Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 34 - September 2008 (346 - 352)

Das Management des obstruktiven Schlafapnoesyndroms im Spannungsfeld zwischen Evidenz und vereinfachten Strategien
K.H. Rühle, K.J. Franke, G. Nilius
Klinik für Pneumologie, HELIOS-Klinik Ambrock, Universität Witten-Herdecke, Hagen

   

 

DOI 10.5414/ATP34346

Abstrakt

In den letzten Jahren wurden die Empfehlungen zur Therapie des Schlafapnoesyndroms von verschiedenen Expertengremien überarbeitet und aktualisiert. Nach Empfehlungen der amerikanischen Akademie für Schlafmedizin (AASM) gibt es klare Indikationen mit hohem Evidenz-Niveau zur Therapie mit CPAP. Das Vorgehen zur CPAP-Titration ist mit Studien, allerdings mit geringerem Evidenzniveau, abgesichert. Mit der Intention, Aufwand und Kosten einzusparen, zielen neuere Strategien auf eine Vereinfachung der Diagnostik, indem die unüberwachte Polygraphie favorisiert wird. Vereinfachte Therapiemodalitäten beinhalten häusliche Selbsttitration, Festlegung des fixen Druckes mit Formeln, die AHI und anthropometrische Daten enthalten. Besonders häufig wird die unüberwachte Autotitration im Schlaflabor oder Zuhause genutzt. In einem weiteren strategischen Ansatz wird sofort mit CPAP behandelt und man verzichtet auf die diagnostische Polysomnographie, sofern eine hohe Prätest-Wahrscheinlichkeit eines Schlafapnoesyndroms besteht. Diese vereinfachten Strategien leiden aber darunter, dass ein nicht unerheblicher Prozentsatz von Patienten nicht adäquat behandelt wird und viele Einschränkungen zu beachten sind. Die auf Evidenzgraden beruhenden Empfehlungen kompetenter Gremien bieten die Gewähr, dass alle Patienten einer richtigen Behandlung zugeführt werden.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • Klinik für Pneumologie, HELIOS-Klinik Ambrock, Universität Witten-Herdecke, Hagen

Adresse

Prof. Dr. med. K.-H. Rühle
Klinik für Pneumologie
HELIOS-Klinik Ambrock
Ambrocker Weg 60
D-58091 Hagen
Email: [email protected]

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Citation

K.H. Rühle, K.J. Franke und G. Nilius .Das Management des obstruktiven Schlafapnoesyndroms im Spannungsfeld zwischen Evidenz und vereinfachten Strategien . 2008; 34: 346-352. doi: 10.5414/ATP34346.

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