Verbesserung der erkrankungsspezifischen Lebensqualität von Patienten nach Nierentransplantation durch Umstellung der Immunsuppression von Cyclosporin auf Tacrolimus
G.H. Franke1, J. Reimer2, T. Schindler3, dieSwitch to Tacrolimus for Cyclosporin-Related Side Effects Studiengruppe
1 Hochschule Magdeburg-Stendal (FH), Studiengang Rehabilitationspsychologie, 2 Abteilung für Psychiatrie, Universität Hamburg, 3 Fujisawa GmbH, München
DOI 10.5414/NHP33227
Abstrakt
Einleitung: Cyclosporintherapie nach Nierentransplantation ist häufig mit kardiovaskulären (Hyperlipidämie, Hypertonie) und kosmetischen Nebenwirkungen (Gingivahyperplasie, Hypertrichose) verbunden. Diese Studie stellte die Frage, ob eine Umstellung auf Tacrolimustherapie von Patienten, die an cyclosporininduzierten Nebenwirkungen litten, die gesundheitsbezogene Lebensqualität verbessert. Methode: Insgesamt 64 Patienten, 29 Männer und 35 Frauen im mittleren Alter von 51 Jahren (SD ± 12), die im Durchschnitt seit 69 Monaten (SD ± 53) mit einem funktionsfähigen Nierentransplantat lebten, wurden aufgrund kardiovaskulärer (Hyperlipidämie, Hypertension, n = 26) oder kosmetischer Nebenwirkungen (Gingivahyperplasie, Hypertrichose, n = 38) von Cyclosporintherapie auf Tacrolimus umgestellt. Die erkrankungsspezifische (ESRD-SCL-TM), [5] sowie die globale Lebensqualität (SF-36) [1] wurde direkt vor der Umstellung (Baseline) und im Durchschnitt 7 Monate nach der Umstellung erfaßt. Ergebnisse: Die erkrankungsspezifische Lebensqualität verbesserte sich insgesamt statistisch signifikant (p < 0,001, 16,6% Varianzaufklärung VA). Im einzelnen verbesserten sich vor allem die kardiale und renale Funktion (p < 0,01, 12,9% VA), d.h., die Patienten berichteten am Studienende statistisch signifikant seltener von zu hohem Blutdruck, geschwollenen Füßen oder Beinen sowie vermehrtem Durst. Weiterhin litten die Patienten zu Studienende weniger unter vermehrtem Haarwuchs und Zahnfleischwucherung (p < 0,0001, 53,2% VA). Die globale Lebensqualität veränderte sich im Laufe der Zeit jedoch nicht. Schlußfolgerung: Der Wechsel von Cyclosporin zu Tacrolimus führt unabhängig davon, ob er aufgrund kardiovaskulärer oder kosmetischer Nebenwirkungen der Cyclosporintherapie erfolgt, zu einer statistisch signifikanten Verbesserung der erkrankungsspezifischen Lebensqualität im Verlauf von ca. 7 Monaten. Somit kann hier von einer medikamenteninduzierten Verbesserung der erkrankungsspezifischen Lebensqualität gesprochen werden.
Autoreninformation
Autoren
Abteilungen
- 1 Hochschule Magdeburg-Stendal (FH), Studiengang Rehabilitationspsychologie,
- 2 Abteilung für Psychiatrie, Universität Hamburg,
- 3 Fujisawa GmbH, München
Adresse
Prof. Dr. rer. nat. habil. G.H. Franke
Hochschule Magdeburg-Stendal (FH)
Studiengang Rehabilitationspsychologie
Osterburger Straße 25
D-39576 Stendal
Citation
G.H. Franke, J. Reimer, T. Schindler und dieSwitch to Tacrolimus for Cyclosporin-Related Side Effects Studiengruppe.Verbesserung der erkrankungsspezifischen Lebensqualität von Patienten nach Nierentransplantation durch Umstellung der Immunsuppression von Cyclosporin auf Tacrolimus. 2004; 33: 227-234. doi: 10.5414/NHP33227.