Herzgruppen in Rheinland-Pfalz – Befragungen von Teilnehmern und Gruppenleitern
J. Schmidt1, M. Keck2,3, P. Ritter3, B. Krönig3, R. Stahlheber3, R. Nübling1
1 Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG), Karlsruhe, 2 Drei-Burgen-Klinik, Bad Münster, und Reha-Kompetenzzentrum Bad Kreuznach/Bad Münster am Stein-Ebernburg, 3 Landesverband für Prävention und Rehabilitation von Herz- Kreislauferkrankungen Rheinland-Pfalz e.V., Koblenz
DOI 10.5414/PRX00412
Abstrakt
In Ergänzung zu Qualitätsüberprüfungen in Form von Vor-Ort-Visitationen der Herzgruppen [12, 16] hat der Landesverband Rheinland-Pfalz im Rahmen seiner Qualitätssicherung der Herzgruppenarbeit in den Jahren 2008 und 2010 schriftliche Befragungen von Herzgruppenteilnehmern, Herzgruppenverantwortlichen, Übungsleitern und Herzgruppenärzten durchgeführt, welche die verschiedenen Sichtweisen transparent machen und Anhaltspunkte für Verbesserungspotenziale liefern sollten. Die befragten Herzgruppenteilnehmer (n = 565; Rücklaufquote: 40,5%; 72,6% Männer; durchschnittlich 68,5 Jahre alt) zeigten insgesamt ein sehr hohes Maß an Zufriedenheit mit ihrer Herzgruppe und waren vom persönlichen Nutzen überzeugt. In der Gesamtschau konnte auf Teilnehmerebene eine große Akzeptanz der Herzgruppenarbeit beobachtet werden, wobei von den Befragten mehrheitlich positive gesundheitliche Effekte (z.B. Reduzierung von Risikofaktoren, Verbesserung des Befindens) berichtet wurden. Auch die befragten Herzgruppenverantwortlichen (n = 67; Rücklaufquote: 50,8%; 47,8% Männer; durchschnittlich 57 Jahre alt) waren in der großen Mehrheit (87,7%) mit ihrer Tätigkeit im Trägerverein zufrieden bzw. sehr zufrieden. Jeweils knapp die Hälfte der Befragten berichtete weiterhin, dass die durchschnittliche Zahl der geförderten Teilnehmer nach Inkrafttreten der Rahmenvereinbarung 2003 (begrenzte/r Leistungsumfang/Förderung) zurückgegangen sei und dass der Übungsbetrieb derzeit nicht kostendeckend durchgeführt werde könne. Mehrheitlich zufrieden mit ihrer Tätigkeit zeigten sich auch die befragten Übungsleiter (n = 150: Rücklaufquote: 46,9%; 76,9% Frauen; Durchschnittsalter: 51,1 Jahre) und Herzgruppenärzte (n = 170; Rücklaufquote: 28,4%; 69,4% Männer; durchschnittlich 51,3 Jahre alt). Als vorrangige Problempunkte wurden von den befragten Übungsleitern und Ärzten das derzeitige Abrechnungssystem der Kostenträger, die Motivation der Ärzte und der Mangel an qualifizierten Ärzten genannt.
Autoreninformation
Autoren
Abteilungen
- 1 Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG), Karlsruhe,
- 2 Drei-Burgen-Klinik, Bad Münster, und Reha-Kompetenzzentrum Bad Kreuznach/Bad Münster am Stein-Ebernburg,
- 3 Landesverband für Prävention und Rehabilitation von Herz- Kreislauferkrankungen Rheinland-Pfalz e.V., Koblenz
Adresse
Dr. Dipl.-Psych. J. Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG)
Wendtstraße 1
D–76185 Karlsruhe
Email:
[email protected]
Citation
J. Schmidt, M. Keck, P. Ritter, B. Krönig, R. Stahlheber und R. Nübling.Herzgruppen in Rheinland-Pfalz – Befragungen von Teilnehmern und Gruppenleitern. 2011; 23: 143-155. doi: 10.5414/PRX00412.