Berufsbedingte Rhinitis
S. Kotz1, L. Pechtold1, 2, R.A. Jörres3, D. Nowak3, A.M. Chaker1, 2
1 Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, 2 Zentrum für Allergie und Umwelt, Helmholtz Zentrum und Technische Universität München, 3 Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, LMU-Klinikum, Ludwig Maximilians Universität, München, CPC Munich, DZL, Deutsches Zentrum für Lungenforschung
DOI 10.5414/ALX02165
Abstrakt
Obwohl die berufsbedingte Rhinitis (occupational rhinitis) und das berufsbedingte Asthma bronchiale (occupational asthma) eng miteinander verbunden sind sowie eine analoge Pathophysiologie und gemeinsame auslösende Faktoren besitzen, hat das Krankheitsbild der berufsbedingten Rhinitis bisher kaum Beachtung gefunden. Als Hauptursache für die Entstehung der berufsbedingten Rhinitis wird die berufsbedingte Exposition gegenüber bestimmten Substanzen wie zum Beispiel Tierepithelien angesehen. Im Rahmen der neuen EAACI-Definition der berufsbedingten Rhinitis wurde dem kausalen und nicht nur zeitlichem Zusammenhang zwischen einer Exposition am Arbeitsplatz und dem Auftreten der Symptome der Rhinits eine besondere Bedeutung beigemessen. Außerdem sollte der Oberbegriff der arbeitsplatzbezogenen Rhinitis (work-related rhinitis) für die Klassifikation der verschiedenen Arbeitsplatz-assoziierten Rhinitisformen verwendet werden und diese in eine berufsbedingte, allergische und nichtallergische, Rhinitis (occupational rhinitis), eine Rhinitisform, die durch Exposition gegenüber Substanzen in der Arbeitsplatzumgebung ausgelöst wird, sowie die arbeitsplatzexazerbierte Rhinitis (work-exacerbated rhinitis), bei der Symptome einer vorbestehenden Rhinitis durch Exposition am Arbeitsplatz verstärkt werden, differenziert werden. Auch wenn der Anamneseerhebung bei der Diagnosestellung der berufsbedingten Rhinitis eine Schlüsselrolle zukommt, stellt die nasale Provokationstestung weiterhin den diagnostischen Goldstandard dar. Die Therapie der berufsbedingten Rhinitis umfasst einerseits die optimale Symptomkontrolle und andererseits die Prävention der Entstehung eines berufsbedingten Asthmas. Die Behandlungsmöglichkeiten werden dabei durch eine absolute Expositionskarenz (primäres Ziel), eine Expositionsreduktion sowie die pharmakologische Therapie dargestellt. Die berufsbedingte allergische Rhinitis kann als eine Berufskrankheit (BK 4301) anerkannt werden, der bergründete Verdacht ist meldepflichtig.
Autoreninformation
Autoren
Abteilungen
- 1 Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München,
- 2 Zentrum für Allergie und Umwelt, Helmholtz Zentrum und Technische Universität München,
- 3 Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, LMU-Klinikum, Ludwig Maximilians Universität, München, CPC Munich, DZL, Deutsches Zentrum für Lungenforschung
Adresse
Sebastian Kotz
Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Klinikum rechts der Isar
Technische Universität München
Ismaninger Str. 22
81675 München
Email:
[email protected]
Citation
S. Kotz, L. Pechtold, R.A. Jörres, D. Nowak und A.M. Chaker.Berufsbedingte Rhinitis. 2020; 43: 239-246. doi: 10.5414/ALX02165.