Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 37 - Januar (25 - 29)

Obesitas-Hypoventilations-Syndrom: mehr als obstruktives Schlafapnoe-Syndrom?
K.H. Rühle, G. Nilius
Klinik für Pneumologie, Klinik Ambrock, Hagen, Universität Witten-Herdecke

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DOI 10.5414/ATP37025

Abstrakt

Das Obesitas-Hypoventilations-Syndrom (OHS) wird charakterisiert durch Adipositas (BMI > 30 kg/m2), eine schlafbezogene Atmungsstörung und alveoläre Hypoventilation mit Hyperkapnie (PaCO2 > 45 mmHg) im Wachzustand. Die Ursachen des OHS beruhen auf einer durch die Adipositas veränderten Atemmechanik und einer Atmungsregulationsstörung. Im Vergleich zum obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) sind Lebenserwartung und Lebensqualität vermindert. Das Risiko für eine pulmonale Hypertonie ist im Vergleich zum reinen OSA erhöht. Die Kosten, die durch ein OHS verursacht werden, liegen im Vergleich zu Obesitas-Patienten ohne Hyperkapnie wesentlich höher. Die Therapie des OHS mit CPAP ist in mehr als der Hälfte der Fälle erfolgreich. Gelingt es nicht, die Apnoe-Frequenz zu normalisieren sowie die nächtliche Desaturation und die Tageshyperkapnie zu beseitigen, sollten BiPAP-Verfahren eventuell in Kombination mit zusätzlicher O2-Zufuhr zum Einsatz kommen. Die Entscheidung über das endgültige Therapieverfahren kann oftmals erst nach einigen Wochen getroffen werden, deshalb sind Kontrolluntersuchungen unerlässlich. Bei guter Therapieadhärenz ist eine Verbesserung der Hyperkapnie zu erwarten. Da die Obesitas in starkem Maße mit der Hypoventilation korreliert, sollte eine relevante Gewichtsabnahme angestrebt werden. Konservative, medikamentös unterstützte Verfahren zur Gewichtsreduktion sind aufwendig und häufig nicht nachhaltig. Bei mittel- und schwergradiger Adipositas sollten auch operative Verfahren diskutiert werden. Im Vergleich zu Magen-Bypass und Gastroplastik stellt das Magenbanding ein weniger invasives Verfahren dar. Trotz der durch operative Verfahren erreichten Gewichtsreduktion persistiert das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom, wenn auch in geringerer Ausprägung. Durch frühzeitige Diagnostik und Therapie des OHS können Komplikationen des im Vergleich zu OSAS schwergradigeren Krankheitsbildes verhindert werden.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • Klinik für Pneumologie, Klinik Ambrock, Hagen, Universität Witten-Herdecke

Adresse

Prof. Dr. med. K.H. Rühle
Klinik für Pneumologie
Klinik Ambrock
Ambrocker Weg 60
D–58091 Hagen
Email: [email protected]

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Citation

K.H. Rühle und G. Nilius.Obesitas-Hypoventilations-Syndrom: mehr als obstruktives Schlafapnoe-Syndrom?. 2011; 37: 25-29. doi: 10.5414/ATP37025.

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