Allergologie, Jahrgang 28 - Februar 2005 (66 - 74)

Aktuelles zur Therapie von Nahrungsmittelallergien
J. Kleine-Tebbe1, D.A. Herold1, U. Lepp2
1 Allergie- und Asthmazentrum Westend, Berlin

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DOI 10.5414/ALP28066

Abstrakt

Die sichere Diagnose einer Nahrungsmittelallergie ist eine Vorausssetzung für therapeutische Konsequenzen. IgE-vermittelte Sensibilisierungen ohne korrespondierende Symptome machen keine Behandlung erforderlich. Die Beratung für eine erfolgreiche Allergenkarenz berücksichtigt versteckte Allergene, schwere Reaktionen in der Vorgeschichte, die mögliche Hitzelabilität kreuzreaktiver Pflanzenproteine und den natürlichen Verlauf der Nahrungsmittelallergie. Bis zum Schulalter entwickelt die Mehrheit der Kinder mit Kuhmilch- oder Hühnereiweiß-Allergie klinische Toleranz. Für Allergenquellen wie Nüsse, Fisch, Erdnuss und Getreide ist die Prognose weniger günstig. Bei einer seltenen Allergie gegenüber stabilen, „klassischen“ Nahrungsmittelallergenen im Erwachsenenalter werden ebenfalls häufig längere Verläufe beobachtet. Eine spezifische Immuntherapie mit Nahrungsmittelallergenen bleibt wissenschaftlichen Studien vorbehalten. Mit einer Symptomlinderung gegenüber kreuzreaktiven Nahrungsmittelallergenen ist im Falle einer Baumpollen-Hyposensibilisierung nur bei einem Teil der Betroffenen zu rechnen; ausschließliche Symptome durch kreuzreaktive Allergene ohne Beschwerden durch die ursächlichen Inhalationsallergene stellen keine Indikation dar. Für die orale oder sublinguale Immuntherapie und ihren Einfluss auf die Beschwerden gegenüber kreuzreaktiven Nahrungsmitteln liegen bisher nicht genügend Daten vor. Wegen fehlender kontrollierter Studien nicht generell zur Therapie bei Nahrungsmittelallergie empfohlen, sollte mit oralem DNCG bei ausschließlich gastrointestinalen allergischen Beschwerden zunächst nur zeitlich begrenzt behandelt werden. Bei einigen Erkrankungen und Symptomen, die teilweise durch Nahrungsmittel ausgelöst werden (Urtikaria, atopisches Ekzem oder Juckreiz an der Schleimhaut) können Antihistaminika indiziert sein, obwohl sie bei Nahrungsmittelallergie bisher nicht kontrolliert geprüft wurden. Nach anaphylaktischen Reaktionen bekommen die Patienten ein Notfall-Set verordnet, das ein schnell resorbierbares orales Antihistaminikum, ein kurz wirksames Glukokortikosteroid und ein Adrenalin-Präparat enthält, dessen Handhabung mit dem Patienten geübt werden muss.

*Überarbeitete und aktualisierte Fassung eines Vortrages anläßlich des 24. Mönchengladbacher Allergie-Seminars am 21. und 22. November 2003.

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  • 1 Allergie- und Asthmazentrum Westend, Berlin

Adresse

PD Dr. med. J. Kleine-Tebbe
Allergie und Asthma-Zentrum Westend
Spandauer Damm 130 Haus 9
D-14050 Berlin
Email: [email protected]

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Citation

J. Kleine-Tebbe, D.A. Herold und U. Lepp. Aktuelles zur Therapie von Nahrungsmittelallergien. 2005; 28: 66-74. doi: 10.5414/ALP28066.

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