Allergologie, Jahrgang 32 - Oktober (383 - 393)

S3-Leitlinie Allergieprävention – Update 2009
C. Muche-Borowski1, M. Kopp2, I. Reese3, H. Sitter4, T. Werfel5, T. Schäfer6, weitere Mitglieder der Konsensusgruppe Allergieprävention: K. Beyer7, F. Friedrichs8, E. Hamelmann9, M. Hellermann10, J. Huss-Marp11, A. Kleinheinz12*, S. Lau13
1 Institut für Sozialmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, 2 Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Freiburg (DGKJ), 3 Ernährungsberatung und -therapie, Schwerpunkt Allergologie, München (AK-Diätetik in der Allergologie), 4 Institut für theoretische Chirurgie, Universität Marburg (AWMF), 5 Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover (DGAKI), 6 Ratekau (DDG), 7 Allergiezentrum Charité, Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie, Berlin (GPA), 8 Kinderarztpraxis Laurensberg (BV Kinder- und Jugendärzte), 9 Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhr-Universität Bochum im St. Josef-Hospital (DGAKI, Sektion Pädiatrie), 1  0 Therapie Schwelmer Modell GmbH, Schwelm, 1  1 Zentrum Allergie und Umwelt, München, 1  2 Elbe Klinikum Buxtehude, Dermatologisches Zentrum (ADP), 1  3 Allergiezentrum Charité, Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie, Berlin (PINA), 1  4 Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Kinderklinik der Universität zu Köln(GPA), 1  5 HNO-Klinik, Universitätsklinikum Münster (DGHNOKHC), 1  6 Kinderumwelt GmbH, Osnabrück, 1  7 Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V, Mönchengladbach (DAAB), 1  8 HNO-Praxis, Grevesmühlen (BV HNO-Ärzte)

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DOI 10.5414/ALP32383

Abstrakt

Die weitere Zunahme allergischer Erkrankungen in westlichen Industrienationen macht eine evidenzbasierte Primärprävention wichtig. Die Empfehlungen der 2004 veröffentlichten S3-Leitlinie Allergieprävention wurden auf der Basis einer aktuellen systematischen Literatursuche überarbeitet und konsentiert. Die Evidenzsuche erfolgte für den Zeitraum Februar 2003 – Mai 2008 in den elektronischen Datenbanken Cochrane und MEDLINE, sowie in den Referenzlisten von aktuellen Übersichtsarbeiten und durch Expertenanschreiben. Die aufgefundene Literatur wurde in zwei Filterprozessen zunächst nach Titel und Zusammenfassung und die verbliebenen Arbeiten im Volltext auf Relevanz hin überprüft. Für eingeschlossene Studien wurden Evidenzgrade vergeben und die Studienqualität im Sinne des Verzerrungspotentials (niedrig/hoch) angegeben. Die überarbeiteten Empfehlungen wurden unter Beteiligung von Vertretern relevanter Fachgesellschaften und (Selbsthilfe-)Organisationen formal konsentiert (nominaler Gruppenprozess). Von 4.556 Nennungen wurden 217 Studien (4 Cochrane Reviews, 14 Metaanalysen, 19 RCTs, 115 Kohorten- und 35 Fall-Kontroll-Studien) eingeschlossen und bewertet. Im wesentlichen unverändert blieben die Empfehlungen zur Vermeidung der Tabakrauchexposition, zum Stillen über 4 Monate (bei Risikokindern alternativ hypoallergene Säuglingsnahrung), der Vermeidung eines schimmelpilzfördernden Innenraumklimas, der Impfung nach Empfehlungen der STIKO und der Vermeidung felltragender Tiere (insbesondere Katzen) bei Risikokindern. Die Empfehlung zur Reduktion des Hausstaubmilbengehalts wurde als primärpräventive Maßnahme gestrichen. Eine Verzögerung der Beikosteinführung und eine Meidung potenter Nahrungsmittelallergene zur Primärprävention können aufgrund fehlender Belege nicht empfohlen werden. Neu aufgenommen wurden die Empfehlungen zum Fischkonsum (in Schwangerschaft/Stillzeit und als Beikost), zur Vermeidung von Übergewicht und zur Minimierung der Exposition gegenüber Luftschadstoffen im Innen- und Außenraum. Die Überarbeitung der Leitlinie auf einer umfangreichen Evidenzgrundlage führte sowohl zu einer Bestätigung bestehender Empfehlungen als auch zu wesentlichen Modifikationen sowie zu neuen Em- pfehlungen. Die Aktualisierung der Leitlinie ermöglicht es, evidenzbasierte und aktuelle Präventionsempfehlungen zu geben.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Institut für Sozialmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck,
  • 2 Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Freiburg (DGKJ),
  • 3 Ernährungsberatung und -therapie, Schwerpunkt Allergologie, München (AK-Diätetik in der Allergologie),
  • 4 Institut für theoretische Chirurgie, Universität Marburg (AWMF),
  • 5 Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover (DGAKI),
  • 6 Ratekau (DDG),
  • 7 Allergiezentrum Charité, Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie, Berlin (GPA),
  • 8 Kinderarztpraxis Laurensberg (BV Kinder- und Jugendärzte),
  • 9 Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhr-Universität Bochum im St. Josef-Hospital (DGAKI, Sektion Pädiatrie),
  • 1 
  • 0 Therapie Schwelmer Modell GmbH, Schwelm,
  • 1 
  • 1 Zentrum Allergie und Umwelt, München,
  • 1 
  • 2 Elbe Klinikum Buxtehude, Dermatologisches Zentrum (ADP),
  • 1 
  • 3 Allergiezentrum Charité, Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie, Berlin (PINA),
  • 1 
  • 4 Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Kinderklinik der Universität zu Köln(GPA),
  • 1 
  • 5 HNO-Klinik, Universitätsklinikum Münster (DGHNOKHC),
  • 1 
  • 6 Kinderumwelt GmbH, Osnabrück,
  • 1 
  • 7 Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V, Mönchengladbach (DAAB),
  • 1 
  • 8 HNO-Praxis, Grevesmühlen (BV HNO-Ärzte)

Adresse

Dr. hum. biol. Cathleen Muche-Borowski, MPH
Schwenckestraße 60
D-20255 Hamburg
Email: [email protected]

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C. Muche-Borowski, M. Kopp, I. Reese, H. Sitter, T. Werfel und T. Schäfer und weitere Mitglieder der Konsensusgruppe Allergieprävention: K. Beyer, F. Friedrichs, E. Hamelmann, M. Hellermann, J. Huss-Marp, A. Kleinheinz*, S. Lau. S3-Leitlinie Allergieprävention – Update 2009. 2009; 32: 383-393. doi: 10.5414/ALP32383.

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