Allergologie, Jahrgang 34 - April (212 - 228)

Hauttests zur Diagnostik von allergischen Soforttypreaktionen
F. Ruëff1, K.-C. Bergmann2, K. Brockow3, T. Fuchs4, A. Grübl5, K. Jung6, L. Klimek7, H. Müsken8, O. Pfaar7, B. Przybilla1, H. Sitter9, W. Wehrmann10
1 AllergieZentrum, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Ludwig-Maximilians-Universität München, 2 Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 3 Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München, 4 Abteilung Dermatologie und Venerologie, Universitätsmedizin Göttingen, 5 Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Klinikum Schwabing, München, 6 Praxis für Dermatologie und Immunologie, Erfurt, 7 Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 8 Praxis für Innere Medizin, Pneumologie, Allergologie, Umweltmedizin, Sozialmedizin und Rehabilitationswesen, Bad Lippspringe, 9 Institut für Chirurgische Forschung, Philipps-Universität Marburg, 1  0 Praxis für Dermatologie, Münster

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DOI 10.5414/ALP34212

Abstrakt

Das Prinzip der Hauttests bei IgE-vermittelter Soforttypallergie besteht darin, das Allergen an die in der Dermis liegenden, IgE-Antikörper tragenden Mastzellen heranzubringen. Bei Mastzellaktivierung kommt es zu einer Freisetzung von Mediatoren; die im Wesentlichen durch Histamin ausgelöste sichtbare Testreaktion zeigt sich als Quaddel und Rötung. Die Indikation zum Hauttest ergibt sich bei Verdacht auf eine allergische Erkrankung vom Soforttyp. Systemische Reaktionen bei Hauttests sind sehr selten. Für diesen Fall muss eine Notfallversorgung verfügbar sein. Relative Kontraindikationen sind Hautkrankheiten im Testfeld, ein deutlich beeinträchtigter Allgemeinzustand und schweres, therapeutisch nicht adäquat eingestelltes Asthma bronchiale. Für Tests, die mit einem erhöhten Risiko einer systemischen anaphy- laktischen Reaktion behaftet sind, gelten eine Behandlung mit b-Blockern oder Schwangerschaft als weitere Kontraindikationen. Hauttests können in jedem Lebensalter vorgenommen werden, wobei im Säuglings- und Kleinkindalter die Indikation zurückhaltend zu stellen ist. Auswaschphasen von das Testergebnis möglicherweise verfälschenden Arzneistoffen sowie eine Refraktärperiode von etwa einer Woche nach einer akuten anaphylaktischen Reaktion sind zu berücksichtigen. Sofern Hauttests in Betracht kommen, ist der Prick-Test die Methode der ersten Wahl. Der Intrakutantest ist sensitiver als der Prick-Test und soll vor allem dann vorgenommen werden, wenn der Prick-Test unauffällig ist. Die Tests werden an der Volarseite der Unterarme durchgeführt, beim schmerzhafteren Intrakutantest ist auch der weniger empfindliche Rücken geeignet. Zunächst sollen immer Tests mit standardisierten Extrakten vorgenommen werden. Auf andere Testsubstanzen soll nur dann ausgewichen werden, wenn standardisierte Testallergene nicht verfügbar sind oder Tests mit ihnen nicht weiterführend waren. Kommt es zu einer Testreaktion gegen selbst zubereitetes Testmaterial, so müssen Kontrollpersonen mitgetestet werden, um unspezifische Reaktionen auszuschließen. Die Ablesung erfolgt nach 15 – 20 Minuten. Als positive Testreaktion gilt beim Prick-Test ein mittlerer Quaddeldurchmesser von ³ 3 mm, beim Intrakutantest von ³ 5 mm. Trotz bestehender allergischer Reaktionslage können Hauttests negativ sein. Im Fall einer positiven Testreaktion sind durch Bezug auf die Anamnese und gegebenenfalls durch Provokationstests klinisch relevante von irrelevanten Testreaktionen zu unterscheiden. Aus einer klinisch stummen Sensibilisierung ergibt sich in aller Regel keine praktische Konsequenz.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 AllergieZentrum, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Ludwig-Maximilians-Universität München,
  • 2 Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin,
  • 3 Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München,
  • 4 Abteilung Dermatologie und Venerologie, Universitätsmedizin Göttingen,
  • 5 Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Klinikum Schwabing, München,
  • 6 Praxis für Dermatologie und Immunologie, Erfurt,
  • 7 Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden,
  • 8 Praxis für Innere Medizin, Pneumologie, Allergologie, Umweltmedizin, Sozialmedizin und Rehabilitationswesen, Bad Lippspringe,
  • 9 Institut für Chirurgische Forschung, Philipps-Universität Marburg,
  • 1 
  • 0 Praxis für Dermatologie, Münster

Adresse

PD Dr. med. Franziska Ruëff
AllergieZentrum
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie
Ludwig-Maximilians-Universität
Frauenlobstraße 9 – 11
D–80337 München
Email: [email protected]

Citation

F. Ruëff, K.-C. Bergmann, K. Brockow, T. Fuchs, A. Grübl, K. Jung, L. Klimek, H. Müsken, O. Pfaar, B. Przybilla, H. Sitter und W. Wehrmann.Hauttests zur Diagnostik von allergischen Soforttypreaktionen. 2011; 34: 212-228. doi: 10.5414/ALP34212.

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