Allergologie, Jahrgang 31 - August 2008 (333 - 342)

Vorgehen bei vermuteter Nahrungsmittelallergie bei atopischer Dermatitis
T. Werfel1, S. Erdmann2, T. Fuchs3, M. Henzgen4, J. Kleine-Tebbe5, U. Lepp6, B. Niggemann7, M. Raithel8, I. Reese9, J. Saloga10, S. Vieths11, M. Worm12 , T. Zuberbier12
1 Abteilung Immundermatologie und experimentelle Allergologie, Medizinische Hochschule Hannover, 2 Bergisch-Gladbach, 3 Hautklinik, Universitätsmedizin Göttingen, 4 Pneumologie und Allergologie, Klinik für Innere Medizin I, Friedrich-Schiller-Universität, Jena, 5 Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin, 6 Stade, 7 Pädiatrische Allergologie und Pneumologie, Hedwig-von-Rittberg-Zentrum, DRK-Kliniken Westend, Berlin, 8 Medizinische Klinik 1 , Universität Erlangen, 9 München; 1  0 Hautklinik, Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz, 1  1 Paul-Ehrlich-Institut, Langen, 1  2 Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin

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DOI 10.5414/ALP31333

Abstrakt

In der vorliegenden Leitlinie der Arbeitsgruppe Nahrungsmittelallergie der DGAKI und des ÄDA werden verschiedene Vorgehensweisen bei vermuteter Nahrungsmittelallergie bei atopischer Dermatitis (Neurodermitis, atopisches Ekzem) diskutiert. Das Problem ist klinisch relevant, da viele Patienten vermuten, dass allergische Reaktionen gegen Nahrungsmittel Ekzeme auslösen oder verschlechtern können. Die Kunst besteht darin, die Patienten, die tatsächlich von einer Eliminationsdiät profitieren, zu identifizieren und gleichzeitig zu verhindern, dass zu häufig unnötige Diäten mit der Gefahr der Fehlernährung und der zusätzlichen emotionalen Belastung durchgeführt werden. Als Goldstandard in der Diagnostik nahrungsmittelabhängiger Reaktionen gilt die plazebokontrollierte, doppelblinde orale Provokation, da spezifisches IgE, Pricktests und anamnestische Angaben häufig nicht mit der Klinik korrelieren. Dies gilt insbesondere für verzögert einsetzende Ekzemreaktionen. Das Instrument der diagnostischen Eliminationsdiät sollte vor einer oralen Provokation genutzt werden. Bei multiplen Sensibilisierungen besteht die Möglichkeit einer zeitlich befristeten oligoallergenen Basisdiät und eines anschließenden stufenweisen Kostaufbaus. Bei gezieltem Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie sollte die orale Provokation nach ebenso gezielter Eliminationsdiät durchgeführt werden. Aufgrund der sich zum Teil langsam entwickelnden Ekzemverschlechterungen wird empfohlen, zumindest am Tag nach der Provokation die Haut zu untersuchen und ggf. eine repetitive Testung durchzuführen, wenn es am ersten Tag der oralen Provokation nicht zu einer klinischen Reaktion gekommen ist. In der Leitlinie werden verschiedene klinische Konstellationen diskutiert, die ein differenziertes Vorgehen bei Patienten mit atopischer Dermatitis ermöglichen.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Abteilung Immundermatologie und experimentelle Allergologie, Medizinische Hochschule Hannover,
  • 2 Bergisch-Gladbach,
  • 3 Hautklinik, Universitätsmedizin Göttingen,
  • 4 Pneumologie und Allergologie, Klinik für Innere Medizin I, Friedrich-Schiller-Universität, Jena,
  • 5 Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, Berlin,
  • 6 Stade,
  • 7 Pädiatrische Allergologie und Pneumologie, Hedwig-von-Rittberg-Zentrum, DRK-Kliniken Westend, Berlin,
  • 8 Medizinische Klinik
  • 1 , Universität Erlangen,
  • 9 München;
  • 1 
  • 0 Hautklinik, Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz,
  • 1 
  • 1 Paul-Ehrlich-Institut, Langen,
  • 1 
  • 2 Allergie-Centrum-Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin

Adresse

Prof. Dr. med. T. Werfel; Abteilung Immundermatologie und experimentelle Allergologie, Medizinische Hochschule Hannover, Ricklinger Straße 5, D-30449 Hannover
Email: [email protected]

Citation

T. Werfel, S. Erdmann, T. Fuchs, M. Henzgen, J. Kleine-Tebbe, U. Lepp, B. Niggemann, M. Raithel, I. Reese, J. Saloga, S. Vieths, M. Worm und T. Zuberbier .Vorgehen bei vermuteter Nahrungsmittelallergie bei atopischer Dermatitis . 2008; 31: 333-342. doi: 10.5414/ALP31333.

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