Intensiv- und Notfallbehandlung, Jahrgang 45 (2020) - 1. Quartal (16 - 19)

Die Bremer Liste – Diskussionsgrundlage für die Minimalvorhaltung präklinischer Antidota auf notarztbesetzten Rettungsmitteln
R. Marinowitz, J. Strube, A. Schaper
GIZ-Nord (Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein), Zentrum Pharmakologie und Toxikologie, Universitätsmedizin Göttingen

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DOI 10.5414/IBX00538

Abstrakt

Basis der hier besprochenen Liste ist die Erfahrung von Expertinnen und Experten und basiert auf einem niedrigen Evidenzniveau (Evidenzklasse IV nach AHRQ), da eine ausreichende Studienlage nicht vorhanden ist. Sie ist als Diskussionsgrundlage zu betrachten und soll Anstoß zu weiteren Studien sein. Vergiftungen und Vergiftungsverdachtsfälle sind insgesamt sehr häufig. Das GIZ-Nord erhielt 2018 rund 42.700 Anfragen [9]. Der Rettungsdienst kommt jedoch zumeist in Kontakt mit Vergiftungen, wenn diese bereits eine Störung der vitalen Funktionen ausgelöst haben. In solchen Fällen bestehen die notärztlichen Maßnahmen in der Regel nicht in der Gabe von Antidota, sondern in der Sicherung der Vitalfunktionen durch eine symptomatische Therapie. Für die Bremer Liste überblickt die Arbeitsgemeinschaft Anfragen an das GIZ-Nord von 1996 bis 2000 und kommt zu dem Ergebnis, dass die Antidota für den Notfall auf fünf zu verwendende Substanzen reduziert werden können. Sie beinhaltet Atropin, 4-Dimethylaminophenol (4-DMAP), Toloniumchlorid, Naloxon und Aktivkohle. Diese Liste ist gegebenenfalls an lokale Gegebenheiten anzupassen (zum Beispiel Industriebetriebe). Für den Rest der Antidota ist es ausreichend, sie in den Krankenhäusern vorzuhalten (Tab. 2). So soll eine adäquate Notfalltherapie gewährleistet werden und der Tatsache Rechnung getragen wird, dass nicht ein Großteil der Antidota unbenutzt entsorgt wird.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • GIZ-Nord (Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein), Zentrum Pharmakologie und Toxikologie, Universitätsmedizin Göttingen

Adresse

Rosa Marinowitz
GIZ-Nord (Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und
Schleswig-Holstein)
Zentrum Pharmakologie und Toxikologie
Universitätsmedizin Göttingen
Georg-August-Universität
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
Email: [email protected]

Citation

R. Marinowitz, J. Strube und A. Schaper.Die Bremer Liste – Diskussionsgrundlage für die Minimalvorhaltung präklinischer Antidota auf notarztbesetzten Rettungsmitteln. 2020; 45: 16-19. doi: 10.5414/IBX00538.

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