Cluster-Immuntherapie bei allergischer Rhino-Konjunktivitis
I. Hansen1, B.A. Stuck1, S. Schneider-Gene1, R. Mösges2, K. Hörmann1, L. Klimek1,3
1 HNO-Universitätsklinik Mannheim, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg, 2 IMSIE, Universität zu Köln, 3 Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden
DOI 10.5414/ALP25549
Abstrakt
Die Hyposensibilisierungstherapie oder spezifische Immuntherapie (SIT) ist neben der Allergenkarenz die einzige kausale Behandlungsmöglichkeit von Patienten mit allergischer Rhinokonjunktivitis. Die Effektivität der SIT ist abhängig vom spezifischen Allergen, der Qualität und Gesamtdosis der verabreichten Allergenextrakte und dem Applikationsschema. Bei der klassischen SIT wird ein Allergenextrakt repetitiv in ansteigenden Dosen subkutan injiziert. Es existieren unterschiedliche Therapie-Schemata für die subkutane SIT. Bei der Cluster-Therapie werden hierzu 2 – 3 Injektionen je Behandlungstag in wöchentlichen Abständen verabreicht. Wir untersuchten in dieser offenen Studie 247 Patienten (135 Frauen, 112 Männer) im Alter von 18 – 59 Jahren (Altersdurchschnitt: 31,2 ± 6,9 Jahre) hinsichtlich auftretender Nebenwirkungen des Cluster-Therapieschemas in der Dosissteigerungsphase. Die Gesamtzahl der übersteigerten Lokalreaktionen (³ Grad 1) betrug n = 512 entsprechend 11,3% aller Injektionen. Hiervon waren 374 (73,0%) Sofortphasenreaktionen, 131 (25,6%) Spätphasenreaktionen und 7 (1,4%) sowohl Sofort- als auch Spätphasenreaktionen. Von allen übersteigerten Lokalreaktionen waren 435 (85,1%) Grad 1-Reaktionen, 66 (12,9%) Grad 2-Reaktionen, 9 (1,7%) Grad 3-Reaktionen und 2 (0,3%) Grad 4-Reaktionen. Die Gesamtzahl der systemischen Reaktionen betrug n = 89 entsprechend 1,96% aller Injektionen. Hiervon waren 71 (80%) Sofortphasenreaktionen, 17 (19%) Spätphasenreaktionen und 1 (1,2%) sowohl eine Sofort- als auch Spätphasenreaktion. Von allen systemischen Reaktionen wurden 73 (82,02%) dem Stadium 1 zugeordnet und 16 (17,98%) dem Stadium 2. Reaktionen entsprechend Stadium 3 und 4 wurden nicht beobachtet. Art und Anzahl der unerwünschten Reaktionen bei dem verwendeten Cluster-SIT Schema entspechen somit dem bei anderen Schemata üblichen Rahmen. Unter Sicherheitsaspekten könnte daher die Cluster-SIT zu einer interessanten Alternative herkömmlicher Therapieschemata für die Dosissteigerungsphase werden.
Autoreninformation
Autoren
Abteilungen
- 1 HNO-Universitätsklinik Mannheim, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg,
- 2 IMSIE, Universität zu Köln,
- 3 Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden
Adresse
Prof. Dr. med. L. Klimek
Zentrum für Rhinologie
und Allergologie
An den Quellen 10
D-65183 Wiesbaden
Citation
I. Hansen, B.A. Stuck, S. Schneider-Gene, R. Mösges, K. Hörmann und L. Klimek. Cluster-Immuntherapie bei allergischer Rhino-Konjunktivitis. 2002; 25: 549-556. doi: 10.5414/ALP25549.