Rauchen und E-Zigarette
Schädlichkeit des klassischen Tabakkonsums
A. Knaack
Price
42.00 $
Jahrgang 52 (2026) p. 292 - 298
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 52, Nr. 7/2026, S. 292-298
Schädlichkeit des klassischen Tabakkonsums
A. Knaack
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
In den letzten Jahren ist eine Vielzahl unterschiedlichster Produkte auf den Markt gebracht worden, die den Konsum vor allem von Tabak und Nikotin, aber auch anderer Pflanzen oder Substanzen erleichtern und einer breiten Masse auf inhalativen oder anderen Wegen verfügbar machen sollen. Diese wurden mit dem Versprechen versehen, weniger schädlich zu sein als klassische Tabakzigaretten. Deren Konsum ging in den vorhergehenden Jahrzehnten zumindest in den meisten westlichen Industrienationen, nicht aber Deutschland, stetig zurück, bleibt aber dennoch bis heute eines der größten Gesundheitsrisiken. Weltweit rauchen weiterhin 25% der Männer und 5% der Frauen, mehr als jeder 10. Tod ist Folge des Rauchens. Auch das Rauchen von E-Zigaretten ist mit erheblichen Gefahren für die Gesundheit verbunden. Ziel dieses Artikels ist es daher, einen Überblick über das Ausmaß der gesundheitlichen Schäden zu schaffen, die durch Zigarettenrauchen verursacht werden, um auf die fortbestehende Notwendigkeit wirksamer und effektiverer Tabakkontrollmaßnahmen aufmerksam zu machen. Es soll aber auch, als Einstieg in die Themenreihe dieses Heftes, gezeigt werden, welche Schäden die Tabakindustrie bei den Nutzern ihrer Produkte in Kauf nimmt, um deren Bemühungen, sich als Gesundheitsdienstleister in Stellung zu bringen, in den notwendigen Kontext zu setzen.Correspondence to:
Dr. med. Andreas Knaack
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Langenbeckstr. 1
55131 Mainz
Email: [email protected]
Rauchen und E-Zigarette
Neuartige nikotinhaltige Produkte und deren Rolle als Einstiegs- und Lifestyle-Droge
C. Bauer-Kemeny und L. Jung
Price
42.00 $
Jahrgang 52 (2026) p. 299 - 306
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 52, Nr. 7/2026, S. 299-306
Neuartige nikotinhaltige Produkte und deren Rolle als Einstiegs- und Lifestyle-Droge
C. Bauer-Kemeny1 und L. Jung2
1Thoraxklinik, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, 2Medizinische Klinik III, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck
Der Markt für neuartige nikotinhaltige Produkte und Nikotinanaloga wächst derzeit rapide und umfasst Vapes, Tabakerhitzer, Nikotinpouches, Lutschtabletten, Kaugummis, Bonbons sowie Nikotinsticks. Diese Produkte werden häufig als harmlos, „tabakfrei“ oder „nikotinfrei“ beworben. Sie sind mit süßen und fruchtigen Aromen, in stylischen Verpackungen, relativ günstig und nahezu überall erhältlich. Gleichzeitig erfolgt eine intensive Vermarktung über soziale Medien, wodurch insbesondere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene angesprochen werden. Nikotin und seine Analoga wirken stark auf das zentrale Nervensystem, fördern rasch die Entwicklung einer Abhängigkeit und beeinträchtigen die neurokognitive Entwicklung des jugendlichen Gehirns. Die Kombination aus sensorischer Attraktivität, sozialer Anschlussfähigkeit und leichter Verfügbarkeit macht diese Produkte zu wirksamen Einstiegs- und Lifestyle-Drogen mit einem erheblichen Risiko für eine frühe und langfristige Nikotinabhängigkeit [32].Correspondence to:
Dr. Claudia Bauer-Kemeny
Abteilung Prävention
Thoraxklinik, Universitätsklinikum Heidelberg
Röntgenstrasse 1
69126 Heidelberg
Email: [email protected]
Rauchen und E-Zigarette
Schad- und Suchtpotenzial der E-Zigarette
E. Groth, M. Lüthgen, D. Drömann und K. Franzen
Price
42.00 $
Jahrgang 52 (2026) p. 307 - 314
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 52, Nr. 7/2026, S. 307-314
Schad- und Suchtpotenzial der E-Zigarette
E. Groth1#2, M. Lüthgen2#3, D. Drömann2#3 und K. Franzen2#3
1Abteilung für Pneumologie, LungenClinic Grosshansdorf, Großhansdorf, 2Airway Research Center North (ARCN), Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL), Großhansdorf, 3Medizinische Klinik III, Universität zu Lübeck/Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Lübeck
Elektronische Zigaretten (E-Zigaretten) haben sich insbesondere unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu einem globalen Phänomen entwickelt. Obwohl sie als vermeintlich sicherere Alternativen zu konventionellen Zigaretten vermarktet werden, weist zunehmende Evidenz auf erhebliche gesundheitliche Risiken hin. Dieses narrative Review fasst die aktuelle Evidenz zum Schad- und Suchtpotenzial von E-Zigaretten mit Fokus auf pulmonale Effekte, kardiovaskuläre Auswirkungen, Zytotoxizität, Kanzerogenität und Abhängigkeitspotenzial zusammen. E-Zigaretten-Aerosole induzieren inflammatorische Reaktionen in Bronchialepithelzellen, beeinträchtigen die mukoziliäre Clearance und erhöhen die Anfälligkeit für respiratorische Infektionen. Akute kardiovaskuläre Effekte umfassen erhöhten Blutdruck und arterielle Steifigkeit mit einer zusätzlich wachsenden Evidenz für endotheliale Dysfunktion. Obwohl E-Zigaretten-Nutzer geringeren Karzinogenkonzentrationen ausgesetzt sind als konventionelle Zigarettenraucher, wurde Genotoxizität in multiplen experimentellen Systemen nachgewiesen. Moderne Nikotin-Salz-Geräte liefern Nikotin in Raten vergleichbar zu konventionellen Zigaretten und tragen zu einem erheblichen Suchtpotenzial insbesondere bei Jugendlichen bei. Der Konsum von E-Zigaretten bei Jugendlichen ist mit Odds Ratios von 3 – 5 in Längsschnittstudien konsistent mit der späteren Initiierung des Zigarettenrauchens assoziiert. Zusammenfassend sind E-Zigaretten alles andere als harmlos und bergen erhebliche Gesundheitsrisiken, insbesondere für zuvor noch nicht rauchende und junge Menschen.Correspondence to:
PD Dr. med. Klaas F. Franzen
Universität zu Lübeck
Medizinische Klinik III
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck
Email: [email protected]
Rauchen und E-Zigarette
Bye bye Tabak- und Nikotinprodukte: Entwöhnung alltagstauglich
K. Vitzthum und C. Fisser
Price
42.00 $
Jahrgang 52 (2026) p. 315 - 319
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 52, Nr. 7/2026, S. 315-319
Bye bye Tabak- und Nikotinprodukte: Entwöhnung alltagstauglich
K. Vitzthum1 und C. Fisser2#3
1Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH, Berlin, 2Caritas Klinik St. Maria, Fachklinik Donaustauf, Klinik für Pneumologie, Donaustauf, 3Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II, Universitätsklinik Regensburg, Regensburg
Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Neue Produkte erschweren die Einordnung der aktuellen Abhängigkeit und der langfristigen gesundheitlichen Schäden. Der Kontakt mit dem Gesundheitsweisen bietet die Chance auch bei minimaler Intervention die Aufhörversuche zu erhöhen. Neue gesetzliche Rahmenbedingungen verbreitern die ärztlichen Behandlungsmöglichkeiten.Correspondence to:
Dr. med. Karin Vitzthum
Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH
Rudower Straße 48
12351 Berlin
Email: [email protected]
Rauchen und E-Zigarette
Light, lighter, am lightesten: die E-Zigarette im Kontext bisheriger Verharmlosungsstrategien
M. Chaabouni und M. Urlbauer
Price
42.00 $
Jahrgang 52 (2026) p. 320 - 324
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 52, Nr. 7/2026, S. 320-324
Light, lighter, am lightesten: die E-Zigarette im Kontext bisheriger Verharmlosungsstrategien
M. Chaabouni1 und M. Urlbauer2
1Abteilung für Onkologie, Hämatologie, Palliativmedizin, Rheumatologie und Pneumologie, Asklepios Klinik Altona, Hamburg, 2Medizinische Klinik 3, Klinikum Nürnberg Nord, Nürnberg
Die Tabakindustrie hat über Jahrzehnte hinweg ein ausgeklügeltes System aus Täuschung und Manipulation aufgebaut, um ihre profitablen, jedoch schädlichen Produkte zu vermarkten. Beginnend mit der Leugnung des Zusammenhangs zwischen Rauchen und Lungenkrebs über die Einführung vermeintlich „leichter“ oder „biologischer“ Zigaretten bis hin zur systematischen Verharmlosung der Gefahren des Passivrauchens – stets ging es der Industrie darum, wissenschaftliche Evidenz zu untergraben und öffentliche Gesundheitsmaßnahmen zu verzögern. Heute erleben wir eine neue Welle der Verharmlosung im Gewand moderner, technologischer Produkte wie E-Zigaretten, Tabakerhitzer, Nikotinbeutel und sogar Nikotinzahnstocher. Unter dem Deckmantel der „Schadensminimierung“ und mit dem Narrativ der „Tabakzigarettenrauchentwöhnung“ („Global Action to End Smoking“) positioniert sich die Industrie neu und versucht, ihr Image zu „pharmazeutisieren“, weg von der todbringenden Tabakzigarette, hin zu „weniger schädlichen Alternativen“. Die Strategien mögen sich im Laufe der Zeit gewandelt haben – von der plumpen Leugnung bis zum modernen, tech-orientierten Marketing – doch das Ziel blieb stets dasselbe: die Profitmaximierung durch die Schaffung und Erhaltung einer nikotinsüchtigen Kundschaft.Correspondence to:
Dr. (Univ. Sfax) Malek Chaabouni
Asklepios Klinik Altona
Paul-Ehrlich-Straße 1
22763 Hamburg
und
Dr. Matthias Urlbauer
Leiter der Tabakentwöhnung
Klinikum Nürnberg
Ernst Nathan Str. 1
90419 Nürnberg
Email: [email protected]; [email protected]
Jahrgang 52 (2026) p. 325 - 326
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 52, Nr. 7/2026, S. 325-326
Industrienachricht
Therapeutische Apherese
Editorial
M. Späth
Jahrgang 55 (2026) p. 283 - 283
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 7/2026, S. 283
Editorial
M. Späth
Therapeutische Apherese
Stellenwert der Lipoproteinapherese zu Zeiten der siRNA-basierten Lipidsenker
V.J.J. Schettler
Price
42.00 $
Jahrgang 55 (2026) p. 284 - 293
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 7/2026, S. 284-293
Stellenwert der Lipoproteinapherese zu Zeiten der siRNA-basierten Lipidsenker
V.J.J. Schettler
Nephrologisches Zentrum Göttingen GbR, Göttingen
Die aktuelle Rolle der Lipoproteinapherese (LA) bei schweren Fettstoffwechselstörungen, insbesondere bei homozygoter familiärer Hypercholesterinämie, schwerer Hypercholesterinämie/heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie sowie isoliert erhöhter Lipoprotein(a)-Konzentration mit progredienter kardiovaskulärer Erkrankung wird unter Berücksichtigung neuer Therapieformen neu bewertet. Neue Antisense- und siRNA-Therapien gegen PCSK9 oder apo(a) können LDL-C bzw. Lp(a) stark und langanhaltend senken und könnten künftig die Häufigkeit oder Notwendigkeit der Apherese reduzieren. Gleichzeitig fehlen insbesondere für Lp(a)-gerichtete Therapien noch endgültige Outcome-Daten zu harten kardiovaskulären Endpunkten. Die LA bleibt daher als multimodale Ultima-Ratio-Therapie bei ausgewählten Hochrisikopatienten weiterhin unverzichtbar, vor allem wenn eine sofortige Reduktion atherogener Lipoproteine notwendig ist oder medikamentöse Therapien nicht ausreichen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Volker J.J. Schettler
Nephrologisches Zentrum Göttingen GbR
An der Lutter 24
37075 Göttingen
Email: [email protected]
Therapeutische Apherese
Aktueller Stellenwert der in Europa verfügbaren, extrakorporalen Leberunterstützungsverfahren
J. Friebus-Kardash
Price
42.00 $
Jahrgang 55 (2026) p. 294 - 299
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 7/2026, S. 294-299
Aktueller Stellenwert der in Europa verfügbaren, extrakorporalen Leberunterstützungsverfahren
J. Friebus-Kardash
Klinik für Infektiologie und Nephrologie, Universitätsklinikum Essen, Universität Duisburg-
Essen
Die extrakorporalen Leberunterstützungsmethoden haben das Ziel die Leberfunktionsstörung bei den Patienten mit einem akuten Leberversagen (ALF) bzw. akut-auf-chronischem Leberversagen (ACLF) bis zur einer Lebertransplantation zu überbrücken. Bei den nicht transplantablen Patienten sollte die extrakorporale Leberunterstützung eine Erholung der Leberfunktion herbeiführen. Es gibt verschiedene Technologien zur Leberunterstützung: Austausch des toxinreichen Plasmas gegen gesundes Plasma mittels der therapeutischen Plasmapherese, die Adsorption der lipophilen Toxine aus dem Plasma mit den perfusionsbasierten Verfahren oder die Bindung der lipophilen Substanzen an das Trägermolekül Albumin bei den Albumindialyse-Systemen. Die extrakorporalen, zellfreien Leberunterstützungsverfahren erlauben die Detoxikation von proteingebundenen und wasserlöslichen Stoffen, die Immunomodulation sowie die Stabilisierung der Hämodynamik. Der hochvolumige Plasmaaustausch ist ein etablierter Therapieansatz beim ALF, da er in Studien einen Überlebensvorteil erbrachte im Vergleich zur Standardtherapie. Die Albumindialysen wie MARS (Molecular adsorbent recirculating system) oder OPAL (Open albumin dialysis-system) bzw. die verschiedenen Hemoperfusionsmethoden führten zur effizienten Entfernung der proteingebundenen Toxine, zur Verbesserung der hepatischen Enzephalopathie bzw. des hepatorenalen Syndroms und zur hämodynamischen Stabilisierung bei den Patientenkollektiven mit ALF, ACLF und akuter Dekompensation der Leberzirrhose. Deren Einfluss auf das Patientenüberleben muss allerdings noch weiter in multizentrischen prospektiven Studien validiert werden. Bei einer unkontrollierten Infektion bzw. aktiven Blutung sollte von der extrakorporalen Leberunterstützung Abstand genommen werden. Der Abfall von Hämoglobin bzw. Thrombozyten sowie die Entfernung der Antiinfektiva sind die potenziellen Komplikationen von extrakorporalen Leberunterstützungsverfahren.Correspondence to:
Priv.-Doz. Dr. med. Justa Friebus-Kardash
Klinik für Nephrologie
Universitätsklinikum Essen
Medizinisches Zentrum
Hufelandstr. 55
45147 Essen
Email: [email protected]
Therapeutische Apherese
Stellenwert der Apheresetherapie bei thrombotischen Mikroangiopathien und mögliche Alternativen
L. Kühne und P.T. Brinkkötter
Price
42.00 $
Jahrgang 55 (2026) p. 300 - 307
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 7/2026, S. 300-307
Stellenwert der Apheresetherapie bei thrombotischen Mikroangiopathien und mögliche Alternativen
L. Kühne1 und P.T. Brinkkötter1#2
1Universität zu Köln, Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, Klinik II für Innere Medizin und Zentrum für Molekulare Medizin der Universität zu Köln (ZMMK), 2Cologne Cluster of Excellence on Cellular Stress Responses in Ageing-Associated Diseases (CECAD), Köln
Thrombotische Mikroangiopathien (TMA) erfordern heute eine rasche pathophysiologisch orientierte Differenzierung, weil sich der Stellenwert des therapeutischen Plasmaaustauschs je nach Entität grundlegend unterscheidet. Während der therapeutische Plasmaaustausch bei der immunvermittelten thrombotisch-thrombozytopenischen Purpura (iTTP) weiterhin Standard der Akuttherapie ist, hat er bei der kongenitalen TTP, beim Shigatoxin-assoziierten HUS, bei der komplementvermittelten TMA im Sinne des atypischen hämolytisch-urämischen Syndroms (aHUS) und bei den meisten sekundären TMA-Formen nur noch einen begrenzten oder keinen routinemäßigen Stellenwert. Für die nephrologische Praxis ist insbesondere die Abgrenzung zwischen sekundärer TMA, schwerer hypertensiver TMA und komplementvermittelter TMA von Bedeutung, da hiervon die Indikation zu einer Komplementinhibition, zu einer primär supportiven Therapie oder zu einer Triggerbehandlung abhängt. Der Beitrag fasst die pathophysiologischen Grundlagen, die entitätsspezifischen therapeutischen Konsequenzen und den heutigen Stellenwert möglicher Alternativen zur Apheresetherapie zusammen.Correspondence to:
Dr. Lucas Kühne
Klinik II für Innere Medizin
Universitätsklinikum Köln (AöR)
Kerpener Str. 62
50937 Köln
Email: [email protected]
Therapeutische Apherese
Stellenwert der Apherese im Kontext einer Nierentransplantation
L. Pickert, S. Sharma, C.E. Kurschat und M.R. Späth
Price
42.00 $
Jahrgang 55 (2026) p. 308 - 314
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 7/2026, S. 308-314
Stellenwert der Apherese im Kontext einer Nierentransplantation
L. Pickert1*, S. Sharma1*, C.E. Kurschat1 und M.R. Späth2
1Klinik II für Innere Medizin: Nephrologie, Rheumatologie, Diabetologie und Allgemeine Innere Medizin, Zentrum für Molekulare Medizin, Uniklinik Köln, Köln 2Klinik für Nephrologie, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf
Hintergrund: Die Nierentransplantation geht im Vergleich zur Dialyse bei geeigneter Patient/-innenauswahl mit einer besseren Lebensqualität und Überlebenszeit einher. Dennoch deckt das Organangebot den Organbedarf in Deutschland seit Jahren nicht ausreichend, weshalb AB0-inkompatible Nierentransplantationen (AB0i-NTx) eine wichtige zusätzliche Möglichkeit bieten, um den Versorgungsengpass zu verbessern. Nach einer AB0i-NTx kann es trotz moderner Immunsuppressionstherapie weiterhin zu Transplantatabstoßungen kommen, ein international einheitlicher Standard für die Desensibilisierung vor einer Transplantation ist jedoch aktuell nicht verfügbar.
Ziel: Darstellung des Stellenwerts der verfügbaren Aphereseverfahren vor und nach einer Nierentransplantation mit Fokus auf Evidenz, Verfahren und klinische Herausforderungen.
Ergebnisse: Die therapeutische Apherese hat sich sowohl im Kontext der AB0i-NTx sowie zur Behandlung antikörpervermittelter Nierentransplantatabstoßungen (AMR) als sicher und effektiv erwiesen. Die Immunadsorption (IA) ermöglicht dabei gegenüber dem therapeutischen Plasmaaustausch (TPE) eine gezielte Elimination von Immunglobulinen ohne zusätzlichen Verlust essenzieller Plasmaproteine. Bei akuter AMR zeigt die Kombination aus IA bzw. TPE, intravenösen Immunglobulinen (IVIGs) und optimierter Immunsuppression den größten klinischen Nutzen. Für die chronisch-aktive AMR ist die Datenlage limitiert, eine standardisierte Therapie fehlt.
Fazit: Die therapeutische Apherese stellt ein etabliertes Verfahren zur Antikörperreduktion dar, das sowohl prä- als auch post-transplantationem entscheidend zum Erfolg beiträgt. Die IA bietet gegenüber dem TPE Vorteile hinsichtlich Spezifität der Antikörperelimination und Verträglichkeit der Behandlung. Zukünftige Priorität hat eine Standardisierung der Therapieansätze, die nur durch Studien erreicht werden kann.
*equal contributorsCorrespondence to:
Dr. med. Martin Späth
Universitätsklinikum Düsseldorf
Moorenstr. 5
40225 Düsseldorf
Email: [email protected]
Therapeutische Apherese
Aphereseverfahrenswahl bei neurologischen Erkrankungen
M. Abu-Tair und B. Gess
Price
42.00 $
Jahrgang 55 (2026) p. 315 - 320
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 7/2026, S. 315-320
Aphereseverfahrenswahl bei neurologischen Erkrankungen
M. Abu-Tair1 und B. Gess2
1Abteilung für Nephrologie und Diabetologie, Evangelisches Klinikum Bethel, Bielefeld, 2Universitätsklinik für Neurologie, Evangelisches Klinikum Bethel, Bielefeld
Therapeutische Aphereseverfahren stellen eine etablierte Eskalationsoption bei schweren, immunvermittelten neurologischen Erkrankungen dar. In der klinischen Praxis dominieren zwei Verfahren: der Plasmaaustausch (PE) und die Immunadsorption (IA). Sie unterscheiden sich hinsichtlich Selektivität, Verträglichkeit und Verfügbarkeit. Die Verfahrenswahl sollte primär auf der zugrundeliegenden Pathophysiologie beruhen, insbesondere auf der Frage, ob eine selektive Entfernung pathogener Immunglobuline ausreichend ist oder eine breitere Elimination inflammatorischer Mediatoren erforderlich erscheint. Zudem ist es sinnvoll patientenindividuelle Faktoren in der Entscheidung hinsichtlich IA oder PE zu berücksichtigen. Nephrolog/-innen sind als ausführende Fachdisziplin in die Verfahrenswahl häufig einbezogen, so dass in diesem Artikel Aspekte unter dem Gesichtspunkt der nephrologischen Expertise diskutiert werden.Correspondence to:
Dr. med. Mariam Abu-Tair
Evangelisches Klinikum Bethel
Kantensiek 25
33617 Bielefeld
Email: [email protected]
Therapeutische Apherese
Extrakorporale Blutreinigung im septischen Schock – Ist Plasmapherese die Lösung?
S. David und J.T. Kielstein
Price
42.00 $
Jahrgang 55 (2026) p. 321 - 327
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 7/2026, S. 321-327
Extrakorporale Blutreinigung im septischen Schock – Ist Plasmapherese die Lösung?
S. David1#2#3 und J.T. Kielstein4
1Institut für Intensivmedizin, Universitätsspital Zürich, Zürich, Schweiz, 2Universität Zürich, Zürich, Schweiz, 3Nieren und Hochdruckerkrankungen, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, 4Städtisches Klinikum Braunschweig, Nephrologie & Blutreinigung, Braunschweig
Bei der Sepsis spielt die Wirtsantwort auf eine Infektion als Hauptursache für Organdysfunktion und Mortalität eine entscheidende Rolle. Trotz hoher Sterblichkeit existiert jedoch keine kausale Therapie, da das Sepsissyndrom und die jeweilige Wirtsantwort biologisch heterogen und durch redundante Signalwege geprägt sind; gezielte Blockaden einzelner Mediatoren blieben erfolglos. Unselektive Hämoadsorption erscheint theoretisch sinnvoll, zeigte jedoch bisher keinen klaren Nutzen. Metaanalysen liefern widersprüchliche Ergebnisse, während laufende Studien weitere Klarheit bringen sollen. Selektive Verfahren, insbesondere die Endotoxin spezifische Adsorption, ermöglichen eine fokussierte Vorgehensweise und konnten in geschickt stratifizierten Subgruppen in einer rezenten Studie zu einer Mortalitätsreduktion führen. Die Plasmapherese kombiniert die Entfernung schädlicher Mediatoren zusätzlich mit der Substitution protektiver Faktoren, welche im gesunden Spenderplasma enthalten sind. Kleine, teils kontrollierte Studien, zeigten bereits immunmodulatorische Effekte, hämodynamische Stabilisierung und Hinweise auf verbesserte Mortalität. Dennoch fehlt ein endgültiger Wirksamkeitsnachweis aus großen multizentrisch randomisierten Studien, welche aktuell sowohl in Europa (Exchange-2), als auch in Kanada (Plexsis), erfolgreich am Rekrutieren sind.Correspondence to:
Prof. Dr. Sascha David
Universitätsspital Zürich
Institut für Intensivmedizin
Rämistraße 100
8091 Zürich, Schweiz
Email: [email protected]
Jahrgang 55 (2026) p. 328 - 328
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 7/2026, S. 328
Industrienachricht
Euro-CNS News
Society News of the European Confederation of Neuropathological Societies
Volume 45 (2026) p. 122 - 128
Abstract
Society News of the European Confederation of Neuropathological Societies
Original
Choosing and switching biologics for patients with severe asthma: Real-world data from the German Asthma Net (GAN)
Alexandra Lenoir, Roland Buhl, Carlo Muemmler, Jürgen Behr, Rainer Ehmann, Eckard Hamelmann, Anette Holtdirk, Marco Idzko, Margret Jandl, Frank Kaessner, Olaf Schmidt, Christian Schulz, Dirk Skowasch, Hendrik Suhling, Christian Taube, Stephanie Korn, Katrin Milger; and GAN investigators
Volume 10 (2026) p. 158 - 169
Abstract
Allergologie select, Vol. 10/2026 (158-169)
Choosing and switching biologics for patients with severe asthma: Real-world data from the German Asthma Net (GAN)
Alexandra Lenoir1, Roland Buhl2, Carlo Muemmler1,16, Jürgen Behr1, Rainer Ehmann3, Eckard Hamelmann4, Anette Holtdirk5, Marco Idzko6, Margret Jandl7, Frank Kaessner8, Olaf Schmidt9, Christian Schulz10, Dirk Skowasch11, Hendrik Suhling12, Christian Taube13, Stephanie Korn14, Katrin Milger1,15; and GAN investigators
1Department of Medicine V, LMU University Hospital, Comprehensive Pneumology Center (CPC), Member of the German Center of Lung Research (DZL), LMU Munich, Munich, 2Mainz University Hospital, Pulmonary Department, Mainz, 3Ambulante Pneumologie mit Allergiezentrum, Stuttgart, 4Kinderzentrum Bethel, Evangelisches Klinikum Bethel, University Bielefeld, Bielefeld, 5RQMplus Germany, Ahlen, Germany, 6Department of Pneumology, University Hospital Vienna AKH, Medical University of Vienna, Vienna, Austria, 7Hamburger Institut für Therapieforschung GmbH, Hamburg, 8Ambulantes Zentrum für Lungenkrankheiten und Schlafmedizin, Cottbus, 9Pneumologie Mittelrhein und Studienzentrum KPPK, Bendorf am Rhein, 10Clinic and Polyclinic of Internal Medicine, Department of Pneumology, University Hospital Regensburg, University of Regensburg, Regensburg, 11Department of Internal Medicine II - Pneumology, University Hospital Bonn, Bonn, 12Pneumologicum Hannover, Hanover, 13Department of Pulmonary Medicine, University Hospital Essen-Ruhrlandklinik, Essen, 14IKF Pneumologie Mainz and Thoraxklinik Heidelberg, Mainz and Heidelberg, Germany, 15Division of Respiratory Medicine, Department of Internal Medicine, Lung Research Cluster, Medical University of Graz, Graz, Austria, and 16Institute of Lung Health and Immunity (LHI), Comprehensive Pneumology Center (CPC), Helmholtz Munich, Member of the German Center of Lung Research (DZL), Munich, Germany
With six biologics available to treat severe asthma in 2025, choosing the optimal initial therapy and deciding to which other biologic to switch in case of insufficient benefit is challenging. To better understand patients’ characteristics depending on the chosen biologic and patterns of switch, we evaluated adult patients with severe asthma from the GAN registry who were biologic-naïve at baseline. Between 2011 and 2024, 2,649 patients with severe asthma newly received a biologic, 26% anti-interleukin-5 receptor (IL5R), 25% anti-IL5, 16% anti-IL4R, 24% anti-immunoglobulin E (IgE), and 9% anti-thymic stromal lymphopoietin (TSLP). Distribution of biologics varied between time periods, reflecting their availability over time. Patients treated with anti-IgE were youngest at asthma diagnosis (mean 26 years) and had the highest rates of allergic comorbidities (80%). Blood eosinophils were highest in patients receiving anti-IL5R (median 433/µL) and lowest in those receiving anti-TSLP (median 159/µL), while FeNO was highest in patients treated with anti-IL5, anti-IL5R, or anti-IL4R (median 39, 38, and 35 ppb, respectively). 14.3% (n = 378) of patients were switched from the first biologic to a different one. The most frequent switch constellations were anti-IL5 to anti-IL5R, anti-IL5R to anti-IL4R, and anti-IL5 to anti-IL4R. After a switch, depending on the constellation up to 46% of patients reached remission. Phenotyping patients with severe asthma determines the choice of biologic therapy in real-world practice. Choice and switch of biologic have evolved over time influenced by availability of different drugs. Our analysis supports the practice of switching to a different biologic in case of insufficient initial response.Correspondence to:
Katrin Milger, MD, Division of Respiratory Medicine, Department of Internal Medicine, Medical University of Graz, Auenbruggerplatz 15, 8036 Graz, Austria
Email: [email protected]
In Memoriam Prof. Dr. Wolfgang Vierling 1942 - 2026
Klaus Kisters
p. 0 - 0
Review
Allergens from plant-based food allergen sources and their clinical and diagnostic relevance
Eva-Maria Rick, Melanie Plum, Marua Abu Risha, and Uta Jappe
Volume 10 (2026) p. 170 - 191
Abstract
Allergologie select, Vol. 10/2026 (170-191)
Allergens from plant-based food allergen sources and their clinical and diagnostic relevance
Eva-Maria Rick1, Melanie Plum1, Marua Abu Risha1, and Uta Jappe1,2
1Division of Clinical and Molecular Allergology, Priority Research Area Chronic Lung Diseases, Research Center Borstel, Leibniz Lung Center, Airway Research Center North (ARCN), German Center for Lung Research (DZL), Borstel, and 2Interdisciplinary Allergy Outpatient Clinic, Department of Pneumology, UKSH and University of Lübeck, Lübeck, Germany
Lately, a rise of plant-related food allergies could be observed following the increase of plant-based food consumption. This narrative review provides an overview of important plant allergens from the most common allergen sources including the “Big 9”, and those gaining more clinical significance such as legumes (other than peanuts) or fruits. Both commercially available and unavailable allergens for in vitro (i.e., specific IgE) and ex vivo (e.g., basophil activation test) diagnostics described in the literature to date are included in this work. In addition, gaps in the commercially available test panels (e.g., oleosins) as well as a lack of knowledge about the clinical relevance of some allergens are highlighted using the latest publications. Furthermore, practical applications are provided in exemplary case reports. In conclusion, molecular allergology provides important tools to advance precision diagnostics of allergic diseases and consequently, patient care.Correspondence to:
Prof. Uta Jappe, Division of Clinical and Molecular Allergology, Research Center Borstel, Leibniz Lung Center, Parkallee 35, 23845 Borstel, Germany
Email: [email protected]
Original
Urinary iodine levels of patients with keratoconus: Determination and comparison with healthy control subjects
Emine Cinici, Enes C. Tercanli, Meltem Cetin, Mine Gulaboglu, Afife B. Ugur Kaplan, and Aysenur Sonmez
Price
42.00 $
p. 0 - 5
Abstract
Emine Cinici1, Enes C. Tercanli2, Meltem Cetin3, Mine Gulaboglu2, Afife B. Ugur Kaplan3, and Aysenur Sonmez1
1Department of Ophthalmology, Faculty of Medicine, 2Department of Biochemistry, and 3Department of Pharmaceutical Technology, Faculty of Pharmacy, Atatürk University, Erzurum, Turkey
Objective: Keratoconus (KTC) is a progressive, asymmetric, and bilateral ocular disease. The complex interaction of genetic, cellular, biomechanical, and environmental factors contributes to the onset and progression of KTC. Oxidative stress (OxSt) also has a role in KTC pathogenesis. It is characterized by an imbalance of antioxidants and OxSt markers in the aqueous humor, cornea, tears, and blood. Iodine exhibits significant antioxidant activity by acting as a scavenger of reactive oxygen species (ROS). It has also been stated to improve cell-cell adhesion. Our aim is to evaluate and compare the urinary iodine concentrations of healthy subjects and patients diagnosed with KTC. Materials and methods: Morning spot urine samples were collected from healthy subjects (control group) and patients diagnosed with KTC. Urinary iodine concentrations were determined using the Sandell-Kolthoff reaction. Results: The mean iodine concentrations of the healthy subjects and KTC patients were 16.27 ± 3.92 μg/dL and 5.55 ± 3.97 μg/dL, respectively. The mean iodine level was significantly lower in patients diagnosed with KTC compared to the control group (p = 0.000). Conclusion: According to our results, we believe that iodine deficiency may be a risk factor for KTC.Correspondence to:
Mine Gulaboglu, PhD, Department of Biochemistry, Faculty of Pharmacy, Atatürk University, 25240 Erzurum, Turkey
Email: [email protected]
Original
EASIX in medical ICU: Chloride-modified RRT risk and associations with mortality and length of stay
Ali Zeynettin, Orhan Balikci, and İsmail Demir
Price
42.00 $
p. 0 - 12
Abstract
Ali Zeynettin1, Orhan Balikci1, and İsmail Demir2
1Department of Internal Medicine, İzmir City Hospital, and 2Department of Internal Medicine, İzmir City Hospital, University of Health Sciences İzmir Faculty of Medicine, İzmir, Türkiye
Background: Endothelial activation and microvascular dysfunction are implicated in organ injury in critical illness, yet the prognostic value of the Endothelial Activation and Stress Index (EASIX) may vary across heterogeneous intensive care unit (ICU) populations. We assessed whether admission serum chloride, reflecting early physiologic status at ICU entry, modifies associations between EASIX and clinical outcomes. Materials and methods: We retrospectively analyzed 1,196 consecutive adult medical ICU admissions. EASIX was calculated at ICU admission and analyzed as log2(EASIX). Primary endpoints were in-hospital mortality and ICU/hospital length of stay (LOS). The secondary/exploratory endpoint was receipt of renal replacement therapy (RRT). We used multivariable regression with prespecified covariates and tested effect modification by chloride, using interaction terms and spline-based modeling. Results: After multivariable adjustment, log2(EASIX) was not independently associated with in-hospital mortality or LOS. For RRT, admission chloride significantly modified the association between log2(EASIX) and RRT. The EASIX–RRT association was most consistent within the normochloremic range and attenuated at chloride extremes; continuous spline interaction models supported non-uniform effects across the chloride spectrum. Conclusion: Among consecutively admitted adult medical ICU patients, EASIX was not independently associated with mortality or LOS after adjustment for illness severity. We observed heterogeneity in the EASIX–RRT association across admission chloride strata; however, this finding should be interpreted cautiously. These findings are hypothesis-generating and warrant external validation.
Correspondence to:
Ali Zeynettin, MD, Department of Internal Medicine, İzmir City Hospital, Bayraklı, 35530 İzmir, Türkiye
Email: [email protected]