Leitsymptome der Pneumologie: Dyspnoe K.-H. Rühle, G. Nilius Klinik für Pneumologie, HELIOS-Klinik Ambrock, Hagen
DOI 10.5414/ATP36428
Abstrakt
Bei Dyspnoe handelt es sich um eine subjektive Erfahrung von Atembeschwerden, die aus qualitativ unterschiedlichen Empfindungen mit wechselnder Intensität bestehen. Atemnot resultiert aus Zusammenspiel von physiologischen, psychologischen, sozialen und Umweltfaktoren und kann physiologische Veränderungen und Verhaltensreaktionen auslösen. In der vorliegenden Übersicht soll hauptsächlich auf die pulmonal bedingte Dyspnoe näher eingegangen werden. Akute Atemnot ist das wichtigste Symptom bei Asthma bronchiale, chronische Dyspnoe stellt die häufigste und am meisten beeinträchtigende Beschwerdesymptomatik bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) dar. Dyspnoe entsteht aus einer Aktivierung des sensorischen und affektiven Kontrollsystems der Atmung. Lufthunger stellt ein wichtiges Signal dar, welches ähnlich wie die Empfindung von Schmerz vor einer eventuell lebensbedrohlichen Gefahr warnt. Mittels funktioneller Magnetresonanztomografie können neuerdings die Aktivierungswege im limbischen System des Zentralnervensystems untersucht werden. Neben der Anamnese stehen zur Beurteilung von Dyspnoe während der täglichen Aktivität und unter Belastung verschiedene Fragebögen zur Verfügung. Die Patienten beschreiben die Atemnot mit relativ charakteristischen Begriffen, sodass eine schnelle Zuordnung zu einer pulmonalen oder kardialen Erkrankung möglich ist. Neben der medikamentösen, antiobstruktiven Therapie von Asthma und COPD stehen physikalische Maßnahmen im Vordergrund. Durch regelmäßiges Ergometer-Training bei COPD gelingt es zum Beispiel, die körperliche Leistungsfähigkeit und die Dyspnoe zu verbessern. Sauerstofftherapie zur Reduktion der Ventilation, Atemmuskeltraining, medikamentöse Dämpfung des zentralen Atemantriebs sowie pharmakologische oder verhaltenstherapeutische Ansätze zur Veränderung der zentralen Wahrnehmung stellen weitere Optionen zur Behandlung der Dyspnoe dar.
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