Cluster-Immuntherapie bei allergischer Rhinokonjunktivitis und Asthma bronchiale: Sicherheit der Initialtherapie mit Novo-Helisen Depot
I. Hansen1,2, K. Hörmann1, L. Klimek1,2, J. Kettner3, A. Narkus3
1 HNO-Universitätsklinik Mannheim, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg, 2 Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 3 Allergopharma Joachim Ganzer KG, Reinbek
DOI 10.5414/ALP27477
Abstrakt
Hintergrund: Neben der Allergenkarenz ist die Hyposensibilisierungstherapie oder spezifische Immuntherapie (SIT) die einzige kausale Behandlungsmöglichkeit von Patienten mit allergischer Rhinokonjunktivitis. Bei der klassischen SIT wird ein Allergenextrakt repetitiv in ansteigenden Dosen subkutan injiziert. Es existieren unterschiedliche Therapieschemata für die subkutane SIT. Bei der Cluster-Therapie werden hierzu zwei bis drei Injektionen je Behandlungstag in wöchentlichen Abständen verabreicht. Patienten: In einer Untersuchung von 46 Patienten (17 Frauen, 29 Männer) im Alter von 11 – 71 Jahren (Altersdurchschnitt: 40,7 ± 13 Jahre) wurden auftretende Nebenwirkungen bei Anwendung des Cluster-Therapieschemas mit Novo-Helisen Depot (Allergopharma, Reinbek) in der Dosissteigerungsphase erhoben. Mit zwei verschiedenen Extrakten wurden vier Patienten behandelt, so daß insgesamt 50 Therapien beurteilt wurden; 19 Patienten (41%) litten an Asthma bronchiale. Ergebnisse: Es wurden 34 Behandlungen mit Milben-, acht Behandlungen mit Gräser/Getreide- und acht Behandlungen mit Baumpollenpräparaten mit insgesamt 744 Injektionen durchgeführt. Die Gesamtzahl der übersteigerten Lokalreaktionen (³ Grad 1, entsprechend (³ 5 cm) betrug n = 23 bzw. 3,1% aller Injektionen. Hiervon waren 22 (3,0%) Sofortphasenreaktionen und eine (0,1%) eine Spätphasenreaktion. Von allen übersteigerten Lokalreaktionen waren 22 (3,0%) Grad-1-Reaktionen (5 – 8 cm) und 1 (0,1%) eine Grad-2-Reaktion (8 – 12 cm). Grad-3- und Grad-4-Reaktionen traten nicht auf. Nur eine systemische Reaktion entsprechend 0,1% aller Injektionen ist beobachtet worden. Es handelte sich um eine Spätphasenreaktion Stadium 1 (Urtikaria). Systemische Reaktionen entsprechend den Stadien 2, 3 und 4 wurden nicht beobachtet. Es bestanden keine Alters- oder Geschlechtsabhängigkeiten hinsichtlich des Auftretens übersteigerter Lokalreaktionen und/oder systemischer Reaktionen (alle p > 0,05). Schlußfolgerungen: Art und Anzahl der unerwünschten Reaktionen bei der Cluster-SIT mit Novo-Helisen Depot zeigen eine sehr gute Verträglichkeit und entsprechen dem bei anderen Schemata üblichen Rahmen.
Autoreninformation
Autoren
Abteilungen
- 1 HNO-Universitätsklinik Mannheim, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg,
- 2 Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden,
- 3 Allergopharma Joachim Ganzer KG, Reinbek
Adresse
Prof. Dr. med. L. Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie
Schöne Aussicht 38
D-65193 Wiesbaden
Email:
[email protected]
Citation
I. Hansen, K. Hörmann, L. Klimek, J. Kettner und A. Narkus. Cluster-Immuntherapie bei allergischer Rhinokonjunktivitis und Asthma bronchiale: Sicherheit der Initialtherapie mit Novo-Helisen Depot. 2004; 27: 477-483. doi: 10.5414/ALP27477.