Kontaktekzem
Herausforderungen in der Allergiediagnostik beim berufsbedingten allergischen Kontaktekzem
Challenges in diagnosis of occupational allergic contact dermatitis
R. Brans und C. Skudlik
Jahrgang 74 (2026) p. 120 - 126
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 74, Nr. 3/2026, S. 120-126
Herausforderungen in der Allergiediagnostik beim berufsbedingten allergischen Kontaktekzem
R. Brans1#2 und C. Skudlik1#2
1Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, Osnabrück, 2Institut für Gesundheitsforschung und Bildung (IGB), Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, Osnabrück
Da allergische Kontaktekzeme zu den häufigsten beruflich bedingten Hauterkrankungen zählen, kommt der Allergiediagnostik mittels Epikutantest in der Berufsdermatologie eine hohe Bedeutung zu. Zu den hiermit einhergehenden Herausforderungen zählen die adäquate Durchführung und Dokumentation der Testung sowie die korrekte Ablesung und Interpretation der Testergebnisse, einschließlich der Relevanzbeurteilung. Besonders große Herausforderungen stellen zudem die mangelnde Verfügbarkeit von kommerziellen Testallergenen und der erforderliche Aufwand bei der Testung patienteneigener Materialien dar. Leitlinien und weitere Empfehlungen bieten hierzu Orientierungshilfen. Nur durch eine angemessene und aussagekräftige Allergiediagnostik können gezielte Maßnahmen ergriffen und eine optimale Versorgung von Betroffenen mit beruflich bedingten allergischen Kontaktekzemen gewährleistet werden.
Erstpublikation in Allergologie, mit freundlicher
Genehmigung der AutorenCorrespondence to:
Prof. Dr. med. Richard Brans
Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm)
an der Universität Osnabrück
Institut für Gesundheitsforschung und Bildung (IGB)
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie
Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]
Kontaktekzem
Psychosoziale Auswirkungen und Lebensqualität beim Kontaktekzem
Psychosocial impacts and health-relatedquality of life in patients with contact dermatitis
R.F. Ofenloch und E. Weisshaar
Jahrgang 74 (2026) p. 127 - 135
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 74, Nr. 3/2026, S. 127-135
Psychosoziale Auswirkungen und Lebensqualität beim Kontaktekzem
R.F. Ofenloch und E. Weisshaar
Sektion Berufsdermatologie, Zentrum Hautklinik, Universitätsklinikum Heidelberg
Kontaktekzeme gehören zu den häufigsten berufsbedingten Hauterkrankungen und gehen häufig mit einer erheblichen Einschränkung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität einher. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, den aktuellen Forschungsstand zu psychosozialen Auswirkungen und Lebensqualität beim Kontaktekzem zusammenzufassen und anhand von Routinedaten aus der berufsdermatologischen Rehabilitation (Tertiäre Individualprävention, TIP) die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit Kontaktekzem im Vergleich zu anderen berufsbedingten Hauterkrankungen zu untersuchen. Analysiert wurden Daten von 1.151 rehabilitierten Patientinnen und Patienten bei Aufnahme und Entlassung. Bei Aufnahme zeigte sich kein signifikanter Unterschied der Lebensqualität zwischen Kontaktekzemen und anderen Hauterkrankungen. In beiden Gruppen verbesserte sich die Lebensqualität im Verlauf der Rehabilitation deutlich. Bei Entlassung wiesen Patientinnen und Patienten mit Kontaktekzem geringfügig bessere Werte auf. Die Ergebnisse unterstreichen die hohe Krankheitslast von Kontaktekzemen und die Bedeutung integrierter dermatologischer und psychosozialer Rehabilitationsinhalte.
Erstpublikation in Allergologie, mit freundlicher
Genehmigung der AutorenCorrespondence to:
Dr. Robert F. Ofenloch
Universitätsklinikum Heidelberg
Sektion Berufsdermatologie
Zentrum Hautklinik
Voßstraße 2
69115 Heidelberg
Email: [email protected]
Gesellschaftsnachricht
haut+job: Berufsdermatologie sichtbar machen und Versorgung stärken
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Jahrgang 74 (2026) p. 136 - 136
Abstract
Dermatologie in Beruf und Umwelt, Jahrgang 74, Nr. 3/2026, S. 136
haut+job: Berufsdermatologie sichtbar machen und Versorgung stärken
Komorbiditäten bei Herzinsuffizienz
Editorial
Editorial
K. Marx-Schütt
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Jahrgang 55 (2026) p. 373 - 373
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 9/2026, S. 373
Editorial
K. Marx-Schütt
Komorbiditäten bei Herzinsuffizienz
Herzinsuffizienz bei Diabetes
Heart failure in diabetes
G. Güder und S. Frantz
Price
42.00 $
Jahrgang 55 (2026) p. 374 - 382
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 9/2026, S. 374-382
Herzinsuffizienz bei Diabetes
G. Güder1#2 und S. Frantz1#2
1Medizinische Klinik und Poliklinik I, 2Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz, Universitätsklinik Würzburg, Würzburg
Die Herzinsuffizienz gilt als eine der klinisch bedeutsamsten Folge- bzw. Begleiterkrankungen des Diabetes mellitus. Umgekehrt erhöht die Herzinsuffizienz das Risiko für die Manifestation eines Diabetes. Das gemeinsame Auftreten beider Erkrankungen geht mit einer deutlich verschlechterten Prognose einher. Diagnostik und Therapie haben sich in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt. Durch systematisches Screening und einen frühzeitigen Therapiebeginn lassen sich krankheitsbedingte Folgen reduzieren. Voraussetzung ist, die enge wechselseitige Beziehung beider Erkrankungen konsequent in der klinischen Beurteilung zu berücksichtigen.Correspondence to:
Prof. Dr. Gülmisal Güder
(MD, PhD Clinical Epidemiology)
Universitätsklinikum Würzburg
Medizinische Klinik und Poliklinik I – Schwerpunkt Kardiologie
Oberdürrbacherstr. 6, ZIM A3 -2.861
97080 Würzburg
Email: [email protected]
Komorbiditäten bei Herzinsuffizienz
Herzinsuffizienz bei chronischer Nierenerkrankung
Heart failure in chronic kidney disease
N. Marx
Price
42.00 $
Jahrgang 55 (2026) p. 383 - 388
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 9/2026, S. 383-388
Herzinsuffizienz bei chronischer Nierenerkrankung
N. Marx
Medizinischen Klinik I – Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin Universitätsklinikum Aachen, RWTH Aachen, Aachen
Patienten mit chronischer Nierenerkrankung weisen ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Herzinsuffizienz auf und bei Vorliegen beider Komorbiditäten ist die Prognose der Patienten deutlich eingeschränkt. Gleichzeitig sind Patienten mit fortgeschrittener Nierenerkrankung häufig ausgeschlossen von großen klinischen Studien zur Herzinsuffizienz, sodass die Datenlage für Herzinsuffizienz bei CKD eingeschränkt ist. Der vorliegende Übersichtsartikel fasst die Therapieoptionen bei Herzinsuffizienz und chronischer Nierenerkrankung zusammen und gibt praktische Ratschläge für den klinischen Alltag.Correspondence to:
Univ.-Prof. Dr. med. Nikolaus Marx
Medizinischen Klinik I – Kardiologie,
Angiologie und Internistische Intensivmedizin
Universitätsklinikum Aachen, RWTH Aachen
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen
Email: [email protected]
Komorbiditäten bei Herzinsuffizienz
Herzinsuffizienz und Adipositas
Heart failure and obesity
S. von Haehling
Price
42.00 $
Jahrgang 55 (2026) p. 389 - 397
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 9/2026, S. 389-397
Herzinsuffizienz und Adipositas
S. von Haehling1#2
1Klinik für Kardiologie und Pneumologie, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen, 2DZHK (Deutsches Zentrum für Herz-Kreislaufforschung e.V.), Standort Niedersachsen, Göttingen
Hintergrund: Adipositas ist eine der wichtigsten Begleiterkrankungen der Herzinsuffizienz und spielt insbesondere bei der Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion (Heart failure with preserved ejection fraction; HFpEF) eine zentrale Rolle. Lange wurde Adipositas bei Herzinsuffizienz vor allem als Risikofaktor, Komorbidität oder statistisch verwirrendes Phänomen im Sinne des sogenannten Adipositasparadoxons betrachtet. Inzwischen mehren sich Hinweise, dass Adipositas bei HFpEF einen eigenständigen klinischen Phänotyp darstellt.
Zielsetzung: Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, die klinische Bedeutung der Adipositas bei Herzinsuffizienz darzustellen, diagnostische Schwierigkeiten zu beleuchten und aktuelle therapeutische Entwicklungen zusammenzufassen. Im Mittelpunkt stehen Symptome und Belastbarkeit adipöser Patienten mit HFpEF, das Adipositasparadoxon, Effekte von SGLT2-Inhibitoren sowie neuere Studien zu Semaglutid und Tirzepatid.
Ergebnisse: Patienten mit adipöser HFpEF weisen häufig eine ausgeprägte Symptomlast, reduzierte Lebensqualität und eingeschränkte körperliche Belastbarkeit auf. Der Body-Mass-Index allein erklärt dabei nur einen Teil des Problems, da viszerales, epikardiales und perikardiales Fettgewebe sowie Muskelmasse und Muskelqualität eine wesentliche Rolle spielen. Während SGLT2-Inhibitoren inzwischen einen festen Platz in der Therapie der HFpEF haben, zeigen GLP-1-Rezeptoragonisten und kombinierte Inkretin-basierte Therapien erstmals, dass eine gezielte Behandlung der Adipositas selbst die Symptomatik, Belastbarkeit und möglicherweise auch klinische Ereignisse bei adipöser HFpEF verbessern kann.
Fazit: Adipositas ist bei Herzinsuffizienz nicht nur eine Begleiterkrankung, sondern kann gerade bei HFpEF ein zentraler pathogenetischer Treiber sein. Dreh- und Angelpunkt der zukünftigen Therapie wird die korrekte Identifikation jener Patienten sein, bei denen Gewichtsreduktion, Verbesserung der Körperzusammensetzung und Erhalt von Muskelmasse unmittelbaren klinischen Nutzen erzielen.Correspondence to:
Prof. Dr. Dr. med. Stephan von Haehling
Klinik für Kardiologie und Pneumologie
Universitätsmedizin Göttingen (UMG)
Robert-Koch-Straße 40
37075 Göttingen
Email: [email protected]
Komorbiditäten bei Herzinsuffizienz
COPD und Rechtsherzinsuffizienz
COPD and right ventricular dysfunction
M. Begoihn, Y. Li und D. Grund
Price
42.00 $
Jahrgang 55 (2026) p. 398 - 405
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 9/2026, S. 398-405
COPD und Rechtsherzinsuffizienz
M. Begoihn, Y. Li und D. Grund
Fächerverbund Infektiologie, Pneumologie und Intensivmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Ambulanz für Pulmonale Hypertonie, Berlin
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist weit mehr als eine Atemwegserkrankung: Über kardiopulmonale Interaktionen beeinflusst sie unmittelbar die Funktion des rechten Herzens und damit die systemische Hämodynamik einschließlich der Nierenperfusion. Der rechte Ventrikel adaptiert sich bei chronischer Nachlasterhöhung durch konzentrische Hypertrophie und kann über Jahre kompensiert bleiben. Akute Exazerbationen, dynamische Überblähung und supraventrikuläre Tachykardien können dieses Gleichgewicht jedoch kippen und eine akute Rechtsherzbelastung mit kardiorenaler venöser Stauung auslösen. Das Phänomen des „Shrinking Heart“ trägt zur eingeschränkten Belastbarkeit bei; bronchodilatatorische Entblähung kann die Herzfunktion messbar verbessern. Eine schwere pulmonale Hypertonie tritt bei COPD selten auf; diese Patient/-innen können gegebenenfalls von einer Off-Label-Therapie mit Sildenafil profitieren.Correspondence to:
Dr. med. Matthias Begoihn
Fächerverbund Infektiologie, Pneumologie und Intensivmedizin der Charité –
Universitätsmedizin Berlin
Ambulanz für Pulmonale Hypertonie
Sauerbruchweg 3
14109 Berlin
Email: [email protected]
Komorbiditäten bei Herzinsuffizienz
Herzinsuffizienz bei onkologischen Therapien
Heart failure from cancer therapy
M. Totzeck
Price
42.00 $
Jahrgang 55 (2026) p. 406 - 412
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55, Nr. 9/2026, S. 406-412
Herzinsuffizienz bei onkologischen Therapien
M. Totzeck
Klinik für Kardiologie und Angiologie, Westdeutsches Herz- und Gefäßzentrum Essen, Universitätsklinikum Essen, Essen
Herzinsuffizienz ist eine der klinisch bedeutendsten kardiovaskulären Komplikationen in der Folge einer Tumortherapie. Sie reicht von subklinischer linksventrikulärer Dysfunktion, die z. B. unter Anthrazyklinen oder HER2-gerichteten Behandlungen auftritt, bis hin zu fulminanter Myokarditis unter Immun-Checkpoint-Inhibitoren und spät einsetzender strahleninduzierter Kardiomyopathie. Pathophysiologisch führen oxidative Schäden, Inflammation, endotheliale Dysfunktion, mitochondriale Störungen und neurohormonelle Aktivierung letztendlich zu maladaptiver Umgestaltung und Dysfunktion. Die aktuelle Charakterisierung der krebstherapiebedingten kardialen Dysfunktion (Cancer-therapy related cardiac dysfunction; CTRCD) basiert auf Standard-Detektionsmethoden für die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF), Strainanalysen (GLS) und Biomarker, die allerdings Patient/-innen mit einer Herzinsuffizienz und erhaltener Pumpfunktion (HFpEF), rechtsventrikuläre Beteiligung, vaskuläre Toxizitäten und gemischte Therapie-Phänotypen wenig bis gar nicht berücksichtigen. Aktuelle Leitlinien-Empfehlungen erfordern eine therapiespezifische Baseline-Risikostratifizierung sowie serielle Echokardiographie einschließlich GLS, gezielten Einsatz von Troponin und BNP/NT-proBNP und kardiale Magnetresonanztomographie (MRT), wenn Befunde unklar sind oder Patienten mit Verdacht auf Myokarditis vorstellig werden. Prävention beinhaltet die Minimierung kardiovaskulärer Risikofaktoren und risikoadjustierte Planung der onkologischen Therapie; die aktuelle Evidenz für kardiovaskuläre Medikamente, wie z. B. ACE-Hemmer, Betablocker, ARNI und SGLT2-Inhibitoren, ist inkonsistent. Manifeste Herzinsuffizienz wird typischerweise durch leitlinienkonforme Herzinsuffizienztherapie behandelt; jedoch ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Onkologie und Kardio-Onkologie erforderlich.Correspondence to:
Prof. Dr. Matthias Totzeck
Klinik für Kardiologie und Angiologie
Westdeutsches Herz- und Gefäßzentrum Essen
Universitätsklinikum Essen
Hufelandstr. 55
45147 Essen
Email: [email protected]
Editorial
Neue S2k-Leitlinie – Allergologie Select weiterhin in den TOP 10 der allergologischen Fachzeitschriften – Abstracts vom DAK
M. Raulf und T. Werfel
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Jahrgang 49 (2026) p. 433 - 434
Abstract
Allergologie, Jahrgang 49, Nr. 9/2026, S. 433-434
Neue S2k-Leitlinie – Allergologie Select weiterhin in den TOP 10 der allergologischen Fachzeitschriften – Abstracts vom DAK
M. Raulf und T. Werfel
AllergoSpotlights
Bedeutung von Api g 7 bei schwerer Sellerieallergie – Klinische Symptome beim Lipidtransferproteine-Syndrom – α-Gal-IgE und Erstinfusionreaktionen und Allergenität von Ustekinumab – Serinprotease-like protein B SplB aus Staphy
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Jahrgang 49 (2026) p. 435 - 438
Abstract
Bedeutung von Api g 7 bei schwerer Sellerieallergie – Klinische Symptome beim Lipidtransferproteine-Syndrom – α-Gal-IgE und Erstinfusionreaktionen und Allergenität von Ustekinumab – Serinprotease-like protein B SplB aus Staphy
Leitlinie
S2k-Leitlinie – Standardisierte Durchführung des nasalen und konjunktivalen Provokationstests bei allergischen Erkrankungen der oberen Atemwege
Standardized application of the nasal and conjunctival provocation test on allergic diseases of the upper airways
U. Förster-Ruhrmann, T. Ankermann, S. Becker, P. Bubel, M. Cuevas, M. Gröger, L. Klimek, L. Lange, K. Milger, P. Maier, N. Muelleneisen, D. Nowak, H. Olze, U. Pleyer, W. Schlenter, S. Schmidt, A. Schuster, M. Wagenmann, B. Wedi und O. Pfaar
Price
42.00 $
Jahrgang 49 (2026) p. 439 - 467
Abstract
Allergologie, Jahrgang 49, Nr. 9/2026, S. 439-468
S2k-Leitlinie – Standardisierte Durchführung des nasalen und konjunktivalen Provokationstests bei allergischen Erkrankungen der oberen Atemwege
U. Förster-Ruhrmann1, T. Ankermann2, S. Becker3, P. Bubel4, M. Cuevas5, M. Gröger6#7, L. Klimek8, L. Lange9, K. Milger10#11, P. Maier12, N. Muelleneisen13, D. Nowak14, H. Olze1, U. Pleyer15, W. Schlenter16, S. Schmidt17, A. Schuster18, M. Wagenmann19, B. Wedi20 und O. Pfaar21
1Klinik für Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 2Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Städtisches Krankenhaus Kiel, 3Klinik für Hals-Nasen- und Ohren- heilkunde, Universitätsklinikum Tübingen, 4HNO-Praxis, Eisleben, 5Klinik für Hals-Nasenund Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Dresden, 6Klinik für Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde, LMU Klinikum, LMU München, 7HNO am Maximiliansplatz, München, 8Allergiezentrum Wiesbaden, 9Klinik für Kinder-und Jugendmedizin, GFO Kliniken, Bonn, 10Universitätsklinik für Innere Medizin, Klinische Abteilung für Pneumologie, Lung Research Cluster, Medizinische Universität Graz, Österreich, 11Medizinische Klinik und Poliklinik V, LMU Klinikum, LMU München, Comprehensive Pneumology Center, Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), München, 12Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg, 13Asthma- und Allergiezentrum Leverkusen, 14Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, LMU München, 15Klinik für Augenheilkunde, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 16Langenselbold, 17 Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Greifswald, 18Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf, 19Klinik für HNO-Heilkunde, Universitätsklinikum Düsseldorf, 20Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Comprehensive Allergy Center, MHH, Hannover, 21Sektion für Rhinologie und Allergologie, Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Universitätsklinikum Marburg, Philipps-Universität Marburg, Deutschland
Zahlreiche Belege bestätigen, dass die allergische Rhinitis (ICD J30.3) eine chronische Erkrankung ist, die weltweit bei Kindern und Erwachsenen weit verbreitet ist. Die Folgen sowohl für die Gesundheitssysteme als auch auf individueller Patientenebene werden oft unterschätzt, und die Erkrankung wird unzureichend behandelt. Zudem geht die allergische Rhinitis häufig mit Begleiterkrankungen einher, die den Schweregrad der Erkrankung zusätzlich beeinflussen. Die Allergenprovokation der leicht zugänglichen Nasenschleimhaut (nasaler Allergenprovokationstest: NPT) oder der Bindehaut (konjunktivaler Allergenprovokationstest: KPT) reproduziert die allergenabhängige, IgE-vermittelte allergische Reaktion unter kontrollierten und standardisierten Bedingungen. Diese Verfahren gelten als diagnostischer Goldstandard, insbesondere bei unklaren Ergebnissen primärer allergologischer Tests, und ermöglichen die klinisch relevante Identifizierung des ursächlichen Allergens. Zugelassene Testallergene sind entscheidend für die Gewährleistung der methodischen Qualität des NPT. Ihre Verfügbarkeit ist jedoch zunehmend eingeschränkt, obwohl ausreichende Mengen an Allergenlösungen für qualitativ hochwertige nasale Allergentests unverzichtbar bleiben. Die einseitige Allergenprovokation hat sich in Deutschland seit Jahrzehnten in der klinischen Routine etabliert und es findet sich ausreichend Literatur hierfür. In internationalen Positionspapieren weicht man hiervon ab. Der konjunktivale Provokationstest ist ein einfach anzuwendender und sicherer Test. Er wird vor allem bei der perennialen und in bestimmte Fragestellungen bei der saisonalen allergischen Konjunktivitis, seltener bei der Keratokonjunktivitis vernalis und der atopischen Keratokonjunktivitis eingesetzt. Er dient in erster Linie der Allergenidentifikation, ggf. vor einer Allergen-Immuntherapie (AIT). Dabei kann er auch bei der Überprüfung und Überwachung des Therapieeffekts einer AIT oder einer antiallergischen Behandlung eingesetzt werden. Obwohl hochsensitiv, bleibt das Verfahren der nasalen ASS-Provokation ein zeitaufwändiges Verfahren. Auch wenn es bei Kindern eine Herausforderung darstellt, liefert der NPT klinisch relevante zusätzliche diagnostische Informationen über die Ursachen allergischer Symptome. Eine allergologische Diagnostik schließt auch die pneumologische Diagnostik ein. Diese ist insbesondere bei Patienten mit bekanntem Asthma oder anhand der klinischen Symptome bei v. a. Asthma sinnvoll. Sowohl die Aktive Anteriore Rhinomanometrie (AAR) als auch Peak Nasal Inspiratory Flow (PNIF) Messungen werden in Deutschland als Standardverfahren zur Beurteilung der Ergebnisse des NPT angewendet. In Einzelfällen können auch andere rhinometrische Verfahren zur Anwendung kommen.
Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren
Förster-Ruhrmann U, Ankermann T, Becker S, et al. S2k-Guideline – Standardized application of the nasal and conjunctival provocation test on allergic diseases of the upper airways. Allergol Select. 2026; 10: 234-258
DOI 10.5414/ALX02647ECorrespondence to:
Dr. med. Ulrike Förster-Ruhrmann (Koordinatorin)
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Charité Mitte
Charitéplatz 1
10117 Berlin
und
Prof. Dr. med. Oliver Pfaar (Koordinator)
Sektion für Rhinologie und Allergologie
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Kopf- und Hals-Chirurgie
Universitätsklinikum Marburg
Philipps-Universität Marburg
Baldingerstrasse, 35043 Marburg
Email: [email protected]; [email protected]
CAC in Deutschland
Wir stellen uns vor: Allergiezentrum Nord-West (AZNW) am Universitätsklinikum Münster
Presentation of the Allergy Center Nord- West (AZNW) of the University HospitalMünster
I. Lesmann, I. Nierkamp, R. Gellner, R. Hasseli-Fräbel, A. Koechel, M. Mohr, B. Schlüter, J. Tebbe und M. Sulk
Price
42.00 $
Jahrgang 49 (2026) p. 470 - 480
Abstract
Allergologie, Jahrgang 49, Nr. 9/2026, S. 470-480
Wir stellen uns vor: Allergiezentrum Nord-West (AZNW) am Universitätsklinikum Münster
I. Lesmann1, I. Nierkamp2, R. Gellner3, R. Hasseli-Fräbel4, A. Koechel5, M. Mohr6, B. Schlüter7, J. Tebbe8 und M. Sulk1
1Klinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster, 2Klinik für Hals-Nasen- Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Münster, 3Klinik für Innere Medizin B (Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie, Klinische Infektiologie), Universitätsklinikum Münster, 4Klinik für Innere Medizin D (Allg. Innere Medizin und Notaufnahme sowie Nieren- und Hochdruckkrankheiten und Rheumatologie), Universitätsklinikum Münster, 5Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Münster, 6Klinik für Innere Medizin A (Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Pneumologie), Universitätsklinikum Münster, 7Zentrallabor (UKM Labor), Universitätsklinikum Münster, 8Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Allgemeine Pädiatrie, Universitätsklinikum Münster
Das Allergiezentrum Nord-West (AZNW) des Universitätsklinikums Münster wurde im Oktober 2025 gegründet und konnte im April 2026 erfolgreich als Comprehensive Allergy Center (CAC) durch die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) zertifiziert werden. Im AZNW arbeiten die Klinik für Hautkrankheiten, die Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, die Klinik für Innere Medizin A (Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Pneumologie), die Klinik für Innere Medizin B (Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie, Klinische Infektiologie), sowie die Klinik für Innere Medizin D (Allg. Innere Medizin und Notaufnahme sowie Nieren- und Hochdruckkrankheiten und Rheumatologie), die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Allgemeine Pädiatrie und die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie interdisziplinär zusammen. Zusätzlich ist das Zentrallabor (UKM Labor) beratend tätig. Ziele und Strukturen des AZNW sowie die Schwerpunkte der einzelnen Bereiche werden nachfolgend vorgestellt.Correspondence to:
Dr. med. Mathias Sulk
Bereichsleitung Allergologie und Berufsdermatologie
Zentrumssprecher Allergiezentrum Nord-West (AZNW)
Klinik für Hautkrankheiten
Universitätsklinikum Münster
Von-Esmarch-Str. 58
48149 Münster
Email: [email protected]
Autorenreferate
21. Deutscher Allergiekongress; 1. – 3. Oktober 2026, Wiesbaden
Kongresspräsidenten: Prof. Dr. Sven Becker, Tübingen, und Prof. Dr. Ludger Klimek, Wiesbaden
Login
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Jahrgang 49 (2026) p. 481 - 524
Abstract
Allergologie, Jahrgang 49, 9/2026, S. 481-524
21. Deutscher Allergiekongress; 1. – 3. Oktober 2026, Wiesbaden
Kongresspräsidenten: Prof. Dr. Sven Becker, Tübingen, und Prof. Dr. Ludger Klimek, Wiesbaden
Editor`s Note
Spirometrie und „race“
C. Buck, M. Hennen, H.J. Smith, C. Schmidt, K. Toischer, U. Butt, W. Windisch und C.P. Criée
Login
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Jahrgang 52 (2026) p. 391 - 393
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 52, Nr. 9/2026, S. 391-393
Spirometrie und „race“
C. Buck, M. Hennen, H.J. Smith, C. Schmidt, K. Toischer, U. Butt, W. Windisch und C.P. Criée
Künstliche Intelligenz in der Pneumologie
Editorial
Editorial
D.F. Heigener
Login
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Jahrgang 52 (2026) p. 394 - 394
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 52, Nr. 9/2026, S. 394
Editorial
D.F. Heigener
Künstliche Intelligenz in der Pneumologie
Begrifflichkeiten der Künstlichen Intelligenz
Terms of artificial intelligence
C. Wesseler
Price
42.00 $
Jahrgang 52 (2026) p. 395 - 401
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 52, Nr. 9/2026, S. 395-401
Begrifflichkeiten der Künstlichen Intelligenz
C. Wesseler
Asklepios Klinikum Harburg, Hamburg
Die Pneumologie steht, wie viele andere medizinische Fachgebiete, an der Schwelle einer tiefgreifenden Transformation durch die Künstliche Intelligenz (KI). Die rasante Entwicklung und Anwendung von KI-Technologien verspricht Diagnostik, Therapieplanung und Patientenmanagement in bisher ungeahntem Maße zu optimieren. Dieser Beitrag beleuchtet die aktuellen Begrifflichkeiten. Durch die rasante Entwicklung der Technologie fällt es im Alltag nicht einfach, dem Thema zu folgen und mit dem Vokabular der Technik richtig umzugehen. KI ist nicht gleich KI, es gibt verschiedene Modelle für unterschiedliche Einsatzzwecke. Neben dem einfachen Chatbot zur Unterhaltung oder digitalen Organisation der Telefonanrufe stehen komplexe Modelle für die wissenschaftliche Recherche und Analyse oder Maschinenlernen am Modell für die verbesserte und sichere Diagnostik zur Verfügung (zum Beispiel EKG-Analyse, Lungenfunktionen), Bildmodelle können in der Radiologie zur Befundung von radiologischen Aufnahme den Menschen unterstützen. Wichtig ist zu verstehen, dass wir es aktuell nicht mit einer Superintelligenz sondern eher mit fleissigen Praktikanten oder Assistenten zu tun haben, die ihre Aufgaben nach Ihren Möglichkeiten nur so gut erfüllen können, wie die an sie gestellte Frage oder Aufgabe ist, oder das Modell mit denen sie trainiert wurde. Was wiederrum bedeutet, sie ist nur so gut wie der Mensch, der sie bedient und versteht, was die richtige Frage (sogenanntes Prompting) für ein Problem sein kann oder das richtige Lernmaterial anbietet. Der EU AI Act soll den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Zukunft regeln, in dem die technische Gestaltung, individuelle Kompetenzförderung und organisationale Aufsichtsstrukturen reguliert werden. In Deutschland ist der KI-Einsatz in der medizinischen Praxis (aktuell Stand 1/2026) durch das strenge Medizinprodukte-Gesetz stark eingeschränkt.Correspondence to:
Dr. med. Claas Wesseler
Asklepios Klinikum Hamburg
Eißendorfer Pferdeweg 52
21075 Hamburg
Email: [email protected]
Künstliche Intelligenz in der Pneumologie
Künstliche Intelligenz in der Radiologie – Lungenkrebsscreening als Blaupause
Artificial Intelligence in radiology – Lung cancer screening as a blueprint for clinical implementation
A. Faron und D. Kütting
Price
42.00 $
Jahrgang 52 (2026) p. 402 - 408
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 52, Nr. 9/2026, S. 402-408
Künstliche Intelligenz in der Radiologie – Lungenkrebsscreening als Blaupause
A. Faron1#2 und D. Kütting3
1Radiologische Allianz eGBR, Hamburg, 2LungenClinic Grosshansdorf, Großhansdorf, 3Klinikum Stuttgart, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Stuttgart
Mit dem Start des Nationalen Lungenkrebsscreening-Programms in Deutschland zum 01. April 2026 beginnt eine neue Ära der präventiven Diagnostik in der Radiologie. Die zugrundeliegende gesetzliche Verpflichtung sieht erstmals den obligatorischen Einsatz computergestützter Detektionssysteme (CAD) zur Identifizierung und Charakterisierung pulmonaler Rundherde vor. Da die aktuell kommerziell verfügbaren Lösungen primär auf Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) basieren, etabliert das Lungenkrebsscreening ein ideales Modell für die systematische Integration von KI-Verfahren in die klinische Routine. Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Technik zu geben, einschließlich einer kritischen Würdigung ihrer Stärken und Limitationen. Ferner werden die spezifischen Anforderungen an die Qualitätssicherung erörtert und zukünftige Entwicklungsrichtungen aufgezeigt. Über die Diskussion etablierter CAD-Systeme hinaus werden neuartige Konzepte zur Risikostratifizierung sowie die Extraktion und Nutzung opportunistischer Informationen aus den Screening-Datensätzen thematisiert.Correspondence to:
PD Dr. med. Anton Faron
Radiologische Allianz eGBR
Otto-Wels-Straße 49
22297 Hamburg
Email: [email protected]
Künstliche Intelligenz in der Pneumologie
Künstliche Intelligenz in der Pathologie: Grundlagen und Anwendungen mit Schwerpunkt Lungenpathologie
Artificial intelligence in pathology: Fundamentals and applications with a focus on pulmonary pathology
F. Länger und R. Bülow
Price
42.00 $
Jahrgang 52 (2026) p. 409 - 418
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 52, Nr. 9/2026, S. 409-418
Künstliche Intelligenz in der Pathologie: Grundlagen und Anwendungen mit Schwerpunkt Lungenpathologie
F. Länger und R. Bülow
Institut für Pathologie, UKA der RWTH Aachen
Die Pathologie befindet sich im Übergang von der traditionellen, mikroskopischen Begutachtung zu einer datengetriebenen, digitalen Diagnostik. Künstliche Intelligenz (KI), vor allem Methoden des maschinellen Lernens und Deep Learnings, kann Whole-Slide-Images (WSI) analysieren, Strukturen erkennen, quantifizieren und Muster mit klinisch relevanten Endpunkten verknüpfen. Diese Übersichtsarbeit erläutert grundlegende KI-Konzepte (Daten, Modelle, Training, Validierung, Bias, Interpretierbarkeit) und ordnet zentrale Einsatzgebiete in der Pathologie ein: Automatisierung repetitiver Aufgaben, Qualitätskontrolle, Biomarker-Scoring, Prognose- und Prädiktionsmodelle sowie Unterstützung bei der Fallpriorisierung. Ein Schwerpunkt liegt auf der Lungenpathologie. In der neoplastischen Diagnostik reichen Anwendungen von Tumordiagnostik über Subtypisierung in Biopsien bis zur KI-gestützten Quantifizierung prädiktiver Marker und zur Vorhersage molekularer Alterationen aus H&E-Schnitten. In der nicht neoplastischen Lungenpathologie werden Ansätze zur Klassifikation interstitieller Pneumonien, zur Erkennung und Quantifizierung fibrosierender Muster diskutiert.Correspondence to:
Dr. Florian Länger
Institut für Pathologie
UKA der RWTH Aachen
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen
Email: [email protected]
Künstliche Intelligenz in der Pneumologie
Künstliche Intelligenz in der Strahlentherapie von Thoraxtumoren: klinische Integration, Nutzen und zukünftige Perspektiven
Artificial intelligence in the radiotherapy of thoracic tumors: clinical integration, benefits, and future perspectives
C. Petersen und M. Grohmann
Price
42.00 $
Jahrgang 52 (2026) p. 419 - 425
Abstract
Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 52, Nr. 9/2026, S. 419-425
Künstliche Intelligenz in der Strahlentherapie von Thoraxtumoren: klinische Integration, Nutzen und zukünftige Perspektiven
C. Petersen1 und M. Grohmann1#2
1Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, 2Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig
Die Strahlentherapie ist bei thorakalen Tumoren, insbesondere beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC), ein zentraler Bestandteil kurativer und palliativer Konzepte. Weltweit werden jährlich über 2,2 Millionen neue Fälle diagnostiziert; die Erkrankung bleibt eine führende Todesursache [1]. Die anatomische Komplexität des Thorax, respiratorische Bewegungen und dynamische anatomische Veränderungen erfordern eine hochpräzise Bestrahlung. Traditionell basiert diese auf manueller Analyse, was zeitaufwendig ist und eine hohe Variabilität aufweist. Künstliche Intelligenz (KI), insbesondere Deep Learning, führt hier zu einer Transformation radioonkologischer Prozesse. Diese Übersicht synthetisiert aktuelle Fortschritte der KI-gestützten Strahlentherapie. Diskutiert werden automatisierte Zielvolumendefinition, online-adaptive Strahlentherapieplattformen (oART), KI-basiertes Bewegungsmanagement und prädiktive Radiomics-Modelle. Deep-Learning-Modelle ermöglichen eine automatisierte Segmentierung von Zielvolumina mit Dice-Koeffizienten von ca. 74 – 77% und reduzieren die Interobserver-Variabilität signifikant [2]. Prospektive Studien belegen, dass KI-assistierte Konturierung die Genauigkeit im Vergleich zur rein manuellen Konturierung verbessert [2]. Online-adaptive Workflows (oART) nutzen KI zur Plananpassung in Echtzeit am Gerät [4]. Erste Daten zum PULSAR-Konzept (Personalized Ultra-Fractionated Stereotactic Adaptive Radiotherapy) demonstrieren eine verbesserte Schonung von Risikoorganen durch tagesaktuelle Adaptation [5]. Radiomics-basierte Modelle identifizieren zudem Patienten mit erhöhtem Risiko für eine strahleninduzierte Pneumonitis oder Immuntherapie assoziierte Nebenwirkungen [6, 7]. KI ermöglicht einen Paradigmenwechsel hin zur personalisierten Präzisionsradiotherapie. Durch exaktere Konturierung und prädiktive Analysen kann die therapeutische Breite vergrößert werden. Zukünftige Schwerpunkte liegen auf der multizentrischen Validierung und der Integration in klinische Routine-Workflows.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Cordula Petersen
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Universitätsklinikum Hamburg – Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Email: [email protected]