Allergologie, Jahrgang 30 - Mai 2007 (165 - 170)

Schlaf und Schläfrigkeit bei allergischer Rhinitis
B.A. Stuck1, O. Pfaar1,2, K. Hörmann1, L. Klimek1,2
1 Universitäts-HNO-Klinik, Mannheim, 2 Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden

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DOI 10.5414/ALP30165

Abstrakt

Neben den klassischen Symptomen der allergischen Rhinitis treten die damit assoziierten sekundären Symptome in jüngster Zeit zunehmend in das Zentrum des Interesses. Hierbei spielen vor allem die Aspekte Müdigkeit (fatigue) und Schläfrigkeit (sleepiness) eine besondere Rolle. Häufig werden diese Störungen auf eine Beeinträchtigung des Nachtschlafs zurückgeführt, auch wenn sich der entsprechende Nachweis schwierig gestaltet und bis dato nicht überzeugend gelungen bzw. der Zusammenhang fragwürdig ist. Zu den subjektiven Aspekten Müdigkeit und Schläfrigkeit konnten zunehmend valide Daten gesammelt werden. Systematische objektive Untersuchungen, namentlich zu den objektiven Einflüssen auf den Nachtschlaf der Betroffenen, sind bis heute jedoch die Ausnahme geblieben. Die Auswertung der verfügbaren Literatur macht deutlich, dass die allergische Rhinitis zumindest in epidemiologischen Studien als Risikofaktor für schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen und vor allen Dingen bei Kindern gelten kann. In entsprechenden klinischen Studien konnte darüber hinaus auch deutlich gemacht werden, dass mit dem Einsetzen der Pollenflugsaison bei der saisonalen allergischen Rhinitis eine signifikante Zunahme der Tagesschläfrigkeit verbunden ist, die sich auch mit standardisierten Instrumenten nachweisen lässt. Eine antiallergische Therapie, vornehmlich mit topischen Steroiden, führt auch bei Patienten mit perennialer allergischer Rhinitis zu einer Verbesserung der subjektiven Einschätzung der Schlafqualität und der Tagesbefindlichkeit. Im Gegensatz hierzu konnten klinisch relevante Veränderungen bzw. Verschlechterungen objektiver Schlafparameter insbesondere in jüngeren, methodisch belastbareren Studien nicht nachgewiesen werden. Eine allergische Rhinitis alleine ist daher offenbar nicht in der Lage, eine manifeste, klinisch relevante schlafbezogene Atmungsstörung bei ansonsten gesunden Allergikern auszulösen.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Universitäts-HNO-Klinik, Mannheim,
  • 2 Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden

Adresse

Prof. Dr. med. B.A. Stuck
Universitäts-HNO-Klini
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
D-68167 Mannheim
Email: [email protected]

Citation

B.A. Stuck, O. Pfaar, K. Hörmann und L. Klimek.Schlaf und Schläfrigkeit bei allergischer Rhinitis. 2007; 30: 165-170. doi: 10.5414/ALP30165.

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