Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 35 - Oktober (433 - 438)

Schlaf und Atmung bei idiopathischer Lungenfibrose
K. Rasche1, M. Orth2
1 Lungenzentrum, Klinik für Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, Klinikverbund St. Antonius und St. Josef, Wuppertal, 2 Medizinische Klinik III, Theresienkrankenhaus, Mannheim

   

 

DOI 10.5414/ATP35433

Abstrakt

Die Prognose von Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose (Idiopathic Pulmonary Fibrosis: IPF), die den häufigsten Typ der idiopathischen interstitiellen Pneumonien darstellt, ist ungünstig. Die Symptome von Luftnot und Husten sind in der Regel progredient, 50% der Patienten versterben innerhalb von 3 Jahren nach Diagnosestellung. Die Wirksamkeit der pharmakologischen Therapie im Hinblick auf das Überleben der Patienten ist ebenso enttäuschend. Die meisten der aktuell verfügbaren Studien beschäftigen sich überwiegend mit der Diagnostik und Therapie am Tag. Die klinische Bedeutung der Schlafqualität und schlafbezogener Atmungsstörungen bei IPF wird nur anhand einer geringen Zahl von Originalarbeiten untersucht, deren wesentliche Aussagen wie folgt zusammengefasst werden können: Schlafstörungen mit Schlaffragmentation kommen bei IPF sehr häufig vor. Die Ursachen hierfür sind unter anderem nächtliches Husten, nächtliche Sauerstoffentsättigungen sowie ein auch im Schlaf gesteigerter Atemantrieb. Die Schlafstörungen bei IPF haben einen erheblichen Einfluss auf die allgemeine Lebensqualität der Patienten. Die Sauerstoffentsättigungen im Schlaf können am ehesten durch den PaO2 im Wachzustand vorhergesagt werden. Es existieren für die IPF bisher keine evidenzbasierten Empfehlungen für die Indikationsstellung zur Sauerstofftherapie und nichtinvasiven Beatmung im Schlaf. Obstruktive Schlafapnoen kommen nicht häufiger als in der Allgemeinbevölkerung vor. Eine Ausnahme stellen IPF-Patienten mit erhöhtem Body-Mass-Index dar. Treten jedoch obstruktive Atemstillstände im Schlaf bei Vorliegen einer IPF auf, sind die hieraus resultierenden Sauerstoffentsättigungen deutlich stärker ausgeprägt als bei alleiniger Schlafapnoe. Die Therapie von Schlafstörungen und schlafbezogenen Atmungsstörungen bei IPF ist nur individuell durchzuführen. Bei Fehlen einer effektiven Therapiemöglichkeit der IPF erscheint jedoch die Optimierung der Schlaf- und Lebensqualität durch die Behandlung von Schlafstörungen als ein wichtiges Ziel. Es sind allerdings weitere Studien, die den Effekt spezieller Behandlungsmethoden im Schlaf untersuchen, erforderlich.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Lungenzentrum, Klinik für Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, Klinikverbund St. Antonius und St. Josef, Wuppertal,
  • 2 Medizinische Klinik III, Theresienkrankenhaus, Mannheim

Adresse

Prof. Dr. med. K. Rasche
Lungenzentrum
Klinik für Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin
Klinikverbund St. Antonius und St. Josef GmbH
Vogelsangstraße 106
D–42109 Wuppertal
Email: [email protected]

Log in for Subscribers

Citation

K. Rasche und M. Orth. Schlaf und Atmung bei idiopathischer Lungenfibrose. 2009; 35: 433-438. doi: 10.5414/ATP35433.

###article_not_exists_msg###

Warenkorb Übersicht

Warenkorb Übersicht
Typ Anz Rabatt MwSt Preis
Der Warenkorb ist leer
Ihr Warenkorb