NHF in klinischen Situationen: Akute Exacerbationen der COPD M. Richter1, G. Nilius1, 2 1 Kliniken Essen Mitte, Essen, 2 Universität Witten-Herdecke
DOI 10.5414/ATX02447
Abstrakt
Exacerbationen sind bedeutsame Ereignisse für Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und haben nachteilige Auswirkungen auf die Progression und Lebensqualität. Häufige Exacerbationen sind mit einer erhöhten Mortalität assoziiert. Im Vordergrund der Therapie steht die Behandlung mit β2-Sympathikomimetika und Anticholinergika, Glukokortikoiden und mit Antibiotika. Eine Hypoxie wird oftmals mit Sauerstoff-Applikationen ausgeglichen, jedoch kann eine unkontrollierte hohe Sauerstoff-Gabe eine Erhöhung der Sterblichkeit bewirken [1]. Daher wird eine Titration der Sauerstoffgabe mit einer Zielsättigung von 88 – 92% in Kombination mit regelmäßigen Blutgasanalysen empfohlen. Patienten mit einer akuten hyperkapnischen Ateminsuffizienz und respiratorischer Azidose (pH < 7,35) zeigen eine hohe Letalität. Daher ist die sofortige Einleitung einer nichtinvasiven Beatmung (NIV) notwendig. Wie ein aktuelles Cochrane Review zeigt, kann die Sterblichkeit hierdurch um 46% und die Notwendigkeit für eine Intubation sogar um 64% gesenkt werden [2]. Entgegen dieser klaren wissenschaftlichen Datenlage stellt sich die Versorgungsrealität in Europa konträr dar: Nur bei etwa 82% der Patienten erfolgt die notwendige Blutgasanalyse und nur etwa die Hälfte der Patienten mit einer respiratorischen Azidose werden mit einer NIV behandelt [3]. Eine erhöhte Sterblichkeit der COPD-Patienten aufgrund der fehlenden Umsetzung der klaren wissenschaftlichen Evidenz ist daher zu vermuten.
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