Allergologie, Jahrgang 45 (2022) - Juli (534 - 545)

Indikation und Kostenübernahme von Biologika im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren am Beispiel von Dupilumab: Eine Diskussionsgrundlage
C. Symanzik1, 2, C. Altenburg3, S. Awe3, C. Drechsel-Schlund3, A. Nienhaus3, 4, St. Brandenburg3, C. Skudlik1, 2, S.M. John1, 2
1 Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück, 2 Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück, 3 Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), 4 Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

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DOI 10.5414/DBX00434

Abstrakt

Einleitung: In der Qualitätssicherung im Berufskrankheiten (BK)-Verfahren 5101 geht es auch um den leitliniengerechten Einsatz neuer systemischer Therapieverfahren bei beruflichen Hauterkrankungen, die auf der Basis anlagebedingter Prädispositionen, wie der atopischen Dermatitis (AD), auftreten. In der vorliegenden Arbeit werden der wissenschaftliche Hintergrund der systemischen Therapieformen (hier: Biologika) am Beispiel von Dupilumab sowie Fallkonstellationen bezüglich der Kostenträgerschaft beleuchtet.
Methodik: Analyse der vorliegenden wissenschaftlichen Literatur hinsichtlich der Indikation bei beruflichen Hauterkrankungen, des leitliniengerechten Einsatzes von Dupilumab sowie Diskussion über häufige Fallkonstellationen einschließlich ethischer Aspekte.
Ergebnisse: Die wissenschaftliche Datenlage zur Verwendung von Dupilumab zur Therapie des chronischen Handekzems ist noch lückenhaft; die Verordnung unter dieser Indikation erfolgt Off-Label. Es werden vier Fallkonstellationen für eine Therapie des atopischen Handekzems mit Dupilumab und das Sicherheitsprofil im Vergleich zu klassischen systemischen Therapien der AD dargestellt.
Diskussion: Um eine wissenschaftlich begründete und kriteriengeleitete Handlungsempfehlung für die Verwendung von Dupilumab zur Therapie des atopischen Handekzems formulieren zu können, ist eine dezidierte Betrachtung individueller Fallkonstellationen unter Berücksichtigung versicherungsrechtlicher Sachverhalte unabdingbar. Perspektivisch besteht die Notwendigkeit der Durchführung weiterer – vor allem randomisierter, kontrollierter – klinischer Studien.
Schlussfolgerungen: Die Kostenübernahme für eine Therapie mit Biologika durch die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) wird Ausnahmefällen vorbehalten sein und ist an besondere Voraussetzungen und umfassende begleitende Präventionsmaßnahmen zu knüpfen. Um im Interesse der Versicherten die Entscheidungen über die Therapieindikationen ohne zeitliche Verzögerung und qualifiziert zu gewährleisten, ist im Verfahren Haut der GUV für klinisch schwere Hautveränderungen (der Voraussetzung für systemische Therapien) die tertiäre Individualprävention vorgesehen, in der eine fundierte berufsdermatologische Kausalitätsbeurteilung und die Prüfung und Umsetzung geeigneter Therapie- und Präventionsoptionen erfolgt.

*Erstpublikation in Dermatologie in Beruf und Umwelt, mit freundlicher Genehmigung der Autoren

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) an der Universität Osnabrück,
  • 2 Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Universität Osnabrück,
  • 3 Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW),
  • 4 Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Adresse

Dr. rer. nat. Cara Symanzik, B.Sc., M.Ed.
und
Prof. Dr. med. Swen Malte John
Institut für interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm) und
Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin und
Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück
Am Finkenhügel 7a
49076 Osnabrück
Email: [email protected]; [email protected]

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Citation

C. Symanzik, C. Altenburg, S. Awe, C. Drechsel-Schlund, A. Nienhaus, St. Brandenburg, C. Skudlik und S.M. John.Indikation und Kostenübernahme von Biologika im berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren am Beispiel von Dupilumab: Eine Diskussionsgrundlage. 2022; 45: 534-545. doi: 10.5414/DBX00434.

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