Allergologie, Jahrgang 31 - Dezember 2008 (514 - 523)

Diagnostisches Vorgehen bei Verdacht auf eine pseudoallergische Reaktion durch Nahrungsmittelinhaltsstoffe
I. Reese1, T. Zuberbier2, B. Bunselmeyer3, S. Erdmann4, M. Henzgen5, T. Fuchs6, L. Jäger7, J. Kleine-Tebbe8, U. Lepp9, B. Niggemann10, M. Raithel11, J. Saloga12, S. Vieths13, T. Werfel14
1 Ernährungsberatung und -therapie, München, 2 Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, 3 Klinisches Zentrum für innovative Dermatologie, Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster, 4 Praxis für Dermatologie, Bergisch-Gladbach, 5 Abteilung Pneumologie, ISpezifische Immuntherapie (SCIT) mit rekombinanten Allergenenmmunologie und Allergologie, Klinik für Innere Medizin I, Friedrich-Schiller-Universität, Jena, 6 Abteilung Dermatologie und Venerologie, Universitätsmedizin Göttingen, 7 Jena, 8 Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 9 Herz-Lungen-Praxis, Stade, 1  0 Pädiatrische Allergologie und Pneumologie, Hedwig-von-Rittberg-Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Kliniken Berlin-Westend, Berlin, 1  1 Medizinische Klinik 1 , Universität Erlangen-Nürnberg, 1  2 Hautklinik, Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz, 1  3 Paul-Ehrlich-Institut, Langen, 1  4 Hautklinik Linden, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover

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DOI 10.5414/ALP31514

Abstrakt

Die chronische Urtikaria, das rezidivierende Angioödem und das nicht allergische Asthma werden mit pseudoallergischen Reaktionen auf Nahrungsmittelinhaltsstoffe in Verbindung gebracht. Für die atopische Dermatitis und Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (GIT) ist dieser Zusammenhang umstritten. Pseudoallergische Reaktionen werden durch Zusatzstoffe, aber auch durch natürliche Nahrungsmittelinhaltsstoffe ausgelöst. Ein veränderter Histaminmetabolismus ist möglicherweise mit dem Krankheitsbild der Pseudoallergie assoziiert. Eine akute Urtikaria bzw. eine kurze Episode von Angioödemen stellen keine Indikation für ein aufwendiges diagnostisches Vorgehen dar. Nach ergebnisloser Basisdiagnostik bei chronischer Urtikaria kann die Durchführung einer pseudoallergenarmen Diät erwogen werden. Haut- und Bluttests stellen bei pseudoallergischen Pathomechanismen keine objektiven diagnostischen Parameter dar. Unter pseudoallergenarmer Diät sollte eine Dokumentation des Schweregrades erfolgen. Eine orale Provokation mit Zusatzstoffen führt nur in Einzelfällen zu reproduzierbaren Symptomen. Deshalb wird nach positivem Verlauf der pseudoallergenarmen Diät eine pseudoallergenreiche “Supermahlzeit” exponiert. Nach positiver Reaktion auf die “Supermahlzeit” erfolgt die Provokation mit Zusatzstoffen in der Regel als Sammelexposition. Bei vorbekanntem Asthma bronchiale oder bei anaphylaktoiden Reaktionen ist allerdings eine Testung der Einzelsubstanzen mit “einschleichender” Dosierung erforderlich. Der Verdacht auf eine Histaminunverträglichkeit kann über eine Exposition mit Histamindihydrochlorid erhärtet werden. Für Expositionen bei Symptomen im Bereich der Atemwege sollten inhalative Provokationen erwogen werden. Die Objektivierung der Symptome ist gerade bei Erkrankungen im Bereich des GIT erforderlich und sollte möglichst über eine DBPCFC erfolgen.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Ernährungsberatung und -therapie, München,
  • 2 Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin,
  • 3 Klinisches Zentrum für innovative Dermatologie, Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster,
  • 4 Praxis für Dermatologie, Bergisch-Gladbach,
  • 5 Abteilung Pneumologie, ISpezifische Immuntherapie (SCIT) mit rekombinanten Allergenenmmunologie und Allergologie, Klinik für Innere Medizin I, Friedrich-Schiller-Universität, Jena,
  • 6 Abteilung Dermatologie und Venerologie, Universitätsmedizin Göttingen,
  • 7 Jena,
  • 8 Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin,
  • 9 Herz-Lungen-Praxis, Stade,
  • 1 
  • 0 Pädiatrische Allergologie und Pneumologie, Hedwig-von-Rittberg-Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Kliniken Berlin-Westend, Berlin,
  • 1 
  • 1 Medizinische Klinik
  • 1 , Universität Erlangen-Nürnberg,
  • 1 
  • 2 Hautklinik, Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz,
  • 1 
  • 3 Paul-Ehrlich-Institut, Langen,
  • 1 
  • 4 Hautklinik Linden, Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover

Adresse

Dr. Imke Reese; Ernährungsberatung und -therapie, Schwerpunkt Allergologie, Ansprengerstraße 19, D-80803 München
Email: [email protected]

Citation

I. Reese, T. Zuberbier, B. Bunselmeyer, S. Erdmann, M. Henzgen, T. Fuchs, L. Jäger, J. Kleine-Tebbe, U. Lepp, B. Niggemann, M. Raithel, J. Saloga, S. Vieths und T. Werfel .Diagnostisches Vorgehen bei Verdacht auf eine pseudoallergische Reaktion durch Nahrungsmittelinhaltsstoffe . 2008; 31: 514-523. doi: 10.5414/ALP31514.

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