Outcome medizinischer Rehabilitation – Methodik und allgemeine Ergebnisse der Reha-QM-Outcome-Studie II (Requamo II) auf der Basis von Patient Reported Outcomes
R. Nübling1, J. Schmidt1, U. Kaiser1, J. Henn1, R. Kaluscha2, E. Toepler3; für die Requamo-II-Forschungsgruppe*
1 GfQG Karlsruhe, 2 Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm (ifr), 3 Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
DOI 10.5414/PRX0561
Abstrakt
Hintergrund: Die primären Zielsetzungen der Requamo-II-Studie liegen in der Überprüfung der Effektivität stationärer Rehabilitation und der Entwicklung eines Outcome-Index, der die Vielschichtigkeit des Outcomes auf der Basis einzelner Ergebnisaspekte abbilden soll. Die vorliegende Arbeit fokussiert die Methodik der Studie sowie Patienten-/Rehabilitandenperspektive im Sinne von Patient Reported Outcomes (PROs).
Methodik: Die Studie beinhaltet Selbstangaben der Rehabilitanden (schriftliche 1-Punkt-Nachbefragung 1 Jahr nach der Reha), Daten aus der Rehabilitations-Statistik-Datenbank (RSD) sowie Qualitätskennzahlen der Einrichtungen aus der externen QS der DRV.
Stichprobe: Die Ausgangsstichprobe umfasst n = 15.871 Versicherte der Deutschen Rentenversicherungen Baden-Württemberg (n = 7.219), Braunschweig-Hannover (n = 5.300) und Nordbayern (n = 3.352), die im ersten Halbjahr 2017 in n = 41 Verbundkliniken behandelt wurden. An der katamnestischen Befragung beteiligten sich n = 7.870 Rehabilitanden (Rücklaufquote 51%). Merkmale der Stichprobe: 61% männlich, Durchschnittsalter 54 Jahre (SD = 8), 55% Hauptschulabschluss, Reha-Dauer durchschnittlich 3,6 Wochen (SD = 1,0); Indikationsgruppen: 39% Orthopädie, 16% Kardiologie, 14% Onkologie, 10% Psychosomatik. Die Stichprobe ist weitgehend repräsentativ für die für die Studie ausgewählten Versicherten.
Ergebnisse: 52% der Rehabilitanden geben an, ihre persönlichen Ziele in der Reha „vollständig“ oder „größtenteils“, weitere 28% „teilweise“ erreicht zu haben, über 70% der Rehabilitanden bewerten den Nutzen der Reha positiv. Die Return-to-Work-Quote liegt für die Gesamtgruppe zwischen 79% (Zeitpunktquote) und 85% (kumulative Zeitverlaufsquote). Die mittlere Rehabilitandenzufriedenheit (ZUF8) beträgt M = 25,1 (SD = 4,9). Die berufliche Schwerpunktsetzung der Reha wird überwiegend positiv bewertet (M = 59 Qualitätspunkte) bei einer allerdings großen Streuung (SD = 25,5). Der Nutzen der Reha für Arbeit und Beruf wird etwas kritischer gesehen (M = 55 Qualitätspunkte, SD = 23,7). Die Prä-Post-Effektstärken der Skalen liegen zwischen d = 0,39 und d = 0,72. Es zeigten sich substanzielle Zusammenhänge der PROs mit den Sozialversicherungsbeiträgen. Darüber hinaus werden multiple Ergebniskriterien im Sinne eines Outcome-Index vorgestellt.
*Sarah Leinberger, Tivadar Buzasi (ifr Ulm/ Bad Buchau), Dr. Norbert Hemken (Kurbetriebsgesellschaft Bad Zwischenahn mbH), Jessica Henn (GfQG), Dr. Udo Kaiser (GfQG), Dr. Rainer Kaluscha (ifr Ulm/Bad Buchau), Melanie Kirchner (DRV Nordbayern), Prof. Dr. Axel Kobelt (DRV Braunschweig- Hannover), Dr. David Kriz (GfQG), Sarah Leinberger (ifr Ulm/Bad Buchau), Heike Martin (DRV Baden-Württemberg), Dr. Rüdiger Nübling (GfQG), Hannah Nock (SAMA), Kristin Repert-Ristow (DRV Baden-Württemberg), Dr. Katharina Roth (DRV Nordbayern), Dr. Jürgen Schmidt (GfQG), Prof. Dr. Edwin Toepler (SAMA Stuttgart/Hochschule Bonn-Rhein-Sieg), Olaf Werner (Klinikzentralverwaltung Bad Rappenau)
Autoreninformation
Autoren
Abteilungen
- 1 GfQG Karlsruhe,
- 2 Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm (ifr),
- 3 Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Adresse
Dr. Rüdiger Nübling
GfQG – Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen
Wendtstr. 1
76185 Karlsruhe
www.gfqg.de
Email:
[email protected]
Citation
R. Nübling, J. Schmidt, U. Kaiser, J. Henn, R. Kaluscha und E. Toepler; für die Requamo-II-Forschungsgruppe.Outcome medizinischer Rehabilitation – Methodik und allgemeine Ergebnisse der Reha-QM-Outcome-Studie II (Requamo II) auf der Basis von Patient Reported Outcomes. 2021; 33: 48-65. doi: 10.5414/PRX0561.