die genetische Diagnostik zu einem integralen Bestandteil der nephrologischen Routinediagnostik gemacht. Sie ermöglicht nicht nur eine präzise ätiologische Klärung, sondern auch eine personalisierte Therapie, Prognoseabschätzung und Familienberatung. Die vorliegende Übersicht fasst den aktuellen Stand zur Implementierung genetischer Diagnostik in die klinische Nephrologie zusammen, basierend auf aktuellen Leitlinien und Studien (2022 – 2025), und berücksichtigt sowohl Chancen als auch Herausforderungen.Correspondence to:
Jaro Nagel
Zentrum für Nephrologie und Stoffwechsel
A.-Schweitzer-Ring 32
02943 Weißwasser
Email: [email protected]
Nephrogenetik 2026
Moderne Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen
M. Nagel
Price
42.00 $
Jahrgang 55 (2026) p. 419 - 428
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 10/2026, S. 419-428
Moderne Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen
M. Nagel
Zentrum für Nephrologie und Stoffwechsel, Weißwasser
Fettstoffwechselstörungen wurden in der Vergangenheit vor allem als Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und – seltener – für Pankreatitiden klinisch relevant. Im Mittelpunkt dieses Artikels stehen jedoch Fettstoffwechselstörungen als mögliche Hinweise auf seltene Erkrankungen. Durch die rasanten Fortschritte in der Molekulargenetik lassen sich seltene Erkrankungen heute zunehmend präziser diagnostizieren und gezielt behandeln. Auch wenn jede einzelne dieser Erkrankungen für sich genommen selten ist, treten sie insgesamt betrachtet vergleichsweise häufig auf. Verschiedene klinische Anzeichen können auf das Vorliegen einer seltenen Erkrankung hindeuten, wobei Fettstoffwechselstörungen eines dieser möglichen Warnsignale darstellen. Die bedeutendste – und gar nicht so seltene – Ursache eines gestörten Fettstoffwechsels ist die familiäre Hypercholesterinämie. Diese intensiv erforschte Erkrankung dient als Ausgangspunkt für die Entwicklung von Strategien zur Diagnostik und zum Management seltener Erkrankungen, die mit Fettstoffwechselstörungen einhergehen.Correspondence to:
Dr. med. Mato Nagel
Zentrum für Nephrologie und Stoffwechsel
A.-Schweitzer-Ring 32
02943 Weißwasser
Email: [email protected]
Nephrogenetik 2026
Rationale molekulargenetische Lp(a)- Diagnostik
M. Nagel
Price
42.00 $
Jahrgang 55 (2026) p. 429 - 439
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 10/2026, S. 429-439
Rationale molekulargenetische Lp(a)- Diagnostik
M. Nagel
Zentrum für Nephrologie und Stoffwechsel, Weißwasser
Das Lipoprotein(a) (Lp(a)) ist ein wichtiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Die Höhe des Blutspiegels ist genetisch determiniert. Somit korrelieren genetische Varianten sehr stark mit dem Risiko. Allerdings sind bezüglich des pathogenetischen Zusammenhanges noch viele Fragen ungeklärt. Das LPA-Gen ist aufgrund seiner variablen repetitiven Strukturen molekulargenetischer Diagnostik schwer zugängig. Die Anzahl der Repeats ist umgekehrt proportional dem Risiko. Es gibt verschiedene molekulargenetische Verfahren, um die Anzahl dieser Repeats indirekt zu messen. Eine neue Möglichkeit der direkten Messung könnte sich künftig durch die long-read Sequenziertechnologie ergeben. Damit können dann auch erstmalig ganz neue Erkenntnisse in dieser als Dark genome bezeichneten Region gewonnen werden. Insbesondere erwarten wir neue genetische Varianten und Hinweise auf die Mutationsrate. Mit der Entwicklung neuer Therapieverfahren zur Lp(a)-Senkung wird die Frage nach dem pathogenetischen Zusammenhang und damit auch eine genauere molekulargenetische Charakterisierung des Gens immer wichtiger.Correspondence to:
Dr. med. Mato Nagel
Zentrum für Nephrologie und Stoffwechsel
A.-Schweitzer-Ring 32
02943 Weißwasser
Email: [email protected]
Nephrogenetik 2026
Einzelzell-Transkriptomanalysen – Neue Perspektiven für die Nephrogenetik
C. Kuppe
Price
42.00 $
Jahrgang 55 (2026) p. 440 - 443
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 10/2026, S. 440-443
Einzelzell-Transkriptomanalysen – Neue Perspektiven für die Nephrogenetik
C. Kuppe
Medizinische Klinik II – Nephrologie und klinische Immunologie, Universitätsklinikum RWTH Aachen, Aachen
Die molekulargenetische Diagnostik hat unser Verständnis von Nierenerkrankungen in den letzten Jahrzehnten grundlegend erweitert. Durch Hochdurchsatzsequenzierung konnten zahlreiche Gene identifiziert werden, die an monogenen und komplexen Nierenerkrankungen beteiligt sind [1]. Dennoch bleibt häufig unklar, wie genetische Varianten auf zellulärer Ebene zur Krankheitsentstehung beitragen. Neue Technologien wie die Einzelzell-RNA-Sequenzierung und räumliche Transkriptomanalysen ermöglichen es erstmals, genetische Information direkt mit Zellzuständen und der Gewebearchitektur zu verknüpfen [2]. Dadurch wird sichtbar, welche Zellpopulationen von genetischen Veränderungen betroffen sind und wie krankheitsrelevante Zell-Zell-Interaktionen entstehen [3, 4]. Diese Technologien eröffnen neue Perspektiven für das Verständnis genetischer Nierenerkrankungen und könnten langfristig auch die Entwicklung präziserer diagnostischer und therapeutischer Ansätze ermöglichen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Christoph Kuppe
Medizinische Klinik II – Nephrologie und klinische Immunologie
Universitätsklinikum RWTH Aachen
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen
Email: [email protected]
Nephrogenetik 2026
Freies 25-Hydroxyvitamin D bei Nierenund Hochdruckerkrankungen: Biologie, Messung und klinische Bedeutung
B. Hocher
Price
42.00 $
Jahrgang 55 (2026) p. 444 - 451
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 10/2026, S. 444-451
Freies 25-Hydroxyvitamin D bei Nierenund Hochdruckerkrankungen: Biologie, Messung und klinische Bedeutung
B. Hocher1#2#3#4
1V. Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Mannheim der Universität Heidelberg, Mannheim, 2Institut für Medizinische Diagnostik Berlin-Potsdam, Berlin, 3Reproductive and Genetic Hospital of CITIC-Xiangya, Changsha, China, 4School of Medicine, Central South University, Changsha, China
Ein praxistaugliches Konzept zur klinischen Nutzung von f25(OH)D besteht darin, etablierte Referenz- und Entscheidungsgrenzen von t25(OH)D in korrespondierende f25(OH)D-Referenzwerte zu übertragen. Studien berichten teils stärkere Assoziationen von freiem/bioverfügbarem 25(OH)D mit PTH/Calcium oder kardiovaskulären Ereignissen als für t25(OH)D. f25(OH)D kann besonders bei ausgeprägter Proteinurie, Hypoalbuminämie oder bei Diskrepanzen zwischen Labor und Klinik ergänzend hilfreich sein; Standardisierung und Outcome-Studien bleiben erforderlich.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Berthold Hocher
Universitätsklinikum Mannheim der Universität Heidelberg
Theodor-Kutzer-Ufer 1 – 3
68167 Mannheim
Email: [email protected]