Allergologie, Jahrgang 32 - November (433 - 440)

Die Cluster-Immuntherapie bei allergischer Rhinokonjunktivitis. Übersicht über ein innovatives Therapiekonzept
O. Pfaar1,2, K. Hörmann1, L. Klimek1,2
1 HNO-Universitätsklinik Mannheim, 2 Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden

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DOI 10.5414/ALP32433

Abstrakt

Die Effektivität der SIT ist neben der richtigen Indikationsstellung abhängig vom spezifischen Allergen, der Qualität und der Gesamtdosis der verabreichten Allergenextrakte und dem Applikationsschema. Bei der klassischen SCIT wird ein Allergenextrakt in einer initialen Phase der Dosissteigerung (in wöchentlichen Abständen, sog. “Induktionstherapie”) repetitiv in ansteigenden Dosen subkutan appliziert, woran sich die Phase der individuellen Erhaltungsdosierung (in monatlichen Abständen) anschließt. Für die Induktionsphase existieren hierbei unterschiedliche Therapie-Schemata mit einer Dauer von mehreren Wochen bis Monaten, was die Einleitungsbehandlung demnach sehr aufwendig macht und eine hohe Patienten-Compliance erfordert. Bei der Cluster-Therapie dagegen werden 2 – 3 Injektionen je Behandlungstag (mit einem Intervall von mindestens 30 Minuten zwischen den Einzelinjektionen) in wöchentlichen Abständen verabreicht mit dem Ziel, die Phase der Erhaltungstherapie schneller zu erreichen, ohne allerdings durch dieses akzelerierte Verfahren eine erhöhte Rate an unerwünschten Reaktionen in Kauf nehmen zu müssen. Die Cluster-Therapie kam in verschiedenen klinischen Studien sowohl mit (Semi-)Depot-Allergenen als auch mit chemisch-modifizierten Allergenen (sog. Allergoiden) zur Anwendung. Dieser Artikel gibt einen Überblick über das Auftreten von unerwünschten Reaktionen (lokal und systemisch) unter den verschiedenen Cluster-Protokollen. Zusammenfassend zeigen die Studienergebnisse, dass Art und Anzahl der unerwünschten Reaktionen der Cluster-Verfahren denen der konventionellen Schemata entsprechen. Darüber hinaus konnten neuere Studien zudem belegen, dass klinische und immunologische Effekte der SIT durch diese akzelerierten Verfahren früher einsetzen. Somit könnten Cluster-SCIT-Protokolle zukünftig eine interessante Therapieoption bei der Dosissteigerungsphase im Rahmen der SIT spielen.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 HNO-Universitätsklinik Mannheim,
  • 2 Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden

Adresse

Dr. med. O. Pfaar
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
der HNO-Universitätsklinik Mannheim
An den Quellen 10
D–65183 Wiesbaden
Email: [email protected]

Citation

O. Pfaar, , K. Hörmann und L. Klimek, .Die Cluster-Immuntherapie bei allergischer Rhinokonjunktivitis. Übersicht über ein innovatives Therapiekonzept. 2009; 32: 433-440. doi: 10.5414/ALP32433.

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