Nahrungsmittelallergien – Epidemiologie in Berlin
T. Zuberbier
Abteilung für Dermatologie und Allergologie, Allergie-Centrum Charité, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Member of GALEN
DOI 10.5414/ALP31264
Abstrakt
Nahrungsmittelunverträglichkeit ist ein Oberbegriff, der sowohl allergische als auch nichtallergische Ursachen einer Unverträglichkeit, wie z.B. einen Enzymmangel, zusammenfasst. Grundsätzlich ist bekannt, dass in Deutschland ebenso wie in den anderen Industrienationen die Erkrankungen aus dem atopischen Formenkreis, wie allergischer Schnupfen, allergisches Asthma und die Neurodermitis, stark zunehmen. Zur Häufigkeit der Nahrungsmittelunverträglichkeit liegen dagegen nur unzureichende Daten vor. Die hier in Auszügen beschriebene Studie ist die bisher weltweit größte ihrer Art. Anhand einer repräsentativen Stichprobe der Berliner Bevölkerung mit deutscher Staatsbürgerschaft wurden 13.300 Personen angeschrieben bzw. angerufen. Den versandten Fragebogen beantworteten 4.093 Personen. Eine persönliche Untersuchung erfolgte bei insgesamt 814 Personen mit der in ärztlichen Positionspapieren empfohlenen Stufendiagnostik einschließlich Hauttestungen, Blutuntersuchungen und des doppelblinden plazebokontrollierten oralen Provokationstests. In der Eigenangabe berichteten 34,9% der befragten Personen, in der Vergangenheit schon einmal oder mehrmals auf Nahrungsmittel unverträglich reagiert zu haben. Lebensbedrohliche Zwischenfälle traten nur in Einzelfällen auf. Aufgrund der Ergebnisse der in Provokationstests gesicherten Nahrungsmittelunverträglichkeit aus der Gruppe der 814 klinisch untersuchten Personen konnten gewichtete Hochrechnungen für die gesamte Berliner Bevölkerung sowie für die bundesdeutsche Bevölkerung erfolgen. Für die Berliner Bevölkerung beträgt demnach die Häufigkeit einer Nahrungsmittelunverträglichkeitsreaktion 3,6% (95% Konfidenzintervall (3,0 – 4,2%)). Für die gesamte bundesdeutsche Bevölkerung erhält man nach Gewichtung auf der Basis der Daten des Bundesgesundheitssurveys von 1998 eine Prävalenz von 2,6% (95% Konfidenzintervall (2,1 – 3,2%)). IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien machen dabei einen Anteil von 68,1% aus, während nicht-IgE-vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeitsreaktionen bei nur 31,9% dieser Personen vorliegen. Die häufigsten Nahrungsmittelallergene waren Nüsse, Kern- und Steinobst (wie Apfel) sowie pollenassoziierte Gemüsesorten (wie Karotte und Sellerie). Unverträglichkeitsreaktionen auf Zusatzstoffe, die nicht allergischer Natur sind, traten ebenfalls auf.
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- Abteilung für Dermatologie und Allergologie, Allergie-Centrum Charité, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Member of GALEN
Adresse
Prof. Dr. med. Zuberbier
Abteilung Dermatologie und Allergologie
Allergie-Centrum Charité
Charité – Universitätsmedizin Berlin
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D-10117 Berlin
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Citation
T. Zuberbier.Nahrungsmittelallergien – Epidemiologie in Berlin. 2008; 31: 264-273. doi: 10.5414/ALP31264.