Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 32 - Oktober 2006 (403 - 407)

Moderne Behandlung des Pleuraempyems – eine Standortbestimmung
G. Nilius
Klinik für Pneumologie, Klinik Ambrock, Hagen, Kooperierende Klinik der Universität Witten/Herdecke

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DOI 10.5414/ATP32403

Abstrakt

Der komplizierte parapneumonische Erguß/Pleuraempyem ist eine häufige Komplikation einer Pneumonie. Die Prognose verschlechtert sich entscheidend beim Vorliegen eines der folgenden Kriterien: einem pH-Wert von unter 7,2 oder einem positiven Kulturergebnis/Gramfärbung in der Pleuraflüssigkeit, dem makroskopischen Bild von Eiter, einer Ausdehnung von mehr als der Hälfte des Thoraxraums oder einer Septierung. Falls eines dieser Kriterien erfüllt ist, so wird der unmittelbare Beginn einer Drainagetherapie empfohlen. Obwohl in der Praxis häufig großlumige Pleuradrainagen eingelegt werden, konnten die Vorteile der großlumigen Drainagen bisher durch Studien nicht zweifelsfrei belegt werden, möglicherweise ist die exakte Positionierung der Drainage, z.B. durch eine Ultraschallkontrolle, wichtiger. In den letzten Jahren sind mehrere Studien bezüglich des Einsatzes von intrapleural applizierten Fibrinolytika erschienen, insbesondere hat eine multizentrische, prospektive randomisierte Studie aus Großbritannien (MISTI) aufgrund der Patientenzahl von 427 großes Interesse ausgelöst. Der generelle Einsatz von intrapleural applizierten Fibrinolytika bei allen Patienten mit einer Pleuradrainage kann derzeit nicht empfohlen werden, da ein signifikanter Vorteil sowohl für das Überleben als auch für die Notwendigkeit einer Operation nicht gezeigt werden konnte. Allerdings können einzelne Subgruppen von Patienten eventuell mit einem septierten Erguß durchaus von einer solchen Therapie profitieren. Engmaschige klinische Kontrollen sind unbedingt zu empfehlen, um die Notwendigkeit von invasiveren Maßnahmen rechtzeitig erkennen zu können. Eine definitive Therapie sollte innerhalb von 14 Tagen erfolgen.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • Klinik für Pneumologie, Klinik Ambrock, Hagen, Kooperierende Klinik der Universität Witten/Herdecke

Adresse

Dr. med. G. Nilius
Klinik für Pneumologie
Klinik Ambrock
Ambrocker Weg 60
D-58091 Hagen
Email: [email protected]

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Citation

G. Nilius.Moderne Behandlung des Pleuraempyems – eine Standortbestimmung. 2006; 32: 403-407. doi: 10.5414/ATP32403.

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