Entwicklung des BELANA-Fragebogens zur Analyse der ökonomischen Belastungen von Patienten mit Nahrungsmittelallergie und -unverträglichkeit
N. Rösch1, S. Schnadt2, R. Herbst1, A. Arens-Volland1, S. Kohler1, F. Feidert3, P. Schmalz4, K. Hermann4, R. Mösges4
1 Centre de Recherche Public Henri Tudor, Luxembourg, 2 Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB), Mönchengladbach, 3 Clinique d’Eich, Centre Hospitalier de Luxembourg, 4 Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie der Universität zu Köln (IMSIE)
DOI 10.5414/ALP34177
Abstrakt
Einleitung: Patienten mit Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten müssen umfassende Vermeidungsstrategien anwenden, gleichzeitig aber auf eine ausgewogene Ernährung achten. Bislang fehlen notwendige Erhebungen zur Quantifizierung der verursachten gesundheitsökonomischen Belastungen bei diesen Patienten. Methodik: Der hier vorgestellte BELANA-Fragebogen (Belastungsanalyse bei Nahrungsmittelallergie und -unverträglichkeit) dient der Erfassung zeitlicher und ökonomischer Aufwendungen aus der Perspektive der Patienten. Zur komplementären Messung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (Health Related Quality of Life, HR-QoL) bietet sich eine Kombination aus dem im EuroPrevall-Forschungsprojekt entwickelten krankheitsspezifischen FAQLQ-AF (Food Allergy Quality of Life Questionnaire – Adult Form) und dem generischen SF-12v1 (Short Form-12 Health Survey) an. Ergebnisse: BELANA erhebt 6 gesundheitsökonomisch relevante Items und ist für den Einsatz in internationalen Vergleichen vorgesehen. BELANA verzichtet bewusst auf Fragen, die in Lebensqualitätsfragebögen bereits enthalten sind oder zu Verweigerungstendenzen führen könnten. In einer webbasierten Pilotbefragung mit 51 Betroffenen wurde die Fragebogenkombination aus BELANA, FAQLQ-AF und SF-12v1 auf ihre Praktikabilität hin untersucht. Die Verwendung des elektronischen Formulars ermöglichte es, den zeitlichen Aufwand bei Erhebung und Auswertung zu limitieren und Plausibilitätsprüfungen vorzunehmen. Diskussion: Die Praktikabilität der gewählten Befragungsmethode wird einerseits durch den hohen Anteil an fertig bearbeiteten Fragebögen (50 von 51) und andererseits durch die Beantwortungsquoten bei den ökonomischen Items von BELANA (76 – 100%) bestätigt. Ebenso ist der geringe mittlere Zeitbedarf von 22 Minuten ein Indiz dafür, dass die Kombination aus BELANA, FAQLQ-AF und SF-12v1 für webbasierte Patientenbefragungen geeignet ist. Ein möglicher altersbedingter Selektionsbias konnte innerhalb der Pilotbefragung nicht bestätigt werden. Das mittlere Alter der Teilnehmer betrug 37,9 Jahre (Mindestalter 18 Jahre, Spannweite 19 – 72 Jahre, Standardabweichung 12,4 Jahre). Der überwiegende Teil der Befragten war weiblich (44 von 50), was bei geschlechtsspezifischen Fragestellungen beachtet werden sollte. Schlussfolgerung: Es ist zu erwarten, dass der weitere Einsatz des BELANA-Fragebogens zur Quantifizierung der Belastungen bei Patienten mit Nahrungsmittelallergie und -unverträglichkeit beitragen kann.
Autoreninformation
Autoren
Abteilungen
- 1 Centre de Recherche Public Henri Tudor, Luxembourg,
- 2 Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB), Mönchengladbach,
- 3 Clinique d’Eich, Centre Hospitalier de Luxembourg,
- 4 Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie der Universität zu Köln (IMSIE)
Adresse
Dr. rer. medic. N. Rösch
Centre de Recherche Public Henri Tudor
29, avenue John F. Kennedy
L–1855 Luxembourg-Kirchberg
Email:
[email protected]
Citation
N. Rösch, S. Schnadt, R. Herbst, A. Arens-Volland, S. Kohler, F. Feidert, P. Schmalz, K. Hermann und R. Mösges.Entwicklung des BELANA-Fragebogens zur Analyse der ökonomischen Belastungen von Patienten mit Nahrungsmittelallergie und -unverträglichkeit. 2011; 34: 177-190. doi: 10.5414/ALP34177.