Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55 (2026) - Juni (269 - 280)

Dosis-Wirkungs-Beziehung von PTH und FGF23 auf Paricalcitol bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz unter chronischer intermittierender Hämodialyse
N. Mussmaecher1, S. Mitzner2, C. Haas3, M. Busch4, M. Ketteler5, C. Wanner6, P. Biggar7
1 Abteilung für Radiologie und Nuklearmedizin, Luzerner Kantonsspital, Zentrumsspital, Luzern, Schweiz, 2 Abteilung für Nephrologie und Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, 3 Abteilung für Nephrologie, Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Rostock, Rostock, 4 Klinik für Innere Medizin III, Universitätsklinikum Jena, Friedrich-Schiller-Universität, Jena, 5 Abteilung für Allgemeine Medizin und Nephrologie, Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart, 6 Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum Würzburg, 7 KfH-Nierenzentrum, Kulmbach

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DOI 10.5414/CN111768

Abstrakt

Ziele: Ziel dieser Studie war es, die unterschiedliche Dosisreaktion von Parathormon (PTH) und Fibroblasten-Wachstumsfaktor (FGF23) auf Paricalcitol bei Patienten mit sekundärem Hyperparathyreoidismus und terminaler Niereninsuffizienz unter chronischer intermittierender Hämodialyse zu bestimmen.
Materialien und Methoden: Die multizentrische, randomisierte, doppelblinde, prospektive Crossover-Studie umfasste insgesamt 43 Hämodialysepatienten (Durchschnittsalter 64 Jahre, 30% weiblich) mit 31 vollständigen Patientendatensätzen sowie PTH-Werten zwischen 200 und 600 pg/ml, Serumkalzium < 2,55 mmol/l, Phosphat ≤ 2,1 mmol/l und 25-OH-Vitamin D > 20 ng/ml als Einschlusskriterien (Eudract 2007-006606-16).
Ergebnisse: Der mittlere intakte PTH-Spiegel zu Studienbeginn betrug 319 pg/ml (Standardabweichung (SD) 141, Normalwert 11,3 – 42,4 pg/ml; ECLIA; Roche, Basel, Schweiz) und FGF23 651,25 RU/ml (SD 1.099,98; Normalwert 21 – 424 RU/ml; c-terminal, ELISA-Kit der 2. Generation, Immutopics, San Clemente, CA, USA) zu Studienbeginn. Die anfängliche orale Dosis von Paricalcitol betrug 2 μg/Tag und wurde unter Berücksichtigung der PTH-Reaktion auf eine durchschnittliche Dosis von 1,9 μg/Tag in Woche 6 und 1,5 μg/Tag in Woche 12 angepasst. Die PTH-Spiegel blieben sowohl nach 6 Wochen (189 pg/ml; SD 95) als auch nach 12 Wochen (164 pg/ml; SD 95) signifikant unterdrückt, beide p < 0,001 im Vergleich zum Ausgangswert. Die FGF23-Spiegel zeigten nach 6 Wochen einen signifikanten Anstieg (1.442,1 RU/ml, SD 1.860,2; p = 0,002), kehrten jedoch nach 12 Wochen auf Werte zurück, die sich nicht signifikant vom Ausgangswert unterschieden (1.150,7 RU/ml, SD 1.509,3; p = 0,24).
Schlussfolgerung: Die Behandlung mit Paricalcitol führte im Vergleich zu Placebo sowohl nach 6 als auch nach 12 Wochen zu einer signifikanten Senkung der PTH-Spiegel. Die Unterdrückung der PTH-Spiegel mit Paricalcitol war ohne Erhöhung des FGF23-Spiegels innerhalb der Beschränkungen dieser Kurzzeitstudie möglich, zumindest wenn eine Überunterdrückung des PTH durch Dosisanpassung vermieden wird. Unsere Ergebnisse legen eine vorsichtige niedrigere Anfangsdosis von oralem Paricalcitol nahe, um den anfänglichen Anstieg von FGF23 abzuschwächen und gleichzeitig die PTH-Spiegel wirksam zu kontrollieren.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Abteilung für Radiologie und Nuklearmedizin, Luzerner Kantonsspital, Zentrumsspital, Luzern, Schweiz,
  • 2 Abteilung für Nephrologie und Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie,
  • 3 Abteilung für Nephrologie, Medizinische Klinik, Universitätsklinikum Rostock, Rostock,
  • 4 Klinik für Innere Medizin III, Universitätsklinikum Jena, Friedrich-Schiller-Universität, Jena,
  • 5 Abteilung für Allgemeine Medizin und Nephrologie, Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart,
  • 6 Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum Würzburg,
  • 7 KfH-Nierenzentrum, Kulmbach

Adresse

Dr. Patrick Biggar
KfH-Nierenzentrum
Melkendorfer Strasse 8A
95326 Kulmbach
Email: [email protected]

Citation

N. Mussmaecher, S. Mitzner, C. Haas, M. Busch, M. Ketteler, C. Wanner und P. Biggar.Dosis-Wirkungs-Beziehung von PTH und FGF23 auf Paricalcitol bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz unter chronischer intermittierender Hämodialyse. 2026; 55: 269-280. doi: 10.5414/CN111768.

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