Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55 (2026) - Juli (308 - 314)

Stellenwert der Apherese im Kontext einer Nierentransplantation
L. Pickert1*, S. Sharma1*, C.E. Kurschat1, M.R. Späth2
1 Klinik II für Innere Medizin: Nephrologie, Rheumatologie, Diabetologie und Allgemeine Innere Medizin, Zentrum für Molekulare Medizin, Uniklinik Köln, Köln 2 Klinik für Nephrologie, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf

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DOI 10.5414/NHX02536

Abstrakt

Hintergrund: Die Nierentransplantation geht im Vergleich zur Dialyse bei geeigneter Patient/-innenauswahl mit einer besseren Lebensqualität und Überlebenszeit einher. Dennoch deckt das Organangebot den Organbedarf in Deutschland seit Jahren nicht ausreichend, weshalb AB0-inkompatible Nierentransplantationen (AB0i-NTx) eine wichtige zusätzliche Möglichkeit bieten, um den Versorgungsengpass zu verbessern. Nach einer AB0i-NTx kann es trotz moderner Immunsuppressionstherapie weiterhin zu Transplantatabstoßungen kommen, ein international einheitlicher Standard für die Desensibilisierung vor einer Transplantation ist jedoch aktuell nicht verfügbar.
Ziel: Darstellung des Stellenwerts der verfügbaren Aphereseverfahren vor und nach einer Nierentransplantation mit Fokus auf Evidenz, Verfahren und klinische Herausforderungen.
Ergebnisse: Die therapeutische Apherese hat sich sowohl im Kontext der AB0i-NTx sowie zur Behandlung antikörpervermittelter Nierentransplantatabstoßungen (AMR) als sicher und effektiv erwiesen. Die Immun­adsorption (IA) ermöglicht dabei gegenüber dem therapeutischen Plasmaaustausch (TPE) eine gezielte Elimination von Immunglobulinen ohne zusätzlichen Verlust essenzieller Plasmaproteine. Bei akuter AMR zeigt die Kombination aus IA bzw. TPE, intravenösen Immunglobulinen (IVIGs) und optimierter Immunsuppression den größten klinischen Nutzen. Für die chronisch-aktive AMR ist die Datenlage limitiert, eine standardisierte Therapie fehlt.
Fazit: Die therapeutische Apherese stellt ein etabliertes Verfahren zur Antikörperreduktion dar, das sowohl prä- als auch post-transplantationem entscheidend zum Erfolg beiträgt. Die IA bietet gegenüber dem TPE Vorteile hinsichtlich Spezifität der Antikörperelimination und Verträglichkeit der Behandlung. Zukünftige Priorität hat eine Standardisierung der Therapieansätze, die nur durch Studien erreicht werden kann.

*equal contributors

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Klinik II für Innere Medizin: Nephrologie, Rheumatologie, Diabetologie und Allgemeine Innere Medizin, Zentrum für Molekulare Medizin, Uniklinik Köln, Köln
  • 2 Klinik für Nephrologie, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf

Adresse

Dr. med. Martin Späth
Universitätsklinikum Düsseldorf
Moorenstr. 5
40225 Düsseldorf
Email: [email protected]

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Citation

L. Pickert, S. Sharma, C.E. Kurschat und M.R. Späth. Stellenwert der Apherese im Kontext einer Nierentransplantation. 2026; 55: 308-314. doi: 10.5414/NHX02536.

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