Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 35 - Mai (187 - 207)

Entzündliche Erkrankungen der Nase und der Nasennebenhöhlen
L. Klimek, B. Stuck, O. Pfaar, K. Hörmann
Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden

   

 

DOI 10.5414/ATP35187

Abstrakt

Bei der Rhinosinusitis (RS) liegt eine entzündliche Veränderung der Nasenschleimhaut bzw. der Mukosa der Nasennebenhöhlen vor. Nach den aktuellen deutschen Leitlinien lassen sich drei Formen der RS unterscheiden: die akute RS, die akut-rezidivierende RS sowie die chronische RS. Zu den typischen Symptomen sind u.a. die nasale Obstruktion, die eitrige Rhinorrhoe, Cephalgien oder Riechstörungen zu zählen. Ursächlich für die Erkrankung ist in erster Linie eine anatomische Engstelle im Bereich des osteo-meatalen Komplex, welche aufgrund einer Drainage- und Ventilationsstörung einer viralen oder bakteriellen Infektionen Vorschub leistet. Zu den prädisponierenden und mit der RS assoziierten Erkrankungen gehören neben Pilzerkrankungen eine allergische Sensibilisierung, die Aspirin-Intoleranz (Morbus Samter), ein Asthma bronchiale sowie in selteneren Fällen die Mukoviszidose, Wegener Granulomatose und das Kartagener-Syndrom. Die RS ist primär eine klinische Diagnose und stützt sich auf das Vorliegen charakteristischer Untersuchungsbefunde im Bereich des Gesichtes, der Nase und der Nasennebenhöhlen. Zu weiteren diagnostischen Maßnahmen gehören neben der nasalen Endoskopie bildgebende Verfahren wie Sonographie, Röntgen oder Computertomographie. Darüber hinaus hat sich zur Vorbereitung von Nasennebenhöhleneingriffen in jüngster Zeit die digitale Volumentomographie (DVT) etabliert. Zu den häufigsten Differentialdiagnosen der RS zählen virale Infekte der oberen Atemwege, Kopfschmerzen anderer Genese sowie eine allergische bzw. idiopathische Rhinitis. In der überwiegenden Mehrzahl der akuten RS ist eine antiobiotische Therapie nicht indiziert, die Einnahme von Analgetika/Antiphlogistika wird lediglich bei bestehenden Schmerzen empfohlen. Bei der chronischen RS kann eine längerfristige antibiotische Therapie in Kombination mit Steroiden als Alternative zur chirurgischen Intervention erwogen werden. Bei akut rezidivierenden und chronischen RS wird eine Behandlung mit einem intranasalen Kortikoid (INS) vor allem bei Polypenbildung empfohlen. Ferner können antiallergische Medikamente wie Antihistaminika bei nachgewiesener allergischer Rhinitis zur Anwendung kommen. Als Operationsindikationen akuter entzündlicher RS sind orbitale, endokranielle oder septische Komplikationen zu nennen. Bei der rezivierenden und chronischen RS ist die operative Intervention dann indiziert, wenn durch die rein konservative Therapie keine (dauerhafte) Besserung der Beschwerden erreicht werden kann.

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  • Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden

Adresse

Prof. Dr. med. L. Klimek; Zentrum für Rhinologie und Allergologie, An den Quellen 10, D-65183 Wiesbaden
Email: [email protected]

Citation

L. Klimek, B. Stuck, O. Pfaar und K. Hörmann.Entzündliche Erkrankungen der Nase und der Nasennebenhöhlen. 2009; 35: 187-207. doi: 10.5414/ATP35187.

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